MacGyver – Die komplette Collection

Action/Adventure/Crime/Serie
Action/Adventure/Crime/Serie

[Einleitung]
1985 (da war ich 7 Jahre jung): in Deutschland begann 1984 die Ära des Privatfernsehens mit nur wenigen Sendern und einer Menge Inhalten, vorrangig aus den USA. Darunter auch fantastische TV-Serien wie eben „MacGyver“ mit Hauptdarsteller Richard Dean Anderson, der vielen wohl auch aus den „Stargate SG-1“ Episoden bekannt sein dürfte. „MacGyver“ lief über 7 Staffeln von 1985 bis 1992 und erfreute sich großer Beliebtheit und einer schnell wachsenden Fan-Gemeinde. Universal Studios / Paramount brachten Mitte 2015 eine gigantische Box auf den Markt, welche alle der 139 Episoden in einem Set anbietet – natürlich auf Standard Definition DVD-Medien.

[Inhalt]
Richard Dean Anderson spielt Angus MacGyver, ein ehemaliges Mitglied einer Spezialeinheit des Militärs, der Dank seiner guten Ideen und Einfälle ohne Waffengewalt seine Aufträge für eine Stiftung vollbringt. Dabei lernt MacGyver eine Menge neuer Leute kennen, die ihm mitunter in den über 130 Episoden durchaus mal wieder über den Weg laufen können.

[Kommentar]
Was zeichnet diese TV-Serie so aus, dass Sie sogar heute noch Menschen begeistert und prima unterhält? Verschiedene Faktoren zählen dazu, darunter auch der sehr sympathische und charismatische Hauptdarsteller Richard Dean Anderson. Aber auch die Figur bietet tolle, gar einzigartige Elemente. Man weiß nicht so genau, was MacGyver in seiner Vergangenheit gemacht hat, was einen gewissen Reiz ausmacht, da immer wieder ein paar Informationen ans Licht kommen und die Zuschauer bei der Stange hält.

Ferner ist es die Art und Weise, wie die Figur ihre Herausforderungen löst. Ein enormer Einfallsreichtum und ein nahezu grenzenlos erscheinendes Wissen ermöglichen MacGyver auch in den aussichtslosesten Situationen einen Ausweg zu finden und ganz nebensächlich auch noch seine Aufträge abzuschließen. Dabei bedient er sich niemals harter Waffengewalt, sondern seines Intellekts. So baut er Fallen, sorgt für Ablenkung und bastelt ständig irgendetwas, was ihm hilft und seinen Widersachern schadet.

MacGyver tut Gutes, rettet Mensch und Tier und sorgt dafür, dass unsere Welt einen Tick besser wird. Eine weitere Besonderheit ist, dass MacGyver zum Zuschauer als eine Art Kommentator spricht und das Geschehen gewissermaßen (zeitweise) innerhalb einer Episode kommentiert. Die TV-Serie erfreute sich einer großen Beliebtheit und prägte den Namen MacGyver als Synonym für Leute, die – polarisierend ausgedrückt – aus Bleistiften, Büroklammern, einem Taschentuch und einigen Schrauben einen Atomreaktor basteln können. Löst man also eine kniffelige Situation und wird von seinem Umfeld dafür als MacGyver bezeichnet, so ist dies ein Lob.

[Technik]
„MacGyver“ besitzt – die gesamte Anzahl an Episoden hinweg – einen Full-Frame-Bildtransfer, also ein Vollbild (1.33:1). Das war 1984 völlig üblich, denn 16:9-Fernseher waren dazumal noch nicht erhältlich, Breitbilder gab es lediglich in den Lichtspielhäusern. Schauen wir uns „MacGyver“ technisch genauer an und bewerten den Durchschnitt über die Jahre der Episoden, so ist das Ergebnis nicht sonderlich gut. Oftmals wirkt das Geschehen etwas verwaschen, klare und saubere Konturen sind die Seltenheit und hier und dort gibt es stehende Rauschmuster, Unschärfe bei Bewegungen und leichte Schlieren bei Bewegungsabläufen. Die Kompression ist soweit in Ordnung.

Im Hintergrund von MacGyver läuft praktisch durchweg instrumentelle Musik, die das Geschehen gekonnt unterstreicht und immer wieder an Volumen gewinnt, wenn die Situation es anbietet und gerade nicht gesprochen wird. Ob nun die Dialoge oder aber MacGyvers Monologe in Richtung Publikum: qualitativ kommt das Angebot nicht über den Durchschnitt hinaus. Alles wirkt an die Lautsprecherfront gebunden und sehr „lokal“; von räumlicher Weite oder einem gewissen tonalen Spektrum kann hier leider nicht gesprochen werden. Gibt es die ersten Staffeln noch ausschließlich in Deutsch und Englisch Mono-Ton, so sind die späteren Staffeln im englischen Original in Stereo abgefasst. Untertitel, ebenfalls Deutsch und Englisch.

[Fazit]
Besonders einprägsam ist auch der Music-Score von MacGyver, den praktisch jeder (wahrscheinlich vorrangig männliche) Zuschauer auch heute noch direkt mitsummen kann. Festzuhalten ist, dass das gesamte Produktions-Design professionell wirkt, jedoch aus heutiger Sicht natürlich die technische Umsetzung auf DVD einen angestaubten Eindruck hinterlässt. Vor allem das Bild ist nicht unbedingt das, was man heute noch erwartet, wenn man eine DVD schaut. Wie dem auch sei, mit dem sinkenden Alter steigt ein wenig die Qualität der rund 6.325 Minuten Laufzeit (was rund 105,5 Stunden entspricht).

Der Umfang ist somit inhaltlich betrachtet sehr beachtlich, denn es sind immerhin 139 Episoden inklusive des Piloten von 1984 auf den 38 DVDs vorzufinden. Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren und die beiden Kunststoff-Boxen in dem ansehnlich gestalteten Papp-Schuber machen sich ganz gut. Für Freunde der guten alten 80er Jahre TV-Serien ist dies mit Sicherheit ein Schmankerl, selbst wenn die technischen Aspekte aus heutiger Sicht nicht sonderlich überzeugend sind. Ein Preis von rund 65,- bis 70,- Euro fällt für den Erwerb an.

Andre Schnack, 25.01.2019

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆