KatzenAuge

Horror
Horror

[Einleitung]
Mit „Katzenauge“ (Originaltitel: Cat’s Eye) erscheint etwas, das wir heute kaum noch kennen: eine Art Film im Film Compilation. In diesem Fall sind es drei Geschichten, die sich hier mit teils bekannten Namen und einem gewissen Gruselfaktor an das Publikum wenden. Regisseur Lewis Teague arbeitete nach einem Drehbuch von Stephen King. In den führenden Rollen sehen wir Drew Barrymore, James Woods, Alan King, Kenneth McMillan, Robert Hays und weitere. Ich war gespannt auf diesen dreifachen Horror, der hier nun in Form einer High Definition Blu-ray Disc vorliegt. Veröffentlich von Koch Media.

[Inhalt]
Bevor eine Katze der jungen Amanda in ihrem verzweifelten Kampf gegen einen bösartigen Kobold zur Seite stehen darf, wird sie Zeugin zweier unglaublicher Geschichten: In „Quitters Inc.“ holt sich James Woods als leidenschaftlicher Raucher professionelle Hilfe beim Aufhören, hat aber nicht mit den resoluten Methoden der von ihm beauftragten Agentur gerechnet. In „Der Mauervorsprung“ büßt ein Tennislehrer seine Affäre mit der Frau eines Gangsterbosses auf besonders perfide Weise: Er muss einen Wolkenkratzer umrunden – auf der Außenseite und einem denkbar schmalen Mauervorsprung.
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Vielleicht mag einem das heute auch merkwürdig erscheinen, allerdings ist es tatsächlich so, das in diesem Film sozusagen eigentlich drei Geschichten enthalten sind. Jedoch nicht miteinander und ineinander verwoben, wie bei einem intelligent gesponnenen „Magnolia“, sondern eher wie bei einem „Four Rooms“, sequenziell abgehandelt, ohne einen direkten inhaltlichen Bezug? Keinen Bezug, doch, die Katze, die dem ganzen Spaß hier den Namen verleiht. Denn die vier Tatzen sind es, die den Lauf der Dinge hier miteinander verknüpft und von einer in die nächste Geschichte überleitet.

Koch Media selbst hat es so formuliert, wie man das meines Erachtens ebenfalls machen darf: „Für ‚Katzenauge'“ hat sich Regisseur Lewis Teague (‚Cujo‘) zwei der stärksten Stories aus Stephen Kings vielleicht bestem Kurzgeschichtenband ‚Nachtschicht‘ vorgeknöpft und sie mit absoluter Starbesetzung (Drew Barrymore, James Woods) zu einer schwarzhumorig- modernen ‚Twilight Zone‘ wieder zusammengefügt. Ein echter Leckerbissen für King-Fans, den Koch Films erstmals auch auf Blu-ray zur Veröffentlichung bringt.“ – natürlich möchte da jemand sein Produkt anpreisen, doch passt es tatsächlich auch.

Stephen King ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Ich finde viele Dinge, die auf seinen Geschichten beruhen oder direkt von ihm selbst adaptiert worden sind, gut, einiges jedoch auch offen gestanden weniger gut. „Friedhof der Kuscheltiere“ – was habe ich mich gefürchtet damals. Für die Furcht vor etwas, das man gar nicht zu Gesicht bekommt, ist wahrscheinlich „Der Weiße Hai“ noch repräsentativer. Wie dem auch sei, „Katzenauge“ hat diesen wirkungsvollen Eindruck auf die Zuschauer. Ich mochte es, dass auf engem Raum diese drei Geschichten abfolgten, wenngleich sie technisch auch nicht vom Hocker hauen.

(Ich erinnerte mich an die dritte Story als erstes, da sie mir wohl am besten gefiel. Ich mochte diese Situation mit dem kleinen Mädchen und dem Monster in der Wand. Und dann die Katze, fester Bestandteil des Films und Verbindungsglied zwischen den einzelnen Geschichten, erhält am Ende das Spotlight, und zurecht.)

[Technik]
Das ist schon ganz schön lange her, 1985. Und damals war die technische Obergrenze dessen, was vor uns im Kino oder im TV ablief, anders als sie es heute ist. „KatzenAuge“ ist hier in High Definition abgefasst, in 1080p-Aufnahmen mit einem Seitenverhältnis von 2.35:1. Damit entspricht diese Blu-ray Disc dem damaligen US-Original und erfreut sich einer recht frischen Gesamtausstrahlung. Natürlich ist es zu sehen, das Alter. Allerdings sind die gewissen zeitgenössischen Effekte nicht schlecht oder störend. Und nennenswerte Einschränkungen wie Störungen oder eine üble Kompression bleiben aus. Alles passt, kann aber eben nicht die Kackigkeit und Ruhe heutiger Bilder bieten.

Ich war schon durch den ebenfalls jüngst getesteten Titel „Der Werwolf von Tarker Mills“ entsprechend vorgewarnt. Da war ich nicht geschockt, als ich las, dass wir es ausschließlich mit PCM Ton mit 2.0 Kanälen zu tun bekommen, wahlweise in den Sprachen Deutsch oder Englisch. Ich kann den englischen Originalton empfehlen, da er etwas mehr Lebhaftigkeit besitzt, wenn man denn ein solch Dynamik forderndes Wort hier überhaupt verwenden mag. „KatzenAuge“ tappt auf Samtpfoten,… da ist nicht viel Ton zu hören.

[Fazit]
Der Horror-Titel aus dem Hause Koch Media bringt mir die Vergangenheit wieder auf die Mattscheibe, nur eben qualitativ in technischen Belangen um Welten verbessert. Es hat sich viel getan die vergangenen 20 Jahre, keine Frage. Da ist es schön, wenn man wieder einen solche Klassiker vor die Augen bekommt, der das Potenzial der Technik auszureizen versucht. Die rund 90 Minuten Spieldauer gehen rausch vorüber und sind nicht allein auf der BD. Extras sind in Form von Trailer, einer Bildergalerie und einem Audiokommentar mit dem Regisseur vorhanden. FSK liegt bei ab 16 Jahren, erhältlich ab dem 14. September zu rund 17,- Euro Kaufpreis.

Andre Schnack, 05.09.2017

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★★☆ 
Ton:★★★★★☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆