Leo und Claire

Drama/Romance
Drama/Romance

[Einführung]
EuroVideo veröffentlicht aus dem Code2-DVD Programm die deutsche Filmproduktion „Leo und Claire“ von 2001 von Regisseur Joseph Vilsmaier. In den Hauptrollen des Dramas um Kaufmann und Unternehmer Leo Katzenberger zur Zeit der Machtergreifung der Nazis sind Michael Degen, Franziska Petri, Suzanne von Borsody, Alexandra Maria Lara, Axel Milberg und Jochen Nickel. Das Drehbuch entstammt den Herren Reinhard Kloos, Klaus Richter und Jesoph Vilsmaier nach dem Roman „Der Jude und das Mädchen“ von Christiane Kohl. Wir untersuchten die Disc auf Stärken und Schwächen.

[Inhalt]
Die lückenlos dokumentierte Geschichte einer Freundschaft zwischen der jungen, attraktiven Fotografin Irene Scheffler (Franziska Petri) und dem jüdischen Kaufmann Leo Katzenberger (Michael Degen). Hitlers willige Vollstrecker und sogar ehemalige Freunde im Häuserblock sorgen mit beharrlicher Denunziation dafür, dass er nach zahlreichen Schikanen und heimtückischen Intrigen hingerichtet wird und sie ins Zuchthaus kommt. Auch nach dem Krieg findet sie vor deutschen Gerichten keine Gerechtigkeit. Eine tragische Geschichte von Mut und Freundschaft, aber auch von Feigheit und Schuld.

[Kommentar]
„Leo und Claire“ – eine viel versprechendes Sujet im geschichtlichen Umfeld deutscher Historie. Basierend auf einer wahren Begebenheit kann „Leo und Claire“ als Neuverfilmung des oscar-prämierten Hollywood-Dramas „Das Urteil von Nürnberg“ angesehen werden. Er spielt zur braunen Zeit in Deutschland, in der es auch wohlhabenden und bis dato hoch angesehenen und respektierten, jüdischen Geschäftsmännern sehr schnell sehr schlecht erging. Ohne große Übertreibungen wird das systematische Denunzieren des Unternehmers und der Untergang seiner Existenz in Nazi-Deutschland abgebildet und durch die recht gelungenen Sets, die guten Kostüme und die überzeugenden Darstellerinnen und Darsteller atmosphärisch vermittelt. Die Filmmusik tut ihr übriges, um Stimmung zu erschaffen. Solide Unterhaltung ohne große Action und Geschwindigkeit.

[Technik]
EuroVideo bringt uns einen Bildtransfer, der insgesamt überzeugend in seiner Leistung daher kommt und in vielen Belangen hohe Qualität aufweist. Anamorph aufgenommen bemisst er sich auf ein Seiten-Verhältnis von 1.77:1 – also 16:9 Geräte ausfüllend. Die Farbgebung kann als authentisch bezeichnet werden, nicht sonderlich knackig oder farbenprächtig. In zahlreichen Szenen kann vor allem bei Bewegungen ein leichtes Rauschen entdeckt werden. Die Kompression bleibt überwiegend nicht erkennbar.

Soundtechnisch kann die Erscheinung nicht unbedingt einem Vergleich mit großen Hollywood-Produktionen standhalten. Auf der DVD ist der deutsche Originalton im Dolby Digital 5.1-Format anzutreffen, optionale Untertitel wurden der Disc leider überhaupt nicht gegönnt. Von der Wiedergabequalität her vermag der Sound zu gefallen, surroundtechnisch hingegen eher ein sachter Ton, der sich auf die vorderen Lautsprecher spezialisiert hat. Nur selten erklingen Effekte, die sich räumlich vom Rest positiv abheben.

[Fazit]
„Leo und Claire“ aus dem Hause EuroVideo hat seine guten und nicht so guten Seiten. Inhaltlich betrachtet findet man eine gelungene deutsche Filmproduktion vor, bei der Technik jedoch nicht ganz den hohen Ansprüchen der Zeit gerecht werden, und das Volumen der Ausstattung ist wirklich ernüchternd. Neben dem rund 99minutenlangen Hauptfilm befinden sich nämlich nur ein rund 7minutenlanges B-Roll, 12 Minuten Interviews, Trailer und Cast & Crew-Informationen auf der Scheibe. Die einseitige Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) wurde mit einer FSK ab 12 Jahren freigegeben. Der Erscheinungstermin war der 20. Februar. Die Disc schlägt mit einem Straßenpreis von rund 20,- Euro zu buche. Wer gelungene Filmkost aus deutschen Landen mag, der sollte sich auch „Leo und Claire“ genauer ansehen.

André Schnack, 26.03.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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