Howard the Duck …ein tierischer Held

Action/Comedy/Romance/Science-Fiction
Action/Comedy/Romance/Science-Fiction

[Einleitung]
Es war 1986, als die noch so junge Popkultur einen echten Schub machte. Es entstanden die tollsten und kühnsten TV-Ausgeburten und Kino-Hits, die teils ach so albern aus heutiger Sicht wirken. Von den ‚Special Effects‘ her fallen die Titel zuhauf durch nur mäßige Qualität auf. Gehört Vorzeige-Fantasy Erzähler und Produzent George Lucas‘ Ausgeburt zu den besseren Werken der Zeit oder entpuppt sich „Howard – ein tierischer Held“ (Originaltitel: Howard The Duck) doch nur als Lucas‘ schwache und sehr persönliche Interpretation vom Indiana Jones-Osterentchen aus dem All? Wir prüften den Titel von Willard Huyck nach dem Drehbuch von Willard Huyck und Gloria Katz nach einem Comic von Steve Gerber. Die DVD kommt von Koch Media und wir sind gespannt.

[Inhalt]
Kein geringerer als George Lucas, Produzent der legendären „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Filme, präsentiert diese Science-Fiction-Komödie um eine vorlaute, Zigarren rauchende und Bier liebende Ente aus einem Paralleluniversum, die durch einen verirrten Energiestrahl auf der Erde landet.Koch Media präsentiert diesen 80er-Jahre-Kultfilm mit Tim Robbins („Die Verurteilten“) und Lea Thompson („Zurück in die Zukunft“) in den Hauptrollen. Die Big-Budget-Adaptation eines Marvel-Comics ist eine unfassbar komische Persiflage auf das Leben, die Liebe, Comics und Horrorfilme.
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Also mal ehrlich: was soll das? Eine Ente aus einer anderen Welt – ein Superheld bei uns zuhause, den dummen Menschen, bei denen man sich vor Langeweile Geschichten über schlaue und schlagfertige Mega-Enten als Indiana Jones-Plagiat zu etablieren versucht. Wie schade, dass sogar etwas wahren daran ist, das jedoch George Lucas‘ Werk nur marginal weniger faszinierend erscheinen lässt, vor allem bei einem Publikum, dass sich einfach und doch irgendwie wahrhaftiger Abenteuer erfreuen will. Es geht am Ende um eine Persiflage auf die verschiedensten Dinge. Dabei geht es teilweise so zur Sache, dass sich der Titel eine ab 16er Freigabe laut FSK einfing. Teils auch berechtigt, denn Howard richtet sich an ein eher mündiges Publikum, und er schafft es sogar, dass er irgendwie mit Fortschreiten der Laufzeit die Skepsis gegenüber der Story und ihrer Umsetzung abgebaut wird uns sich Gefallen verbreitet.

Die Schauspieler? Sie verkommen nicht gerade zu Statisten auf einem gehobenen Niveau, erfreuen sich jedoch der jungfräulichen Wirkung einer „gerade so“- Absolventen der Schauspielkunstschule. Vorrangig ist da ja auch Howard, die Enten-Puppe in Kindergröße, deren Maske grundsätzlich gelungen wirkt und doch einen irgendwie „günstigen“ Charme hinterlässt. Ihr Abbildungsgrad hat zur Folge, dass weniger Emotionen entstehen können. Aufgrund der technischen Ausstattung, die mit dem damals recht hohen Budget realisiert werden konnten erreicht der Film für die damaligen Verhältnisse respektable visuelle Darbietungen. Aus heutiger Sicht wirken sie altbacken, weniger gelungen und teils noch sehr einfach in ihrer technischen Realisierung.

[Technik]
Der 1.85:1-Transfer befindet sich anamorph codiert auf dem Datenträger. Er wird am Stand der Entstehungszeit gemessen als gut befunden, seine Leistungen wirken recht frisch und gefallen von Beginn an. Es gibt erstaunlich saubere Konturen vor die Augen, auch pberzeigt der Detailgrad des Geschehens auf ganzer Linie. Kontrast und Farbgebung spiegeln irgendwie den Stand der damaligen Technik und Ausleuchtung wider. Kurzum, es überträgt sich der Sehspaß auch zu einem Teil auf die Technik. Doch es gibt auch Schattenseiten, wie im Bereich der Aussteuerung des Schwarz-Levels. Ab und an nähert sich ein Schatten gefährlich dem Nichts und Details verschwinden. Schade. Davon ab kaum Rauschen, keine Artefakte.

„Howard“ leistet sich keine allzu gute technische Umsetzung im Bereich der ansonsten für actiongeladene Filme sehr wichtige Akustik. Es gibt mithin Dolby Digital 2.0-Ton, wahlweise in den Sprachen Deutsch und Englisch. Der Ton gibt sich sehr pragmatisch und den Umständen entsprechend. Man merkt ihm auch sein Alter an, denn letztlich mangelt es ihm genau an dem, was man eben in den 80er Jahren noch nicht so sehr pflegte: räumliche Weite, sofern es den Kanallimitierung ermöglichte, eine saubere Sprachausgabe und einen gute musikalische Begleitung. Hier gibt es all das, nur eben eine Spur zu sehr miteinander vermengt, und eben die Spur zu wenig auf einander abgestimmt und sich ergänzend.

[Fazit]
Was man auch sagen möchte, man muss immer bedenken, dass auch dieses gute Stück Film seine Daseinsberechtigung besitzt. Denn wie eigentliche alle George Lucas Produktionen, so war auch „Howard – ein tierischer Held“ ein Erfolg auf ganzer Linie. Der für die damaligen Verhältnisse sehr gelungene Filmcharme erinnerte mich ein kleines Stück weit an „Die Goonies“. „Howard“ läuft rund 106 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Das Menü der Scheibe ist denkbar einfach auf einer nicht animierten Bildwand angebracht und verhält sich einfach. Als Extras finden wir lediglich Originaltrailer, Storyboards und die besprochene, ungeschnittene Fassung des Hauptfilms auf der DVD. Erscheinungstermin war der 5. Oktober zu einem Preis von rund 14,- Euro.

Andre Schnack, 10.10.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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