Lucky # Slevin

Crime/Drama/Thriller
Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
„Lucky # Slevin“ soll knallharte Action bieten. Und das mit einer großen Portion Hollywood, welche in Form eines schicken Designs des Films und eines grandiosen Ensembles überliefert wird. Unter der Regie von Paul McGuigan entstand 2006 „Lucky # Slevin“ (gesprochen „Lucky Number Slevin“) nach einem Drehbuch von Jason Smilovic. In den Hauptrollen des Gangster-Thrillers sind Josh Hartnett, Morgan Freeman, Ben Kingsley, Lucy Liu, Stanley Tucci und Bruce Willis zu sehen. Die deutsche DVD erscheint aus dem Programm der Highlight Video und wir konnten uns ein genaueres Bild der Disc machen.

[Inhalt]
Job, Frau und Wohnung verloren – es ist wirklich nicht Slevins (Josh Hartnett) Tag! Aber als er dann auch noch von zwei brutalen Geldeintreibern mit seinem hoch verschuldeten Freund verwechselt wird, brechen für Slevin wirklich harte Zeiten an. Denn um seine angeblichen Schulden erlassen zu bekommen, soll Slevin den Sohn eines der größten Gangsterbosse New Yorks (Morgan Freeman) eliminieren. Ohne eine Chance seine wahre Identität zu beweisen muss Slevin sich auf den mörderischen Deal einlassen. Doch ihm bleibt nicht viel Zeit, denn auch der knallharte Cop Brikowski (Stanley Tucci) und der skrupellose Killer Goodcat (Bruce Willis) haben Slevin bereits im Visier.
(Quelle: Highlight Video)

[Kommentar]
Die Story hat etwas Einfaches im Kern zu bieten, wie ein guter Comic. Und doch geht es dann bei der genaueren Betrachtung um sehr viel mehr. Facetten tun sich auf und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Nicht zu schnell, doch auch keinesfalls langsam. Für Langeweile hat der Titel keine Zeit. Binnen der ersten 40 Minuten sind alle Figuren vorgestellt und kennen einander, und das Spiel kann beginnen. Es bereitet Spaß die Story von „Lucky # Slevin“ zu verfolgen. Die Mixtur aus waschechtem Gangster-Gemache mit Brutalität und Kälte in Kombination mit zahlreichen lustigen Dialogen und Situationen umsorgt den Betrachter mit Frische und Abwechslung. Letztlich hält der Drehbuchautor dann noch einige große Überraschungen für den Zuschauer bereit, welche gelungen inszeniert wurden.

„Lucky # Slevin“ bietet von Beginn an eine intelligente und gewitzte Erzählweise, was in einem sehr eigenen Stil und Charme mündet. Neben dem Gangster-Sujet haben wir es auch noch mit einer Spur Romanze zu tun, was durchaus gefällt. Optisch und akustisch kann sich der Titel auch wirklich sehen lassen, das Produktions-Design befindet sich auf einem professionellen und sehr hohen Niveau. Neben kleineren inhaltlichen Mängeln gibt es eigentlich nur sehr wenig, was am Film nicht stimmt. Warum diskutiert „Der Boss“ – hervorragend gespielt durch Morgan Freeman – so lange mit Slevin herum und macht nicht kurzen Prozess, wie seine Handlanger? Die Antwort ist einfach: weil es cool ist und dem Film Stimmung verleiht, die Charaktere zeichnet und den Betrachter unterhält.

Solche Momente finden wir in dem Titel zu Haufe. Macht aber nichts, denn es gibt gegen Ende hin ein ganzes Paket an Überraschungen. Und diese Ladung sitzt ausgesprochen wirkungsvoll. Dies und die schauspielerischen Leistungen, allen voran von Josh Hartnett, Morgan Freeman, Bruce Willis und Sir Ben Kingley, gefallen jedem, der einen nicht allzu zimperlichen Filmgeschmack hegt. Lucy Liu verblasst leider in diesem Werk ein wenig und bleibt weit unter ihrem Potenzial. Jeder mag seine Meinung zum Film haben, fest stehen hingegen seine Stärken in den Bereichen optische Gestaltung, Coolness und Facettenreichtum in der Erzählweise in der Geschichte.

[Technik]
„Lucky # Slevin“ erscheint mittels eines 2.35:1-Breitbild-Transfers und wurde im anamorphen Codierungs-Verfahren aufgenommen. Der 16:9-Transfer hat seine Stärken, weiß allerdings leider auch mit negativen Qualitäten aufzuwarten. Bereits die ersten Minuten bestimmt der Eindruck einer recht unscharfen Kantenschärfe das Antlitz des Transfers. Das Bild leistet sich dort einige Mängel. So rutscht die Kantenschärfe stets bei Bewegungen und Kameraschwenks, und davon gibt es ununterbrochen welche, in einen unterdurchschnittlichen Bereich. Das ist sehr schade. Der ausgewogene Kontrast und die Plastizität des Transfers holen viel wieder raus und mit dem weiteren Verlauf des Titels schwenkt die Konturenzeichnung wieder in gesunde Bereiche. Seitens der Farbgebung und der Kompression gibt es keine Negativkritik zu vermelden.

In diesem Film ist praktisch von allem etwas enthalten, was die Konzentration auf einen Schwerpunkt im Ton schwierig gestaltet. Wir finden gleich einige Soundtracks vor. Dabei sind deutscher und englischer Dolby Digital 5.1-Sound und eine deutschsprachige DTS 5.1-Tonspur. Untertitel gibt es ausschließlich in deutscher Sprache wahlweise eingeblendet. „Lucky # Slevin“ bietet ruhige Momente, Aufnahmen unter Dialog- und Musikeinfluss und einige Szenen, in denen die blauen Bohnen und ihr dynamisches Umfeld die Akustik bestimmen. In allen Kategorien können wir ganz gute Qualität attestieren, wobei der Fokus auf einen Bereich ganz einfach fehlt. Und so gibt es zwar einen gelungenen Bass-Einsatz und ein paar Momente voller Dynamik. Insgesamt jedoch orientiert sich der Sound am Durchschnitt. Zur Wiedergabequalität gibt es einen „Daumen hoch“, hier rauscht nichts.

[Fazit]
„Lucky # Slevin“ weckte bereits nach dem ersten Blick auf die Verpackung mein uneingeschränktes Interesse. So las sich die Inhaltsangabe und fühlte mich erinnert an große Werke wie „Pulp Fiction“. Was wir hier erhalten ist eine Mixtur aus Gangster-Film mit vielen Überraschungen und den Charme eines „Bube, Dame König, grAs“ oder eines „Snatch.“. Auf einer Laufzeit von rund 109 Minuten erhält der Betrachter somit einen insgesamt echt gelungenen Film mit viel Abwechslung und Stimmung. Die einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) von Highlight Video bringt zudem noch folgendes Bonusmaterial huckepack mit:

– Audiokommentar mit dem Regisseur
– Audiokommentar mit Darstellern
– Making Of (15 Min.)
– 2 deleted Scenes
– Alternatives Ende
– Interviews
– Darstellerinfos (Texttafeln)
– Trailer zu „Das Parfum“

Sämtliche Extras gefallen. Insbesondere das zwar knappe Making Of versteht mit Informationen aufzuwarten und die beiden Audiokommentare. Während beim ersten Kommentar ausschließlich der Regisseur Paul McGuigan zu Wort kommt, bieten sich im zweiten Kommentar gleich drei Beteiligte verbal die Stirn (Josh Hartnett, Lucy Liu, Jason Smilovic). „Lucky # Slevin“ erhielt die FSK Einstufung „ab 16 Jahren“ und erschien am 25. Januar zu einem Preis von rund 17,- Euro. Wer Fans von intelligent gedrehten Filmen oder aber von Beteiligten ist, der kann bedenkenlos zugreifen.

Andre Schnack, 12.02.2007

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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