Jackie Chan: The Prisoner

Action/Crime/Drama
Action/Crime/Drama

[Einleitung]
Vor einigen Jahren war er noch sehr aktiv, nun erscheinen eher Film seines vergangenen Wirkens vor der Kamera auf den modernen Heimkino-Medien. Die Rede ist von Jackie Chan, einem fernöstlichen Actionfilm-Helden und Martial Arts-Ikone. 1990 gab es „Jackie Chan: The Prisoner“ in den Kinos. In den führenden Rollen neben dem Hong Kong Chinesen, der den Ehrenoscar für sein Lebenswerk erhielt, sind Sammo Hung, Jimmy Wang Yu, Andy Lau sowie Tony Leung zu sehen. Diese Special Edition des von Regisseur Chou Yen-Ping abgedrehten Titels erscheint aus dem Angebot von Koch Media als Blu-ray mit DVD.

[Inhalt]
Als ein mysteriöser Fall über die vertauschte Leiche eines Polizistenmörders hohe Wellen zu schlagen beginnt, lässt sich Huang Wei als Undercover-Agent in ein Gefängnis einschleusen. Hier gerät er bald in einen Sumpf aus brutaler Gewalt und Kriminalität, der auch vor der Gefängnisleitung nicht halt macht. Als er sogar gezwungen wird, einen korrupten Wärter zu töten, beginnt ein mörderisches Spiel, bei dem Wei ganz auf sich allein gestellt ist.
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Viele seiner Filme zieren meine mittlerweile Raum füllenden Regale voller DVDs und Blu-ray Discs. Darunter großartige Werke wie „Mission Adler“, „Mr. Nice Guy“ oder natürlich „Rumble in the Bronx“ und die „Police Story“-Werke. Chan ist eine Ikone. Bei ihm geraten alle anderen Film-Elemente, neben ihm, zur Nebensache. Wer fragt schon bei „Mr. Nice Guy“ nach einer tiefsinnigen Story? Hey, Mr. Chan ist die Story, er ist eine Attraktion. Denn selbst schwierigste Stunts und gefährliche Einlagen führt(e) er häufig selbst aus, brach sich dabei alles und brachte sich in Gefahr.

Das Ergebnis dieser Arbeiten ist beeindruckend. „The Prisoner“ gehört zu den Chan-Filmen der 90er Jahre, dass ist nunmehr 27 Jahre her. Schaut man heute einen Trailer zum Film, so erhält man den Eindruck, als würde sich permanent und durchgehend über die Laufzeit geprügelt werden. Das ist natürlich nicht so, allerdings genießen die Martial Arts Keilereien einen extrem hohen Stellenwert hier und werden nicht selten mit wunderbaren Einlagen kombiniert, die sich allesamt zu einer Top-Choreographie fügen.

So, und das ist das, was wir direkt im Filmrahmen sehen. Gibt es denn daneben auch noch mehr, so wie einen Inhalt, der emotionale Bewegungen verursacht? Nur bedingt, denn hier gestaltet sich das Hong Kong-Kino eben aus europäischer Sicht etwas speziell. Vielleicht hier und dort etwas albern, dann jedoch auch für unsere Verhältnisse etwas aufgesetzt dramatisch. Die dramatischen Elemente erfahren von einem europäischen Publikum weniger Gegenliebe, als das im fernöstlichen Teil der Fall sein wird.

[Technik]
High Definition ist hier ebenfalls Programm, was für eine asiatische Produktion aus 1990 mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen sein wird. Und so bin ich zufrieden mit dem Geschehen hier, was sich im Format 1.85:1 auf der Mattscheibe abspielt. Natürlich haben wir es hin und wieder mit etwas Rauschen zu tun, auch scheinen schattige Bereiche einige Bilddetails zu verschlucken, was dem Sehvergnügen keinen signifikanten Abbruch beschert, aber auch nicht sonderlich schön ist. Getestet habe ich das Bild der High Definition-Fassung in 1080p Abtastung. Der Eindruck einer gewissen Plastizität lässt sich nicht von der Hand weisen, doch könnten alle Aufnahmen etwas mehr Frische aufweisen.

Was treibt der Ton, wenn sich hier die asiatischen Kampfkünstler ordentlich auf die Knabberleiste kloppen? Wir können den Sound wahlweise in den Sprachfassungen Deutsch und Kantonesisch erleben, optional gibt es auch noch deutschsprachige Untertitel eingeblendet. „The Prisoner“ gehört aus heutiger Sicht bereits zu den alten Eisen und kann tonal auch nicht mehr so überzeugen, wie das dazumal wahrscheinlich noch der Fall war. Insgesamt sehr flach vom Sound her, auch wenig in die Breite getragen präsentiert man sich hier. Von räumlicher Wirkung kann man nur sehr begrenzt sprechen. Rauschen oder Knacken und andere Störungen sind zumindest nicht mit von der Partie. Format: LPCM.

[Fazit]
„Jackie Chan: The Prisoner“ erschien am 28. September 2017 im Handel. Für Jackie Chan-Fans ist das mit Sicherheit viel interessanter als für jene, die sich weniger mit den Größen des Asia-Kinos befassen. Für Cineasten hingegen sollte diese „Special Edition“ durchaus einen genaueren Blick wert sein. Denn neben der Blu-ray mit dem Hauptfilm (freigegeben ab 16 Jahren) enthält die Verpackung eine weitere Disc mit einer zusätzlichen DVD. Der Hauptfilm (HD) bietet 96 Minuten Laufzeit, zusätzlich frohlockt diese Veröffentlichung nicht nur mit Trailer, Interviews und weiteren Extras, sondern auch die in Deutschland bisher nicht erhältliche 119 Minuten lange Taiwan-Fassung von „The Prisoner“. Das ist sehr erfreulich. Alles in allem für mich ein Titel, der in keiner gut sortierten Sammlung fehlen sollte.

Andre Schnack, 11.10.2017

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★★☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆