Hitlers Leibwächter – Die Männer, die den Diktator schützten

Dokumentation
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[Einleitung]
Grob geschätzt würde ich behaupten, dass es beinahe schon alles an Informationen über den Führer des Dritten Reichs und Diktator Adolf Hitler in irgendwelchen Sendungen gibt. polyband bringt uns nun eine gleich 4 DVDs umfassende Zusammenstellung über die engste Garde jener, die angetreten waren um das Leben ihres Demagogen Adolf Hitlers zu schützen: „Hitlers Leibwächter – Die Männer, die den Diktator schützten“. Wir konnten uns diese in 13 Teilen abgefassten Zusammenstellung nicht entziehen und wurden mit einem Muster bestückt, so dass wir gleich eine Zeitreise in ein sehr dunkles Kapitel deutscher Geschichte unternehmen. Wir berichten aus erster Hand über den ansehnlichen Pappschuber mit vier Silberlingen im Standard Definition-Format.

[Inhalt]
Das Leben Hitlers war während seiner Zeit als politischer und militärischer Führer Deutschlands ständig in Gefahr – insgesamt mehr als 40 Attentatsversuche überstand er. Die Schutzmaßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen jener Zeit waren einerseits enorm, zeigten andererseits aber auch eklatante Schwachstellen, und Hitler selbst begab sich durch sein Verhalten immer wieder in Gefahr. Eine besondere Rolle spielten jene Männer, die ihm als persönliche Leibwächter auf Schritt und Tritt folgten.

Von den Produzenten der vielbeachteten Dokumentationen „Der 1. Weltkrieg in Farbe“ und „Churchill’s Bodyguards“ erscheint jetzt eine neue, faszinierende Reihe über Leibwächter, Sturmtruppen und Schutzbataillone, die das Leben eines der meistgehassten und gefürchtetsten Männer der Weltgeschichte sichern sollten – und deren Leben mindestens genauso gefährdet war, wie das des Führers. Viele Details ihrer Geschichten blieben bis heute unbeachtet. Dabei geht es darin nicht nur um nüchterne Aufgaben, sondern genauso um Eifersucht, Verrat und Mord. Sie zu erzählen, zeigt die Geschichte von Hitlers Überleben aus einem ganz neuen Blickwinkel.

Die insgesamt 13 Episoden sind inhaltlich wie auch in der Abfolge chronologisch aufgebaut und widmen sich jeweils einem Schwerpunkt. So beschreiben die Autoren detailliert etwa den Aufbau der Sicherheitsorgane und der daran beteiligten Personen. Sie skizzieren die Unruhen, Entwicklungen und Gefahren der Anfangszeit der Nationalsozialisten. Sie erläutern Hitlers Faszination für Autos und die damit verbundenen Risiken. Mit dem Fokus auf Schutz und Sicherheit Hitlers bietet die Reihe einen ungewöhnlichen Blick auf die Denkweise des „Führers“ und die Funktionsweise seines Machtapparates.

Die Folgen der Dokumentation:
1. Die Leibwächter
2. Die ersten Anschläge auf Hitlers Leben
3. Todesdrohungen
4. Die Nacht der langen Messer
5. Umsturzpläne aus dem Untergrund
6. Der letzte Versuch, den Krieg zu verhindern
7. Bomben für den Führer
8. Gefährliche Autofahrten
9. Riskante Flugleidenschaft
10. Der Sonderzug des Führers
11. Das Stauffenberg-Attentat
12. Angriff auf den Berghof
13. Die letzten Tage im Führerbunker
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Womit die Sendung hier arbeitet wird sich jedem rasch erschließen: weitgehend sind es die Quellen, die ohnehin durch das umfangreich ausgewertete Thema des Dritten Reichs stets angezapft werden. Es sind Aufnahmen aus Archiven in guter und weniger guter Qualität. Es sind Dokumente und Materialien herangezogen, welche ebenfalls Quelle für ganz andere Untersuchungen waren, nur der thematische Blick auf die Ausgangsbasen ist abweichend. Doch was dieser andere Blick an Informationen offenbart, damit hätte ich nicht gerechnet. Es handelt sich um einen mir bislang nicht erschlossenen Themenkomplex: die Schutzstaffel um den Diktator Adolf Hitler.

„Hitlers Leibwächter“ geht nicht nur im besonderen auf einzelne Figuren der Geschichte ein, sondern zeichnet ein umfangreiches Bild darüber, wie das Oberhaupt des diktatorischen Regimes geschützt wurde, was dies für Auswirkungen hatte und welch ein Aufwand dahinter steckte. Dabei wird klar, dass auch in diesem Bereich die Führung Hitlers nur bedingt straff war und er es einem natürlichen Misstrauen der Geheimdienste untereinander überließ für die notwendige Disziplin zu sorgen. In diesem Umfeld entstanden Situationen und Spannungen, auf denen die einzelnen Sendungen mitunter eingehen.

[Technik]
Recht überraschend stellte ich fest, dass hier kein anamorphes 16:9-Breitbild zum Einsatz kam, sondern sich die visuelle Leistung auf einen 4:3-Vollbild-Transfer (1.33:1) stützt. Zum Einsatz kamen dabei Farbaufnahmen sowie schwarz-weiß aufgenommene Bilder aus vergangenen Tagen. Entsprechend variiert die Qualität der gezeigten Szenen von gut bis weniger gut. Alle Aufnahmen haben allerdings gemeinsam, dass sie einem durchschnittlichen Qualitätsstand wahren, ohne das Begeisterungspotenzial auszulösen, welches ein moderner Blockbuster provozieren kann. „Hitlers Leibwächter“ gefällt uns durch die Wiedergabegüte und dadurch, dass diese historischen Aufnahmen eben in der dargebotenen Güte vorliegen. Kompressionsartefakte kommen kaum vor.

Kommen wir zur tonalen Seite der vier enthaltenen DVDs. Es gibt wahlweise deutsche oder englische Sprachausgabe im Programm. Das Format beider Tonspuren beschränkt sich auf eine Dolby Digital 2.0-Formatierung und wird dieser auch gerecht. Es gibt wenig Ton im Angebot, denn es sind vor allem die Stimmen der unterschiedlichen Sprecher, welche sich beim Zuschauer einprägen und für die notwendige Vermittlung des Wissens sorgen. Dabei geht es sehr unspektakulär zu und neben der musikalischen Begleitung, die stellenweise einsetzt, sind es nur wenige Geräusche, die wir überhaupt ausmachen können. Untertitel: keine.

[Fazit]
„Hitlers Leibwächter – Die Männer, die den Diktator schützten“ ist eine 13teilige Dokumentation, welche uns von polyband in Form eines 4 DVDs umfassenden Sets veröffentlicht wird. Alle enthaltenen einseitigen Dual-Layer-Discs (DVD Typ 9) bieten ordentlichen Inhalt, der insgesamt rund 650 Minuten (!) füllt. Das sind 13mal 50 Minuten oder knappe 11 Stunden Laufzeit, wie opulent. Die Altersfreigabe dieser ansehnlichen Pappschuber-Box liegt bei ab 12 Jahren. Wir wissen alle, dass einem jüngeren Publikum eventuell die geschichtliche Basis zum kompletten Verständnis fehlt. „Hitlers Leibwächter“ erschien am 29. Januar zu einem Preis von rund 33,- Euro. Wer geschichtlich interessiert ist, der sollte sich diese Box genauer anschauen.

Andre Schnack, 23.02.2010

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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