Nid De Geêpes (The Nest)

Action/Crime
Action/Crime

[Einführung]
Als französische Produktion erschien 2002 in den Kinos der Action-Film „Nid de guêpes“ (engl. Titel: The Nest) von Regisseur Florent Emilio Siri. Dieser schrieb auch zusammen mit Jean-Francois Tarnowski das Drehbuch zum Streifen. In den Hauptrollen der Geschichte sind Samy Naceri, Benoît Magimel, Nadia Farès, Pascal Greggory, Sami Bouajila, Anisia Uzeyman, Richard Sammel, Martial Odone, Martin Amic, Valerio Mastandrea und Alexandre Hamidi zu sehen. Die Code2-DVD aus dem Programm von Pathé kam uns zwischen die Finger und wir prüften die Scheibe auf Herz und Nieren.

[Inhalt]
Nasser (Samy Naceri) und seine Kumpanen planen einen Raub. Ziel: eine Lagerhalle am Hafen soll um einige Container-Ladungen erleichtert werden. Mit ordentlicher Feuerkraft im Gepäck geht es los. Zeitgleich bringt eine Spezialeinheit einen Staatsgefangenen, den Vergewaltiger, Mörder und Albaner-Mafia Chef Abedin Nexhep (Alexandre Hamidi) per Transport an einen sicheren Ort – so zumindest der Plan. Doch die kriminellen und bestens organisierten Anhänger Abedins haben anderes vor. Sie wollen ihr Oberhaupt mit blanker Gewalt und allen Mitteln befreien. So kommt es zu einem blutigen Zwischenfall, und nur knapp kann sich der Rest der Polizeitruppe mit dem Gefangenen in ein Lagerhaus am Hafen retten. Hier treffen sie auf Nassers Leute und das gefangen genommene Personal. Abedins Mannen lassen nicht locker und belagern die Lagerhalle…

[Kommentar]
Mit diesem Film wird einmal gekonnt die These widerlegt, dass bisher dagewesenes nicht erneut verfilmt werden kann. Es kommt eben auf das „wie“ an. Und hier legten sich die jungen Filmemacher ins Zeug. Die Story an sich gibt sich einfach und recht flach, die Charaktere wirken weitgehend ausreichend tief, sofern es der temporeiche Fortlauf der Action eben erlaubt. Teilweise geht es wirklich mächtig zur Sache und viele blaue Bohnen teilen die Luft in rasante Aufnahmen und schnell geschnittene Abläufe. Stylisch inszeniert, mit einfachen Dialogen ausgestattet und viel Feuerkraft gespickt wandert „Nid de guêpes“ den eigenen Weg. Viele Elemente, Einstellungen und auch die gesamte Thematik hinterlassen nicht gerade einen neuen Geschmack, eher einen Beigeschmack des Kopierens. Doch diesem leichten Plagiat-Beigeschmack bieten Originalität im Stil und Schnitt und Frische in der Action und der Spannung gekonnt Paroli.

[Technik]
Was die technischen Belange angeht, so kann hier durchweg von einem soliden Ergebnis gesprochen werden. Das Bild-Format beträgt 2.35:1 und befindet sich in Form eines anamorphen PAL Breitbildtransfers auf dem Datenträger. Dieser wirkt hochwertig, da ihm eine ausgewogene Ausleuchtung, ein angenehmer und natürlicher Farbumfang und Plastizität begleitet. Der Detailreichtum ist hoch, wird jedoch manchmal durch etwas fehlende Schärfe und ein leichtes Rauschen etwas vermindert.

Tontechnisch kann man sich nicht beschweren. Die beiden französischsprachigen Sound-Tracks, abgemischt in DTS- und Dolby Digital 5.1-Verfahren, überzeugen. Sie leben von der plastischen und dynamischen Darstellung der Gefechte mit Projektilwaffen und von den saftigen Explosionen von Granaten und dem Geräusch von ausströmendem Gas. Lebhaft und ausgesprochen räumlich wird eine dichte Atmosphäre erschaffen. Englische Untertitel gibt es einzuschalten.

[Fazit]
„Nid de guêpes“ – es gibt diesen Film in zwei Fassungen auf dem französischen Markt: eine „nur Film“ Edition und dieses 2 DVD-Set. Verpackt in einem normalen Amaray-Case wurde noch eine Papphülle drumherum spendiert. Der 103minutenlange Streifen befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Diese bietet neben dem Hauptfilm noch einen Audiokommentar mit dem Regisseur, Trailer und Filmografien. Die zweite Scheibe wartet noch zusätzlich mit folgenden Specials auf: eine rund 53minutenlange Making Of-Feature, ca. 6 Minuten geschnittene Szenen, eine weitere 40minutenlange Featurette über die einzelnen Darsteller, ein 15minutenlanges, interaktives Storyboard, über 235 Fotos in Form einer Galerie und eine Dokumentation über die Entstehung des Films, welche noch einmal mit rund 92 Minuten zu Buche schlägt. In jeder Hinsicht eine lohnenswerte DVD. Wer John Carpenter’s „Assault On Precinct 13″ (dt. Das Ende) schätzte, wird auch „Nid de guêpes“ mehr als nur mögen.

André Schnack, 25.04.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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