Molotow – Der Mann hinter Stalin

Dokumentation
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[Einleitung]
Hinter einigen historischen Staatsmannen von vorderster Front, standen meist vergleichbar mächtige Männer in deren Schatten. So auch beim ehemaligen Diktator der Sowjetunion: Josef Stalin. Als großer Erfüllungsgehilfe und Weggefährte stellt sich der russische Politiker und Regierungschef der dreißiger Jahre heraus: Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow. Doch wer war er eigentlich? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigt sich diese polyband Dokumentation mit dem Titel „Molotow – Der Mann hinter Stalin“ auf Standard Definition DVD. Wir konnten uns ein genaueres Bild der jüngst produzierten Dokumentation machen.

[Inhalt]
Wer ist das, Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow? Die Welt kennt seinen Namen durch den Molotow-Cocktail: Brandsatz, Symbol von Vernichtung, Terror und willfähriger Zerstörungslust. Ein Mensch, dessen Name mit unheilvoller Sprengkraft verbunden bleibt. Was ist das für ein Leben, das so in die Geschichte eingeht?

Molotow:
– sein Leben führte mitten hinein ins Jahrhundert der Extreme.
– ein Oktoberrevolutionär der ersten Stunde.
– er war Stalins höchster Diplomat im grausamsten aller Kriege.

Regisseur Ullrich Kasten ist mit diesem Dokumentarfilm eine gleichnishafte Studie über Aufstieg und Fall eines Prototyps gelungen.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
In der Tat ist es so, dass wir es hier mit einem Portrait eines Politikers und gleichermaßen Massenmörders zu tun bekommen. Dies alleine ist nun wenig überraschend. Doch was schon erwähnenswert und durchaus als positives Ergebnis der Sachsendung zu werten ist: der Zuschauer fragt sich nach und bereits während der Ansicht einige themenbezogene Fragen. Ich beschäftigte mich mit dem Gedanken, der infrage stellt, ob Menschen wie Molotow sich beim Unterschreiben massenhafter Todesurteile auch darüber sorgte, wie er in die Geschichte damit eingehen würde, wenn die Schreckensherrschaft beendet ist? Wohl kaum, denn dann sollte doch der Rationalismus und Menschenverstand einsetzen, doch setzt er ein?

Die Dokumentation ist nicht nur inhaltlich interessant und erklärt an der Figur Molotows beispielhaft das Wesen des Menschen, wie es bei einigen Charakteren zum Ausdruck kommt, sondern vermag auch von der Machart her zu überzeugen. Sie ist eher klassischen Stils, weist sich häufig durch Archivaufnahmen und historische Blickfänge aller Art und minderer Qualität auszudrücken und erzählt ausreichend spannend eine Episode unserer politischen Geschichte der Moderne. „Molotow“ bleibt dabei ausreichend sachlich und ergreift keine Partei oder stellt Anschuldigungen dar. Stattdessen wird ausreichend gut unterhalten.

[Technik]
Offenbart sich hier nicht gerade eine visuelle Erfüllung, so herrscht auch beim technischen Abbild der Sendung eine gewisse und erkennbare Konstante. Allerdings ist diese mitnichten nur positiv. Denn insbesondere die zahlreichen Aufnahmen alter Tage rütteln am Bild-Gewand und seiner Grundfeste. Apropos, die Struktur bietet einen anamorphen Transfer im 16:9-Format 1.78:1 und rettet sich mit durchschnittlichen Werten über die Laufzeit. Kontrast gibt es genug, vor allem immer dann, wenn die Schwarz-Weiß-Aufnahmen einsetzen und dafür Sorge tragen, dass wir uns daran erinnern, dass die Bilder vor allem „alt“ sind. Setzen Interviewausschnitte oder Aufnahmen jüngeren Ursprungs ein, so zieht sich die Qualität an den eigenen Haaren aus dem Sumpf und erstrahlt. Kompression: sauber.

Wenn hier jemand tönt, dann ausschließlich in der deutschen Sprachfassung und dann im Dolby Digital 2.0-Gewand. Der Sound widmet sich allen voran einem Element der Produktion, der Sprachausgabe. Entweder jener des Sprechers aus dem Hintergrund, oder aber einer Stimme eines Interviewten, gegebenenfalls sogar Zeitzeugens. Davon ab erklingen nur selten Umgebungsgeräusche aus den Lautsprechern oder aber wir nehmen großartige musikalische Schwünge wahr. Alles in allem solider Ton, störungsfrei im Klang und davon ab unspektakulär und den Anforderungen entsprechend.

[Fazit]
Kommen wir zum Ende dieses Reviews. „Molotow – Der Mann hinter Stalin“ befindet sich in einem Amaray-Case. Es handelt sich um eine rund 90minutenlange Dokumentation, die sich auf einem einseitigen und zweischichtigen Datenträger befindet. Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren, was ohnehin angemessen erscheint, da der Inhalt sich an ein eher reiferes Publikum richtet, dass sich auch für geschichtliche Hintergründe interessiert. polyband veröffentlichte diese Standard Definition DVD am 24. Juni zu einem Preis von rund 13,- Euro. Die Laufzeit wird ergänzt von rund 20 Minuten Extras, die das Angebot im Rahmen der arte Edition angenehm abrunden.

Andre Schnack, 07.07.2011

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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