Nichts zu verzollen

Comedy
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[Einleitung]
Schöne Filme müssen nicht aus dem Computer kommen oder aber Unmengen an Effekten oder namhafte Darsteller aufweisen. Diese Lehre bestätigen zahlreiche Beispiele. Ob sich nun auch die französische Filmproduktion „Nichts zu verzollen“ (Originaltitel: Rien à declarer) zur Riege dieser Filme hinzuzählen darf, konnten wir uns genauer ansehen und berichten aus erster Hand. In den führenden Rollen sehen wir hier Benoît Poelvoorde, Dany Boon und Karin Viard. Die Komödie erschien 2011 im Kino und sucht nun bereits ihren Weg ins Heimkino, hier auf Standard Definition DVD aus dem Angebot von Prokino. Regie führe Dany Boon, der bereits Erfolg feierte mit dem Titel „Willkommen bei den Sch‘tis“.

[Inhalt]
Das französisch-belgische Grenzörtchen Courquain blickt schweren Zeiten entgegen seit in Europa so kriminelle Beschlüsse wie das Schengener Abkommen in Kraft treten: die Abschaffung der stationären Grenzkontrollen. Das jedenfalls findet der belgische Grenzer Ruben. Sein Gegenspieler, der Franzose Mathias Ducatel steht nur wenige Meter entfernt. Mehr als jede Drogenschmuggelganovenbande fürchtet Ruben nämlich die Invasion der Franzosen. Seine schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als er zum mobilen französisch-belgischen Patrouillendienst antreten soll, und das ausgerechnet mit Mathias. Zu allem Überfluss ist dieser auch noch heimlich mit seiner hübschen Schwester liiert…
(Quelle: Prokino)

[Kommentar]
Die Sets, erst aus der späten 80er und dann aus den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, gefallen alle auf ganzer Linie. Viele authentische Kostüme und Masken schmücken die Bilder und bieten einen zeitgenössischen Eindruck, der sich derart konservierend auswirkt, das einem vorgenanntes kaum aktiv und bewusst auffällt. „Nichts zu verzollen“ bietet eine im Kern einfache Geschichte über gesellschaftliche Werte und menschliche Haltungen, wie auch Rassismus oder andere Ausprägungen. „Nichts zu verzollen“ nimmt das Leben mit Leichtigkeit und Humor und bietet zahlreiche Antworten, die man sich gefallen lassen kann. Die darstellerischen Leistungen sind gut, der Verlauf der Story in Ordnung was Spannung und Unterhaltungsgrad betrifft. Einige gelungene Einzeiler tun ihren Teil dazu bei, dass gute Unterhaltung bleibt:

„… Frau Anus!“
„… Janus!“
„Ja, Frau Janus!“

oder auch die gute Einstellung eines Zollbeamten zum geplanten Streik:
„… streikst du mit?“
„Ja, klar, ich mach das hier noch fertig und dann streik‘ ich!“

[Technik]
„Nichts zu verzollen“ hat kaum Kost im Gepäck, die sich großartiger Nennung verdient. Das Bildformat beläuft sich auf das moderne Seitenverhältnis 2.35:1 und ist anamorph codiert auf dem Datenträger abgelegt. Von Beginn an überzeugt der Kontrast mit einer intensiven Farbgebung, plastischer Zeichnung und ausreichender bis guter Laufruhe. Die satten und gelungenen Farbflächen hinterlassen ein gleichermaßen positives Bild, wie auch das positive Verhalten bei der Wiedergabe von Bewegungsabläufen. Hier gibt es ebenfalls keinen Anlass zur Kritik, der sich negativ auf die Wertung auswirkt. Auch kann die Kompression als zuverlässig und fehlerfrei bezeichnet werden.

Die Sprache erfolgt wahlweise in den Fassungen Deutsch oder Französisch. Untertitel sind ebenfalls in den beiden vorgenannten Sprachen optional hinzu zu schalten. Das erfreut einen Französisch-Fan vor allem dann, wenn man den oftmals feinen Humor auch exakt nachvollziehen möchte, doch schon erheblich. Ansonsten gibt es wenig zum Ton zu berichten, er ist sauber im Klang. Es gibt keine nennenswerten Ausflüchte oder Ausrutscher, weder Rauschen noch Knacken. Großartiges Potenzial ist allerdings auch hier gar nicht vorhanden. Etwas Musik dudelt daher, die Stimmen streiten voran und hier und dort etwas aus der Umgebung – das war es dann auch schon.

[Fazit]
Widmen wir uns den Schlussworten zu „Nichts zu verzollen“ auf Standard Definition DVD. Mit einer Laufzeit von rund 103 Minuten auf einer einseitigen und zweischichtigen Single-Layer-Disc (DVD Typ 9) befindet sich die Disc im obligatorischen Umfang. Neben dem Hauptfilm befindet sich auf noch Bonusmaterial auf dem Datenträger, welches sich zusammensetzt aus folgenden Features:

– persönliches Intro von Dany Boon
– Einsatz vor Ort (nur Blu-ray Fassung)
– Entfallene und erweiterte Szenen
– Gag Reel (nur Blu-ray Fassung)
– Hinter den Kulissen: Ausstattung und Szenenbilder
– Zollkontrolle in München (nur Blu-ray Fassung)

Die uns vorliegende Fassung brachte keine Extras zu Tage, so dass wir uns in diesem Review ausschließlich dem Hauptteil der Disc widmeten: dem Hauptfilm. Jener befindet sich mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren auf dem Silberling und richtet sich an ein weltoffenes Publikum, das sich gerne mit Humor beschäftigt. „Nichts zu verzollen“ erscheint am 1. Dezember im Handel zu einem Preis von rund 13,- Euro.

Andre Schnack, 28.11.2011

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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