High-Rise

Drama
Drama

[Einleitung]
Satire? Ben Wheatley schuf als Regisseur dieses Titels von 2015 aus Grossbritannien eine Satire. In den führenden Rollen sehen wir hier Tom Hiddleston, Luke Evans, Jeremy Irons, Sienna Miller und auch Elisabeth Moss. Die Buchvorlage schrieb J. G. Ballard und das Drehbuch Amy Jump. Diese Standard Definition DVD erscheint unter dem Label dcm im Vertrieb von universumfilm. Ich war gespannt und sah mir den Film an, den kino-zeit.de als „ein Tobsuchtsanfall von einem Film“ bezeichnete. Ich machte mir selbst ein Bild des Titels.

[Inhalt]
1975. Zwei Meilen westlich von London bezieht Dr. Robert Laing (Tom Hiddleston) auf der Suche nach Anonymität sein neues Appartement – nur um bald festzustellen, dass seine Mitbewohner gar nicht daran denken, ihn in Ruhe zu lassen. So ergibt er sich schließlich in sein Schicksal, freundet sich mit den neuen Nachbarn (Sienna Miller, Luke Evans, Elisabeth Moss) an und wird dadurch zunehmend in das komplexe soziale Gefüge hineingezogen.

Während er so seine Probleme damit hat, seinen Platz inmitten dieser Gesellschaft zu finden, bekommen Laings gute Manieren und sein Verstand ebenso deutliche Risse wie das Gebäude selbst: Die Lichter gehen aus, die Aufzüge bleiben stehen, aber die Party hört nicht auf. Die Menschen sind das Problem, der Alkohol ist die Währung, Sex das Allheilmittel. Erst sehr viel später, als er auf dem Balkon sitzt und den Hund des Architekten verspeist, fühlt Laing sich endlich zuhause.
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Eine Ode an die Gesellschaft. Eine Hommage an das Wesen des Menschen. Wer kennt denn „Der Gott des Gemetzels“? Ein herrlicher Film, der offenbart, was mit Menschen passieren kann. Ein bisschen vergleichbar ist es auch hier. Nur sind es hier nicht nur vier Personen, auf die sich diese Sozialstudie bezieht, sondern eben ein Haus mit seinen teils merkwürdigen Bewohnern. Basierend auf einer Romanvorlage. Auf vielen Wegen stehen die Figuren für bestimmte, überzogen dargestellte und menschliche Eigenschaften.

Teilweise ist das alles ganz schön rabiat und schmutzig inszeniert. Die Wirkung ist als intensiv zu bezeichnen, einige eher künstlerisch geprägte Aufnahmen und Sequenzen drohen hin und wieder aus diesem Konstrukt auszubrechen. Tun es aber doch nicht. Unheimlich, bedrückend, gar widerlich, ja abstoßend, so sind sie hier, die Menschen. Gut dargestellt und geschauspielert, doch bestimmt nicht jedermanns Geschmack, der hier getroffen wird. Da bin ich sicher. Wer Filme mag, der wird auch für „High-Rise“ etwa übrig haben.

[Technik]
Sieht gut aus. Die etwas melancholisch, bedrückende Stimmung kommt auch durch die teils nur wenig wohnliche und heimelige Fotografie zustande. Die Perspektiven des Gebäudes und der unmittelbaren Umgebung sind oftmals wenig sympathisch und vermitteln einen eher gefährlichen Eindruck. „High-Rise“ weist anamorph codierte 2.40:1 Aufnahmen auf. Der Kontrast ist ausreichend, denn nicht alles Farben sind sonderlich intensiv. Die Kantenschärfe hätte eine Spur höher ausfallen können. Seitens der Kompression gibt es keine Mängel.

Wie steht es um den Ton? Die bedrückende und wenig positive Atmosphäre bedient sich auch einer etwas düsteren musikalischen Begleitung und einiger Toneffekte, die jedoch allesamt recht frontlastig daher kommen und mich nicht vollends zu überzeugen verstanden. Das ist schade, doch auf der anderen Seite müssen wir hinnehmen, dass der Inhalt nur teilweise das Potenzial bietet. Es gibt Dolby Digital 5.1-Ton in den Sprachen Deutsch und Englisch. Untertitel sind ausschließlich in deutschen Lettern vorhanden.

[Fazit]
Das Verkommen einer Gesellschaft. Das Jagen nach Dingen, die überhaupt nicht wichtig erscheinen. 114 Minuten Laufzeit ist eine Menge, wenn es nicht wirklich vorwärts geht. Das Problem gibt es hier nicht. Platz findet der Titel auf einer einseitigen und mit zwei Schichten ausgestattete Blu-ray Disc mit 50 GB Kapazität. Die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren. Das einfach gehaltene Menü der Disc bitte Zugriff auf ein Feature mit dem Titel „Vom Roman zum Film“ und Interviews mit Cast und Crew. Erschienen am 18. November 2016, kostet rund 13,- Euro.

Andre Schnack, 30.11.2016

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆