Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter

Action/Adventure/Comedy
Action/Adventure/Comedy

[Einleitung]
Jackie Chan gehörte eine ganze Zeit lang für mich zu den Größten des Kinos. Klar, ich war bedeutend jünger (er auch) und stand auf seine humorvolle, zart alberne und choreografisch ausgezeichnete Martial-Art- und Stunt-Orgie, die er in seinen Filmen abfeuerte. Mit „Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter“ (Originaltitel: Gong fu yu jia) ist von 2017 von Regisseur und Drehbuchautor Stanley Tong. Vor der Kamera standen Jackie Chan, Disha Patani, Amyra Dastur, Sonu Sood, Tsang Chi-wai und weitere. Ich war gespannt und sehr interessiert an der DVD von Koch Media.

[Inhalt]
Eine sagenumwobene Legende führt Chinas größten Archäologen Professor Chan zu seinem größten Abenteuer! Verfolgt vom einem skrupellosen Anführer einer Rebellengruppe bricht er nach Tibet auf, von wo ihm seine mit spektakulären Stunts gespickte Schatzsuche über Dubai bis nach Indien führt. Bevor er den Schatz von Magadha bekommt, muss sich Professor Chan mit atemberaubenden Kung Fu und Yoga vor seinen Widersachern schützen!
(Quelle: Koch Media)

[Kommentar]
Natürlich ist das so eine Sache mit der Zeit. Nichts verläuft so gut, rasch und kontinuierlich wie die Zeit. Auch vor Jackie Chan macht das natürlich keinen Halt. Somit muss sich der berühmte Asiate ein wenig auf andere Elemente in seinen Filmen konzentrieren als auf die rein akrobatischen und gefährlichen Situationen. Was also bleibt ist der Martial Arts- sowie Comedy-Anteil. Und das macht Mr. Chan auch alles sehr gut. Weniger gut empfinde ich die teilweise künstliche Erhöhung des Ablauftempos des Films, um mehr Tempo und Dynamik zu erzeugen.

Kommt nur gelegentlich vor und man gewöhnt sich auch schnell daran. Trotzdem empfinde ich dies als weniger gut gelösten Eingriff in den Film. Technisch gelang „Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter“ gut, die gebotene Action bereitet Kurzweiligkeit und ist wirklich gut anzuschauen. Der Comedy-Effekts ist ebenfalls in Ordnung und unwesentlich albern, was ja durchaus kulturell akzeptiert ist im asiatischen Kino. Die Geschichte hingegen ist dünn, kann aber durch ihren zarten Indiana Jones-Flair überzeugen.

[Technik]
Von Beginn an bemerken wir eine künstlerisch verfremdete Einfärbung des Geschehens. Anamorphes 16:9-Geschehen findet auf dem Wiedergabegerät im Format 2.35:1 statt. Der Kontrast ist sehr hoch, teils übersteuert und springt den Betrachter mit strahlenden Farbflächen förmlich an. Das erzeugt leider nicht nur eine gewisse Plastizität, sondern vor allem auch ein Geschehen, dass nicht sehr natürlich wirkt. Die Kantenschärfe und somit auch der Grad an Details hätten höher ausfallen können, wenn nicht gar müssen. Es bleibt ein eher durchschnittlicher Eindruck.

Soundtrack gibt es in Deutsch, Mandarin und Englisch mit wahlweise deutschsprachigen Untertiteln. Die eingesetzte Musik ist teils sehr zackig und unterstützt das Tempo der Erzählung. Außerdem gefielen mir nicht nur die teils schönen Blickfänge beim Bild, sondern auch die Effekte-Dichte des Surround-Sounds, der im Dolby Digital 5.1-Format zu überzeugen versteht. Viele bidirektional verlaufende Umgebungsgeräusche wirken positiv auf die räumliche Weite und die positive Wirkung des Tons.

[Fazit]
„Kung Fu Yoga – Der goldene Arm der Götter“ erinnerte mich an die Zeiten, in denen Jackie Chan noch ohne Bildverschnellerung vor der Kamera herumsprang und mich faszinierte. An Zeiten, in denen der Arm der Götter nicht golden, sondern stark war (Armour of God II – Der starke Arm der Götter). Das sind tolle Erinnerungen und ich schätze auch diesen Film hier sehr, obwohl eben die besten Zeiten einfach vorbei sind. 102 Minuten Laufzeit sorgen hier für kurzweilige Unterhaltung auf einer DVD des Typus 9.

Die Action-Komödie ist seit dem 28. September zu 13,- Euro mit FSK 12 im Handel erhältlich. Jackie Chan-Freunde: aufgepasst! Bonusmaterial gibt es ebenfalls auf der Kauf-Disc, dieses setzt sich zusammen aus den folgenden Features:

– Diverse Featurettes
– Making Of
– Bollywood Dance
– lustige Szenen am Set
– Trailer
– Bildergalerie

Die Extras sind gut, versprühen gute Laune und sind humorvoll. Schade, dass es die für Jackie Chan sehr typischen Outtakes am Ende des Films nach oder während der Credits (des Abspanns) hier nicht vorzufinden gibt. Doch darüber kann bedenkenlos hinweggesehen werden.

Andre Schnack, 12.10.2017

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆