Mister Sister – Eine Drag Queen in der Liga

Comedy
Comedy

[Einleitung]
„Juwanna Mann“ – so lautet der Originaltitel der 2002 von Regisseur Jesse Vaughan abgedrehten Comedy, die hierzulande unter dem Namen „Mister Sister – Eine Drag Queen in der Liga“ vertrieben wird. Es handelt sich hierbei um eine Verwechslungs-Comedy mit Screwball-Einflüssen, die in den Hauptrollen mit Miguel A. Núñez Jr., Vivica A. Fox, Kevin Pollak, Tommy Davidson, Kim Wayans und Jenifer Lewis besetzt wurde. Die DVD Version des Titels erscheint aus dem Programm der universumfilm und wir konnten uns von den Qualitäten der Disc überzeugen.

[Inhalt]
Schnelle Autos, heiße Frauen, Champagner und Kaviar: das ist die Welt des überragenden Basketball-Profis Jamal Jeffries (Miguel A. Núñez Jr.). Er ist der Bad Boy der Profiliga, der nicht viel von Spielregeln und Fair Play hält. So legt Jamal eines Tages während eines wichtigen Spiels vor Millionen von Zuschauern einen grandiosen Strip hin. Die Rechnung kommt prompt – er fliegt aus der Profiliga. Doch ein Leben ohne Ruhm und Reichtum kommt für ihn nicht in Frage. So sieht Jamal seine einzige Chance in der Frauenliga und verwandelt sich mittels BH und Make-Up in die Topspielerin Juwanna. Sein Problem scheint erfolgreich gelöst. Doch als Jamal sich in die Teamchefin Michelle verliebt, wird seine neue Weiblichkeit auf eine harte Probe gestellt…
(Quelle: universumfilm)

[Kommentar]
Filme wie diesen gibt es zahlreiche. Doch in welchem Genre ist das anders? Es sei an dieser Stelle nicht nur die Geschichte, sondern auch die von den Filmemachern genutzten Elemente und Instrumente gemeint. Denn bei „Mister Sister“ wird bereits nach wenigen Minuten klar, wie der Hase läuft, um was es geht und wie die Storyline ausgehen wird. All das spricht nicht unbedingt dafür, dass die Story von Drehbuchautor Bradley Allenstein Innovations-Preise gewinnt. Doch eine Chance hat der Titel schließlich noch: er kann mit dem „wie“ überzeugen.

Ziemlich ungefährliche Comedy wird hier auf eine sehr leichte Art und Weise vermittelt. Genauer betrachtet setzt sich die Film-Offerte aus folgenden Komponenten zusammen. Einen Gegenspieler, gut und böse gibt es praktisch nicht. Es geht um den inneren Kampf des Jamal, den er gegen sein gnadenlos riesiges Ego führt. Dann sind da noch die Mädels der Basketball-Mannschaft, denen er permanent die Hucke voll lügt und sich so immer weiter in einer Sache verstrickt, aus der er nicht ungeschadet herauskommen wird. Und es geht um die Ehrlichkeit, Freundschaft und den Basketball-Sport an sich. Eigentlich ein ganz angenehmer, leichter Inhalt, den die Filmemacher ausreichend attraktiv und interessant umsetzten und mit netten Bildern und guter Musik ausstatteten.

[Technik]
Das Bildformat der Comedy beläuft sich auf ein Format im 1.78:1-Verhältnis. Durch die anamorphe Abtastung wird ein 16:9-Fernseher flächenfüllend angesprochen. Diese Ansteuerung gelang gut, teilweise sogar sehr gut. Von Verunreinigungen, Ausfällen, Störungen oder Kompressionsartefakten keine Spur. Der Transfer kann durch und durch als sauber und klar bezeichnet werden. Unterstützend wirken hier der gute Kontrast und die satten Farben. Somit erhält das visuelle Geschehen eine gute Note Plastizität, natürliche Ausstrahlung und authentische Wirkung. Eine hohe Kantenschärfe lässt zahlreiche Bilddetails zur Geltung kommen. Rauschen gibt es nur im geringen Maße.

Im tonalen Bereich melden wir zwei Dolby Digital 5.1-Soundtracks, einen deutschen und einen englischsprachigen. Da es sich bei „Mister Sister“ um eine Comedy handelt, gibt es eher verhaltene Mehrkanalton-Darbietungen, die sich auf zahlreiche Hintergrundgeräusche, die musikalische Begleitung der Handlung und die Sprachausgabe konzentrieren. Die Surround-Effekte treten nur selten auf den Plan und weitgehend herrscht Ruhe auf den hinteren Kanälen vor. Dynamik-Umfang und Basswiedergabe gehören nicht zu den weit gefächerten Naturen, halten jedoch einen guten Stand. Untertitel gibt es optional in den beiden erwähnten Sprachen.

[Fazit]
Eine solide Komödie mit solider Technik aus dem großen Programm der universumfilm. Die kurzweilige Comedy bemisst sich auf eine Laufzeit von rund 88 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Einfach gehalten und simpel in der Navigation können über das Menü der Disc folgende Bonusmaterialien erreicht und ausgewählt werden:

* Audiokommentar mit Regisseur Jesse Vaughan
* Original-Kinotrailer
* Gekürzte und erweiterte Szenen (12 Minuten Aufnahmen nicht so guter Qualität, die nicht in den Film mit aufgenommen wurden)
* Die Kinopremiere + Presse Event (3 Minuten Interview-Ausschnitte bei der Premiere, 2 weitere Minuten vom Presse Event)
* Hinter den Kulissen (22 Minuten an Aufnahmen über die Dreharbeiten mit Interview-Ausschnitten und Blickfängen hinter die Kamera)
* Musik Video „Whats Luv?“ von Fat Joe feat. Ashanti
* Trailershow (besteht aus insgesamt 9 Trailern)

Boah, angesichts des sehr geringen Bekanntheitsgrads des Films in Deutschland kann die Ausstattung des Titels wirklich als positive Überraschung tituliert werden. Umfang und Inhalt bieten Informationsgehalt, wenngleich auch etwas Eigen-Promotion und Lobeshymnen. Es muss also nicht immer eine Big-Budget-Produktion sein, wenn es um gute Extras geht.

Natürlich befinden sich die schauspielerischen Leistungen nicht gerade auf dem Zenit Hollywoods, dennoch kann dieser Film und seine DVD als gute Unterhaltung für einen Freitag-Abend durchgehen. Es handelt sich um leichte Kost, die wirklich Spaß bereitet. Die Altersfreigabe liegt bei ab 6 Jahren und der Straßenpreis der Disc orientiert sich um die 15,- Euro. Ab dem 25. Oktober kann die DVD im Handel erworben werden. Wer etwas mit Basketball am Hut hat oder die Darsteller mag, sollte auf jeden Fall zugreifen, allen anderen empfiehlt sich ein Ausleihen.

Andre Schnack, 25.10.2004

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: