Malcolm X

Biography/Drama
Biography/Drama

[Einleitung]
Ein geschichtliches und relevantes Werk über eine wichtige und umstrittene Persönlichkeit, deren strebsames Leben jäh durch ein Attentat beendet wurde. Doch die Ideen und die Attitüde dieser Person hallen bis heute nach. Emotional extrem gefasst erzählt Spike Lee von Malcolm X. In den führenden Rollen des Films mit dem gleichnamigen Titel sehen wir Oscar-Preisträger Denzel Washington, Angela Bassett, Albert Hall, Al Jr. Freeman, Delroy Lindo und weitere. Das Buch ‚The Autobiography of Malcolm X‘ von Alex Haley, stellt die Drehbuch-Vorlage.

[Inhalt]
Schon als Kind muss Malcolm Little erfahren, dass seine Hautfarbe eine größere Rolle spielt als seine überdurchschnittliche Intelligenz. Nach einem Job als Eisenbahnkellner hält er sich mit Gelegenheitsdiebstählen über Wasser, wobei er geschnappt wird. Zehn Jahre Knast lautet das Urteil, hauptsächlich aber aufgrund seiner Beziehung zu einer Weißen. Im Gefängnis lernt er den Muslim Baines kennen, der ihn mit dem Gedankengut der Nation of Islam vertraut macht. Eine grundlegende Umorientierung beginnt…
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Wenn Filme sich um reale Personen und Gegebenheiten drehen, dann ist oftmals der Stoff nicht sonderlich leicht, sondern eher schwer. Die Bürde und Verantwortung des Vermächtnisses der Person, die hier die Hauptrolle und das Zentrum der Geschichte darstellt, wirkt sich mitunter nicht gut auf die Unterhaltung aus. Auf der anderen Seite stehen diesem Phänomen und Gefühl auch positive Merkmale gegenüber. Immerhin haben wir es hier mit einer Geschichte zu tun, die vor einem wahren Hintergrund entstand.

1992 ist nun keine allzu moderne Vergangenheit in der Film-Branche. Das Geschäft ist schnelllebig und die Welt dreht sich unermüdlich weiter. So muss ich mich selbst ein wenig daran erinnern, dass wir es hier mit Spike Lee’s Verfilmung dieses kontrovers diskutierten Mannes zu tun bekommen. Das bedeutet, die Machart, der künstlerisch ausgerichtete Anspruch und die Darbietungen der Darsteller in den hin und wieder eher unverkannt speziellen Szenen, zeichnen dieses Werk aus. Mir gefiel das mitunter nicht so richtig gut, wenngleich mir die hohe Schauspielkunst der beteiligten Mimen imponierte.

Am Ende ist es wie mit so vielem und dem Geschmack: je nach Couleur. Die einen mögen keine Filme von Oliver Stone. Ich hingegen finde die alle nahezu ausnahmslos super. Objektiviert ist jedoch auf der anderen Seite „An jedem verdammten Sonntag“ mit Sicherheit in meiner persönlichen Gunst viel höher, als er es objektivierbar ist. „Malcolm X“ sollte jedoch schon alleine deswegen gesehen werden, da es der Mann mehr oder minder gesagt verdient. Und im Anschluss daran sollte man auch die Arbeit Lee’s würdigen.

[Technik]
Beim eingesetzten Bild handelt es sich um einen High Definition 1080p-Transfer im Format 1.78:1. Das 16:9-Geschehen weist von Beginn an einen wirklich guten Eindruck auf. Die Farben sind klar, gesättigt und von natürlicher Wirkung auf den Betrachter. Sie sind gesunden Kontrastes und erfreuen sich einer hochwertigen Abbildung, auch in plakativen Bereichen. Fehler konnte ich nicht ausmachen und mir gefielen auch die Kantenschärfe und der Detailgrad, der es mit jeder aktuellen Veröffentlichung jüngerer Filme beinahe aufnehmen kann. Die Kompression ist furchtbar ordentlich und gibt keinerlei Anlass zur Kritik.

Widmen wir uns dem Tonformat, welches wahlweise in deutschsprachiger DTS-HD Master Audio 5.1 oder Dolby Digital 2.0-Formatierung erfreut. Den englischen Originalton hingegen bekommen wir in Form von DTS-HD Master Audio 5.1 an die Ohren. Auch Untertitel sind vorhanden, und war in deutschen Lettern für Hörgeschädigte (ausblendbar). Der Ton ist sauber, die Sprache sehr klar, die musikalischen Beigaben gefielen mir ganz gut, das sie sich ferner für eine gewisse Weite und Räumlichkeit einsetzen. Alles in alle war ich ebenfalls damit sehr einverstanden, dass der Ton fehlerfrei erklingt.

[Fazit]
Es ist von vielen ein doch als speziell deklarierter Film-Style, den Spike Lee an den Tag legt. Nicht ganz so extrem wie zum Beispiel Jim Jarmusch oder noch intensiver gar David Lynch. Das könnte den Eindruck beeinflussen. Ich empfand den Flair als intensiv und es war interessant auf die rund 202 Minuten, die auch durchaus ihre Längen mit sich brachten. Die Altersfreigabe von „Malcolm X“ liebt bei ab 12 Jahren gemäß FSK. Veröffentlich wurde der High Definition Blu-ray Disc Titel am 23. Februar zu einem Preis von rund 10,- Euro. Weitere 52 Minuten werden durch die Extras dargeboten, die sich aus folgendem zusammensetzen:

– Audiokommentar von Spike Lee
– Making-of
– Entfallene Szenen
– Original-Kinotrailer

Andre Schnack, 27.03.2017

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆