Im Namen des Vaters

Biography/Drama/History
Biography/Drama/History

[Einleitung]
„Im Namen des Vaters“ (Originaltitel: In the Name of the Father) ist ein 1993 abgedrehtes Drama, welches eine wahre Person zum Handlungsgegenstand erklärt. Das Drama über den blutigen Krieg in Nordirland und einen speziellen Charakter dabei entstand unter der Regie von Jim Sheridan. Das Drehbuch schrieb ebenfalls Jim Sheridan, gemeinsamen mit Terry George. In den führenden Rollen sehen wir Emma Thompson, John Lynch, Corin Redgrave, Don Barker sowie den mehrfachen Oscar-Preisträger Daniel Day Lewis. Diese High Definition Version auf Blu-ray Disc erscheint aus dem Angebot von Universal Pictures Germany. Ich war gespannt auf die Technik und guckte hin.

[Inhalt]
„Im Namen des Vaters“ erzählt die wahre Geschichte von Gerry Conlon (Daniel Day Lewis). Gerry schlägt sich im vom Bürgerkrieg gebeutelten Belfast der siebziger Jahre als Kleinkrimmineller durch, sein Hauptinteresse gilt Alkohol und wilden Partys – sehr zum Missfallen seines stillen, kränklichen Vaters Giuseppe (Pete Postlethwaite). Als Gerry Probleme mit der IRA bekommt, schickt ihn sein Vater nach England, wo er sich eines Tages dank seiner Eskapaden zur falschen Zeit am falschen Ort aufhält.

Obwohl er unschuldig ist, wird er von der Polizei dazu gezwungen, einen brutalen Bombenanschlag zu gestehen. Als einer der „Guildford-Vier“ wird Gerry – zusammen mit seinem ebenfalls unschuldig verurteilten Vater – zu lebenslanger Haft verurteilt. Gemeinsam mit einer engagierten Anwältin (Emma Thompson) ist Gerry entschlossen, seine Unschuld zu beweisen, den Namen seines Vaters reinzuwaschen und die Wahrheit hinter einem der schändlichsten Justizskandale der letzten Jahrzehnte zu enthüllen…
(Quelle: Universal Pictures Germany)

[Kommentar]
Als ich den Film vor über zehn Jahren zum erstem Mal sah, da war ich tief berührt, bewegt und zugleich fasziniert. Der Hauptdarsteller war mir dazumal noch kein Begriff, fortan schon. Denn mit Daniel Day-Lewis nennt man einen der ganz großen Charakterdarsteller. Jemand, der in der Lage ist einen selbstverbissenen, skrupellosen Öl-Magnaten zu spielen, sogleich jedoch auch einen von Selbstzweifeln zerfressenen Abraham Lincoln als US-Präsidenten. „Im Namen des Vaters“ bietet ein anderes Sujet und ein anderes Umfeld, handwerklich gelang der Film sehr gut. Die Begleitmusik unterstützt die Stimmung positiv.

Noch lange vor „There Will Be Blood“ oder „Lincoln“ erschien ein ebenfalls von beeindruckender Schauspiel-Präzision geprägtes Stück Kino mit Daniel Day-Lewis: die Rede ist von „Im Namen des Vaters“, ein Drama von 1993, welches vor dem Hintergrund des Nordirlandkonflikts spielt. Das Drama beschäftigt sich mit den mehr oder weniger familiären Angelegenheiten und der Auseinandersetzung mit dem Gesetz. Ein Justiz-Film mit sehr dichter Atmosphäre und einem exzellenten Spannungsgrad, wie ich auch heute noch find. Als Kinofreund sollte man diesen Film unbedingt gesehen haben.

[Technik]
Universal bringt uns einen High Definition Transfer in vollen 1080p-Bildern im Format 1.85:1. Alle Aufnahmen wirken tatsächlich etwas angestaubt, dann jedoch plötzlich wieder sehr kontrastreich, was auch bedingt durch die Vorgaben der Produzenten sein kann. „Im Namen des Vaters“ begibt sich zu keinem Moment auf das ganz hochwertige Gebiet der High Definition Möglichkeiten. Auf der anderen Seiten können wir mit dem Ergebnis wirklich zufrieden sein, denn so gut sah der Film wirklich lange nicht aus. Rauschen oder Verunreinigungen treten nicht auf, das Geschehen wirkt ausreichend plastisch und vermag auch rasante Kameraschwenks o.ä. gut zu verkraften. Zu keinem Zeitpunkt Oberklasse, jedoch ebenfalls niemals unterdurchschnittlich.

Wie oftmals bei diesen Produktionen der Fall, so auch hier: viele Soundtracks, also Sprachvarianten, und wenig verschiedene Formate. Dieses Vorgehen halte ich für grundsätzlich sinnvoll und klug, wenn man interessiert an den Sprachen ist. Mir ist es stets wichtig, dass die jeweilige Original-Version mit von der Partie ist. „Im Namen des Vaters“ bietet Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch in DTS 5.1 Surround Sound und Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1 an. Untertitel sind gleich in einem Dutzend unterschiedlichen Landesfassungen auf der Disc enthalten. Ruhig, oftmals durch die Musik an Dominanz gestärkt, musikalisch hingegen eher zurückhaltend. Qualitativ komplett in Ordnung.

[Fazit]
Das Menü hat keinen Text, ich frage mich, warum nach dem Einlegen der Disc wieder die Sprache gewählt werden muss. Denn lediglich Symbole lockern das trübe und sehr einfallslos gestaltete, rein auf die Funktionen ausgerichtete Menü mit einfachem Hintergrundbild etwas auf. So ist es keine großartige Überraschung, dass wir überhaupt keine Extras vorfinden. Sehr schade, da es sich doch um einen solch wertvollen Titel handelt. Die Laufzeit bemisst sich auf rund 133 Minuten, abgelegt auf einer einseitigen und zweischichtigen Blu-ray Disc, die mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren daherkommt. Hey, ein Extra gibt es doch: ein Wende-Cover. Wow. Erscheinungstermin war der 16. Mai 2013, der Titel liegt heute preislich bei 6,- Euro. Zugreifen, laute die Empfehlung.

Andre Schnack, 27.08.2014

Film/Inhalt:★★★★★☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆