In The Electric Mist – Mord in Louisiana

Crime/Drama/Mystery/Thriller
Crime/Drama/Mystery/Thriller

[Einleitung]
Thriller mit Tommy Lee Jones gefallen mir in der Regel gut bis sehr gut. Trifft dies auch auf „In The Electric Mist“von Regisseur Bertrand Tavernier. Die US-amerikanische-französische Produktion besticht mit einer verlockenden Besetzung und einer vermeintlich spannenden und interessanten Story. Es geht dabei um einen ermittelnden Polizisten, diese Story entstammt James Lee Burke, der den gleichnamigen Roman schrieb (Im Schatten der Mangroven). Am Drehbuch arbeiteten Jerzy Kromolowski und Mary Olson-Kromolowski nach dem vorgenannten Roman. Diese Film-Fassung auf DVD erscheint im Rahmen des Koch Media-Programms und wir konnten eine Reise ins südstaatliche Louisiana unternehmen.

[Inhalt]
Dave Robicheaux, Detective im Bundestaat Louisiana, jagt einen Serienkiller, der bereits mehrere junge Frauen auf dem Gewissen hat. Auf der Rückfahrt von einem grausamen Tatort trifft Robicheaux auf den Hollywood-Star Elrod Sykes, der sich zu Dreharbeiten in der Gegend aufhält. Er gesteht dem Detective, dass er in den Sümpfen eine Leiche gesehen hat – den teilweise verwesten Körper eines Schwarzen in Ketten. Die Entdeckung löst bei Robicheaux schmerzliche Erinnerungen an einen alten Fall aus. Gleichzeitig spürt er, dass die beiden Verbrechen in einem Zusammenhang stehen könnten…
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Wer gute Thriller mag, der wird sich auch mit dem Werk „In The Electric Mist“ beschäftigen, denn dazu gehört die 2009 abgedrehte US-Filmproduktion. Immer wieder merkt man dem Film etwas besonderes an, und zwar den Charme der hier filmerisch abgebildeten Süd-Staaten. Das macht ordentlich etwas her, wenn man sich denn darauf einlässt, ist eben auch nicht jedermanns Geschmack. „In the Electric Mist“ erinnerte mich an Titel wie „The General’s Daughter“, ohne dabei dessen militaristische Stimmung kopieren zu wollen. Eher steckt etwas von „The Pledge“ (Das Versprechen) in diesem Film, da auch hier die Hauptperson vor allem durch idealistische Züge geprägt ist und der Gerechtigkeitswille einen wichtigen Motor seines Handelns darstellt.

Die gesamte Machart ist recht konservativ und einfach gehalten. Zeitliche Blenden oder Rückschauen treten nicht auf und es wird linear und überschaubar eine Geschichte mit einigen Figuren auf eine spannende Art und Weise erzählt. Es ist nicht von Beginn an klar, woran Polizist Dave ist und wo das Übel verborgen liegt. Dave Robicheauxs getriebene Figur übernimmt die führende Rolle in der Erzählung und meldet sich zuweilen auch als Stimme aus dem Off, kommentiert seine Handlungen und gibt Gedanken kund. Weitere darstellerische Leistungen sind von John Goodman und weiteren zu erwarten und werden auch in adäquater Qualität geliefert.

[Technik]
Der Bild-Transfer erfolgt im 2.35:1-Format, anamorph codiert versteht sich. Erfreuen wir uns an den teils wirklich schönen Naturaufnahmen von Mangroven-Bäumen, sumpfiger Landschaft und nebeliger Luft, durchtränkt von feuchter und schwüler Schwere. Es sind jene Bilder, die uns zum einen den glaubhaften Eindruck der Südstaaten vermitteln und zum anderen auch eine mehr oder weniger gemütliche, teils schon arg schwüle Atmosphäre, was dem Film gut steht. Über den Kontrast und die Farbgebung möchte ich keine negativen Worte verlieren. Vornehmen muss ich mir allerdings die Konturenzeichnung, da sie nur zuweilen gute Ergebnisse erzielt und leider ab und an – trotz hoher Bildruhe – etwas an Qualität verliert. Kompressionsartefakte stellen sich nicht ein.

Erwartungsgemäß stellen sich die Tonspuren in den Sprachfassungen Deutsch und Englisch im Dolby Digital 5.1-Format vor. „In The Electric Mist“ bietet ein ausreichend abwechslungsreichen Mix aus verschiedenen Ton-Elementen, die gekonnt zusammen abgemischt wurden. So ergeben sich von Musik und Bildkraft geprägte Einstellungen ebenso, wie auch einige dynamische Momente und Abschnitte, in denen die Dialoge die wichtigste Rolle einnehmen. Letztgenannte sind immer klar und verständlich in der Aussteuerung und ertönen aus dem Center-Speaker. Die hinteren Kanäle sind eher ruhiger Natur und dienlich bei der Unterstützung durch einige Hintergrundgeräusche und wenige Surround-Effekte. Untertitel: Deutsch.

[Fazit]
Ich hatte mich auf den Film auf DVD gefreut, es gibt ihn auch in High Definition auf Blu-ray Disc im Handel erhältlich. Enttäuscht wurde ich von dieser Standard Definition-Fassung nicht. Wenngleich sich die Begeisterung über die technischen Werte der Disc in Grenzen hält, so beständig wirkt sie im Vergleich zum technischen Mittelfeld. Auf ihrer Laufzeit von rund 112 Minuten entführt „In The Electric Mist“ in eine kriminelle Landschaft mit gelungenen Darstellern und gutem Unterhaltungswert. Auf der einseitigen und zweischichtigen DVD (Typ 9) ist das FSK ab 16-Logo deutlich erkennbar. Die Sonderausstattung besteht aus Trailer und Kleinigkeiten. Erscheinungstermin ist der 28. Mai, der Preis liegt bei rund 13,- Euro.

Andre Schnack, 11.05.2010

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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