König der Fischer

Drama/Fantasy
Drama/Fantasy

[Einführung]
Terry Gilliam war eines der Monty Python Mitglieder, somit ein Komiker mit Verstand und den typisch schwarzen Humor. Doch er sollte sich auch als erfolgreicher Regisseur entwickeln, wie die Filme „Brazil“ oder „12 Monkeys“ bewiesen. Zwischen den beiden erwähnten Werken liegt „König der Fischer“ (Originaltitel: The Fisher King) von 1991. Columbia TriStar Home Entertainment bringt uns den Film mit Robin Williams und Jeff Bridges in den Hauptrollen nun als Code2-DVD Fassung in den Handel. Fans des Films kommen nun endlich in den Genuss einer DVD des beliebten Streifens. Wir konnten uns die Disc genauer ansehen und berichten über Stärken und Schwächen.

[Inhalt]
Diesmal ist Radio-DJ Jack Lucas (Jeff Bridges) zu weit gegangen. Mit seinen stets zynischen Sprüchen hat er einen blutigen Amoklauf eines vermeintlich sehr ruhigen, introvertierten Mannes ausgelöst. 7 Menschen starben in einem edlen Restaurant am Kugelhagel seiner Schrotflinte. Nach Jacks Rauswurf aus dem Sender lebt er mit Anne Napolitano (Mercedes Ruehl) zusammen und betreibt einen Video-Store. Eines Abends begegnet er – drei Jahre nach seinem Fall – dem Penner Parry (Robin Williams). Dieser verlor durch die damalige Tragödie Frau und Verstand. Seitdem sucht er nach dem heiligen Gral. Mitten in Manhattan. Von Schuld getrieben, taucht Jack ein in Parrys Welt. Und ist hingerissen.

[Kommentar]
Terry Gilliams „König der Fischer“ kommt nicht nur der sehr typischen Machart des Regisseurs nach, sondern weiß auch inhaltlich zu begeistern. Wir bekommen eine Story über Werte und menschliche Eigenschaften zu Gesicht, die durch wundervoller Metaphern, Symbole und Bilder vermittelt, was man rasch merkt, sofern man etwas für anspruchsvolle Geschichte übrig hat und über Abstraktionsfähigkeiten und Fantasie verfügt. Dank fabelhafter Leistungen von Robin Williams und Jeff Bridges entsteht eine harmonische Chemie zwischen den Hauptfiguren und Mercedes Ruehl verdiente sich den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle. Ein gebrochener Mann, leidend durch selbst auferlegte Schuldgefühle und Selbstzweifel, auf der Suche nach Substanz und Absolution – Jeff Bridges leistet gute Arbeit. An seiner Seite ein brillantes Stückchen des Werdegangs des wundervollen Robin Williams als traumatisierter, desillusionierter und tragischer Obdachloser, dem das Leben zu viel abverlangte. Regisseur Terry Gilliam lässt es durch Jacks Verantwortungsgefühl und dessen Drang Parry zu helfen zu, dass gleichzeitig mehreren Figuren gut getan wird. Parry und seinem alten Leben, Jack und letztlich auch der gesamten Gesellschaft. Durch gute Kameraführung und prächtig aufgesetzte Sets lernen wir eine andere Welt kennen, inmitten unseres Alltags und der gewohnten Umgebung. Unterlegt wurde das Ganze von einem urig eigenen Soundtrack.

[Technik]
Der Bildtransfer wird im Format 1.85:1 vollzogen und vermag für sein Alter zu entzücken. Es ist eine Sache, dass die eingesetzten Farben vom Regisseur ein großes Spektrum abdecken, eine andere jedoch, wie sie der Transfer abbildet und wiedergibt. Letzteres gelang gut, aus einem angenehmen Kontrast entsteht eine gute Plastizität und Farbsättigung, was in einer ansehnlichen Harmonie endet. Leichte Verunreinigungen sind nicht wegzureden und der Grad an Schärfe könnte auch etwas höher ausfallen, dennoch befindet sich das Gesamtergebnis auf einem guten Level. Der Transfer verrichtet in Belangen der Kompression einen durchschnittlichen Dienst.

Tonal gibt es etwas im Format Dolby Surround in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Spanisch Stimmung zu vernehmen. Der ungarische Sound hingegen ertönt nur im monauralen Format. Insgesamt hält sich der getestete deutsche Ton hinsichtlich der Hintergrundgeräusche und der Räumlichkeit zurück. Die Musik erklingt recht dreidimensional und die Sprachen deutlich aus dem Center-Speaker. Allerdings ist das Spektrum der Dialoge und der Musik in Höhen und Tiefen nicht sehr ausgeprägt, so dass wir ein paar Kratzer vernehmen. Davon ab eine Darbietung, die keine anderen erwähnenswerten Faktoren bietet. Untertitel gibt es optional in gleich 23 Sprachfassungen.

[Fazit]
Columbia TriStar Home Entertainment bringt und mit dem „König der Fischer“ einen wundervollen Film auf DVD heraus. Die Code2-Disc, eine DVD des Typus 9 (einseitig, zweischichtig), wurde ab einem Alter von 16 Jahren freigegeben und mit einem sehr schlichten Menü ausgestattet. Leider beschränkt sich diese Schlichtheit auch auf den Ausstattungs-Teil des Silberlings, denn hier finden wir lediglich vier Trailer zu weiteren DVDs – nicht mehr. Der Preis liegt bei rund 20,- Euro und die DVD kann seit dem 11. November im Handel erworben werden. Waschechte Gilliam, Williams oder Bridges Fans kommen um diesen Titel nicht herum. Ein Film über den Reifeprozess eines guten Menschen und eines guten Charakters. Ein Film über die Geschichte und die Auswirkungen des Geldes, die Macht der Liebe und Freundschaft – mit etwas Komik und Tragik erzählt. Ein toller Film.

André Schnack, 19.11.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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