Leanders letzte Reise

Drama/Romance/War
Drama/Romance/War

[Einleitung]
Regisseur Nick Bayer Monteys schuf 2017 das Drama „Leaders letzte Reise“ mit Jürgen Prochnow in der Hauptfigur. In weiteren Rollen sind ebenfalls zu sehen: Petra Schmidt-Schaller, Tambet Tuisk, Suzanne Borsody, Artjom Gilz und weitere. Christoph Berg führte Regie bei dieser deutschen Filmproduktion, die nach einem Drehbuch gedreht wurde, an dem neben Regisseur Bayer Monteys auch Alexandra Umminger arbeitete. Diese Standard Definition DVD Tobis Home Entertainment Programm erscheint im Vertrieb von universumfilm und ich machte mir ein genaueres Bild.

[Inhalt]
Adele jobbt als Kellnerin und liegt im steten Clinch mit ihrer Mutter Uli. Als ihr Großvater Eduard Leander im Frühling 2014 plötzlich ohne Begründung Richtung Ukraine aufbricht, soll Adele ihn in letzter Sekunde aufhalten. Doch der störrische Alte lässt sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Er hat sich in den Kopf gesetzt, seine verlorene Liebe wiederzufinden, die er als junger Wehrmachtsoffizier im Osten zurücklassen musste. So landet Adele wider Willen mit im Zug und muss die Reise gemeinsam mit Eduard in die von Kriegswirren geplagte Ukraine antreten. Eine abenteuerliche Reise quer durch alle Fronten beginnt…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Jürgen Prochnow ist für mich unveränderlich verbunden mit Wolfgang Petersens „Das Boot“ von 1981. Auch damals spielte er eine durchaus sehr ernste Rolle in einem der wohl besten Anti-Kriegsfilme überhaupt. In „Leanders letzte Reise“ spielt er ebenfalls eine ernste Figur, gezeichnet durchs Leben, den Erfahrungen und dem eigenen Schicksal. Und tatsächlich geht die Rechnung auf, alleine schon das Cover mit der Hauptfigur, also Jürgen Prochnow, ist großartig anzusehen, da es einfach herrlich passt und sein mit Furchen durchzogenes, vom Bart bewachsenes Gesicht steht dieser Figur einfach hervorragend.

„Leanders letzte Reise“ ist jedoch nicht gemacht worden, um sich an Jürgen Prochnow zur erfreuen. Sondern um über das Vehikel eines Roadmovies die Fragestellung aufzuwerfen: „Warum wir sind, wie wir sind.“ Ob und welche Antwort hierauf gefunden wird und ob das dann auch derart überzeugend ist, muss jeder für sich entscheiden. Doch manchmal ist es eben vielleicht auch einfach besser, wenn man nicht die klarsten Antworten erhält. „Leanders letzte Reise“ erzählt uns vom Leben, von einer Person und davon, was man aus seinem Leben macht und welche Werte man hat und Ziele sich setzt.

[Technik]
„Leanders letzte Reise“ ist Standard Definition DVD Technik. Der deutsch produzierte Film ist hochwertig in seinem Handwerk und überzeugt in allen Bereichen durch recht gute Werte. Im Bereich der Kantenschärfe und der Detailzeichnung hätte ich mir allerdings mehr vorgestellt, als der 2.40:1-Transfer schlussendlich in dieser Hinsicht zu leisten vermochte. „Leanders letzte Reise“ hat ein breites Spektrum an Landschafts- und Umgebungs- sowie Porträt-Aufnahmen zu bieten. Übers Mittel gibt es glaubhafte Ausleuchtung, gute Farben, eine gesunde und ausreichend plastische Wirkung insgesamt.

Deutschen Ton gibt es im Mehrkanalton-Format Dolby Digital 5.1. „Leanders letzte Reise“ trifft den seichteren Ton, schlägt hin und wieder Akzente durch Musik- und Bild-Kombinationen und umsorgt den Betrachter stets mit der passenden musikalischen Begleitung. Manchmal ist weniger eben mehr – auch dieses Motto schien man hier gewissermaßen, ob direkt oder indirekt, zu folgen. Das passt zu der Darstellung Prochnows und gibt der Atmosphäre einen authentisch wirkenden Charme. „Leanders letzte Reise“ schließt mit diesem Ton alles bisherige angenehm ab, ohne dass dabei Störungen auftreten.

[Fazit]
„Leanders letzte Reise“ ist ein toller Film, ein seicht erzähltes und nicht minder starkes, intensives Drama übers Leben. Ein nahezu perfekt spielender Jürgen Prochnow zieht nochmal alle Register und mithin einen Höhepunkt seiner Karriere. Die Laufzeit bemisst sich auf rund 103 Minuten für den Hauptfilm. Dann folgt noch zusätzliches Bonusmaterial in Form der folgenden Features, die noch einmal rund 38 Minuten füllen:

– Featurette
– B-Roll
– Interviews mit Cast & Crew
– Trailer
– Bildergalerie
– Wendecover

Die Extras sind insgesamt nicht sonderlich umfangreich, belegen aber mit knapp 40 Minuten dennoch eine relevante Länge und vor allem auch einen angenehmen Informationsgehalt. „Leanders letzte Reise“ findet auf dieser einseitigen DVD statt, die sich mit einer Altersfreigabe von ab 6 Jahren schmücken darf. Veröffentlichungstermin war der 30. März 2018 zu einem Preis von rund 13,- Euro für diese Disc. Wer Jürgen Prochnow at bis best erleben möchte, bitte sehr, hier.

Andre Schnack, 09.05.2018

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆