Kika

Drama
Drama

[Einleitung]
Von einem Sommerloch ist derzeit oft die Rede, wenn es um Neuerscheinungen auf dem DVD-Sektor geht. BMG Video brachte schon sehr viele qualitativ hochwertige und inhaltlich überzeugende Discs auf den Markt, und führt dies auch wenig eingeschränkt durch den Sommer weiter. „Kika“ von 1993 aus den Händen von Regisseur Pedro Almodóvar erscheint nun als eine der nächsten Veröffentlichungen von BMG Video. In den Hauptrollen von „Kika“ sind Verónica Forqué, Álex Casanovas, Peter Coyote und Victoria Abril zu sehen. Wir berichten…

[Inhalt]
Kika (Verónica Forqué) ist jung, verführerisch, naiv und durchaus katastrophenerprobt – zudem stets in Abenteuer verstrickt, manchmal unabsichtlich, doch selten unfreiwillig. Kika lebt mit dem Fotografen Ramón (Álex Casanovas) zusammen. Ramóns Spezialität sind Fotos von Damendessous. Kika liebt Ramón und Ramón liebt Kika, aber: Kika und Ramón sind inkompatibel und verstehen sich nicht. Zu dem Labyrinth der Leidenschafte, das sich um Kika herum aufbaut, gehört auch der amerikanische Schriftsteller Nicolas (Peter Coyote). Kika schläft ein bisschen mit Nicolas. Ramón hat keine Ahnung von diesem Verhältnis, ebenso wenig wie Kika etwas über Ramóns Beziehung zu der schrillen Moderatorin Andrea Caracortada (Victoria Abril) weiß und darüber, was Ramón mit deren Gesichtsnarbe zu tun hat…

[Kommentar]
„Kika“ ist kein schlechter Film, allerdings leider auch kein sonderlich guter Film. Pedro Almodóvars Regie- und Drehbuchwerk hat von vorherigen Werken abgekupfert und weist zahlreiche, leider schon etwas störende Klischees auf. Die einfache Geschichte um „wer mit wem, wie und wann – und wer hat’s gesehen“ mit einigen anderen Beigemischen vermag nur bedingt vor den Fernseher zu binden. „Kika“ ist ein unterhaltsamer Streifen im Drama-Stil mit viel schwarzem Humor und stellenweise wirklich lustigen Elementen. Jedoch bietet die Story an sich zu viele Ansätze zur negativen Kritik, da kommen die logischen Brücke und einige Löcher in der Storyline nicht gerade hilfreich. Darüber hinaus hingegen werden einige lustige Dialoge und Szenen gebracht, ausreichende, darstellerische Leistungen gezeigt und mit einem passenden Soundtrack geglänzt. Die Ausleuchtung ist bemerkenswert, alles im Film kann zweifelsohne als recht bunt bezeichnet werden, insbesondere die Sets. Mr. Almodóvar hat definitiv schon bessere Filme gemacht, dieser gehört leider zu den etwas schwächeren seiner Karriere.

[Technik]
Visuell kommt „Kika“ im anamorphen Breibildgewand daher. Aufgenommen wurde das Geschehen im 1.85:1-Ratio. Die Bildschärfe fällt leider nicht sonderlich hoch aus, was man auch an den teils etwas verschwommen wirkenden Konturen und dem leichten Großflächenrauschen ausmachen kann – schade. Zudem leistet sich der Kontrast einige zu steile Momente, s.d. die knackigen Farben etwas aus den Fugen geraten. Darüber hinaus gibt es einen Transfer, der zwar nicht durch Sauberkeit, dafür jedoch durch weitgehend natürliche, gut gesättigte Farben besticht.

Die DVD beinhaltet lediglich eine Sprachfassung: die deutsche Synchronisation des spanisch-französischen Films. Aufgenommen im diskreten Mehrkanalton Dolby Digital 5.1 erzeugt der Film ein ausreichend weites und im Klang tiefes, akustisches Feld. Die Sprachausgabe erklingt dabei stets qualitativ hochwertig aus dem Center-Speaker und weist kein Rauschen auf. Surroundeffekte gibt es praktisch nicht, der Ton passt sich der Thematik an und bietet für das Genre einen durchaus gelungenes Ergebnis. Etwas mehr Fülle und Volumen im Bass hätte dem Ton nicht geschadet. Untertitel sind in deutscher Sprache verfügbar.

[Fazit]
Mit diesem Film bringt BMG Video nicht gerade ein Glanzstück auf DVD heraus. Nicht nur der Inhalt weist einige Mängel auf, auch die technische Umsetzung auf das Medium DVD gelang in einigen Bereichen nur im ausreichenden Maße. „Kika“ findet auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) Platz und läuft rund 110 Minuten. Das Bonusmaterial besteht aus: eine rund 2minutenkurze Featurette aus Filmschnipseln und Interview Ausschnitten, ein 15minutenlanger Zusammenschnitt aus Behind-The-Scenes Aufnahmen, Interviews und On-The-Set Filmschnipsel, etwas über die Musik des Films, ein 8minutenlanges „Am Drehort“-Feature und einige Interviews mit Cast & Crew. Insgesamt füllt das Material weitere 42 Minuten der DVD. „Kika“ wurde ab 16 Jahren freigegeben und wird Fans typisch spanischer Filme mit Sicherheit gefallen, allen anderen empfehlen wir jedoch erst einmal eine Probe-Ansicht.

Andre Schnack, 09.07.2001

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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