Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis

Crime/Thriller
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[Einleitung]
Mit „Nightcrawler“ beäugt Regisseur und Drehbuchautor Dan Gilroy mit einem spannend erzählten Schulterblick das Thema des Sensations-Journalismus, bzw. jenes derer, die uns die schlimmen Bilder in den Nachrichten aus den Metropolen dieser Welt bringen. „Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“ (Originaltitel: Nightcrawler) bietet in der führenden Rolle Jake Gyllenhaal, an seiner Seite sehen wir Rene Russo, Riz Ahmed, Bill Paxton sowie Ann Cusack. Diese Standard Definition DVD-Version des Films erscheint aus dem Angebot von Concorde Home Entertainment und ich konnte mir ein genaueres Bild über den Inhalt, die Technik und die Ausstattung des Films.

[Inhalt]
Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) lebt zurückgezogen in Los Angeles und hält sich mehr schlecht als recht mit kleinen Diebstählen über Wasser. Nach erfolglosem Bemühen um einen anständigen Job beginnt er als freier Kameramann für einen TV-Nachrichtensender zu arbeiten. Sein Spezialgebiet: lokale Verbrechen und Unfälle. Dabei muss er nicht nur möglichst als erster am Tatort sein, sondern auch näher und schonungsloser als alle anderen das Geschehen mit der Kamera dokumentieren, um seine Bilder zum besten Preis zu verkaufen.

Der äußerst ehrgeizige Lou lernt schnell und findet zusehends Gefallen an dem skrupellosen Geschäft der „Nightcrawler“, bei dem jedes gefilmte Verbrechen bares Geld bedeutet und Opfer Mittel zum Zweck werden. Die Nachrichtenchefin Nina (Rene Russo) ist begeistert von dem Einsatz des neuen Freelancers. Doch sie ahnt nicht, wie weit Lou – in seinem Drang nach Anerkennung – bereit ist, zu gehen.
(Quelle: Concorde Home Entertainment)

[Kommentar]
Von der Wirkung her erinnerte mich dieser Film an „Bringing out the Dead“ mit Nicolas Cage. Der Hauptdarsteller ist mir seit dem hervorragenden „Donnie Darko“ ein fester Begriff und ich schätze seine Leistungen auch in seinen jüngeren Werken. Ich war also gespannt auf diesen Film, der mir wieder einmal zeigen sollte, dass große Städte und noch größere Menschenansammlungen tief in die Seele der Menschheit blicken lassen. Meines Erachtens kein schöner Anblick. Künstliche Ausleuchtung, viele Szenen in der schattigen Nacht und hektische Kamerabewegungen, all das sind Stilmittel von „Nightcrawler“ und sie sind handwerklich betrachtet gut umgesetzt.

Inhaltlich erfüllt Jake Gyllenhaal die Anforderungen seiner Figur und überzeugt mit einer rundum gelungenen Darbietung als ambitionierter Nightcrawler. Doch hält sein Charakter dem stand, was er jede Nacht vor die Augen bekommt? Doch die Leute wollen das sehen, und einer wird liefern. Das ist ein wenig die eher aussichtslose und desillusionierte Sicht, die man bei der Ansicht nachvollziehen kann. Die typischen Thriller-Elemente sorgen für eine ordentliche Spannung und durch die handfeste, teils mit Action beladene Inszenierung gefällt und schafft eine dichte und spürbare Atmosphäre. „Nightcrawler“ ist mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack. Sehenswert.

[Technik]
Widmen wir uns der Technik. Nicht selten ist es so, dass wir als Zuschauer des Films das Gefühl vermittelt bekommen (sollen), als wären wir der führende Handelnde mit der Kamera in der Hand, live am Ort des Geschehens, direkt auf der Straße inmitten des Dramatischen. Formatiert ist das Geschehen mit einem Seitenverhältnis von 2.40:1, anamorph codiert versteht sich. Das Gezeigte begibt sich auf eine beschwerliche Reise, da diese praktisch durch die Nacht führt und die Ausleuchtung faktisch gesehen nicht sonderlich gelang. Als Stilmittel gesetzt kann man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein, darf sich jedoch nicht über schattige Bereiche und tiefes Schwarz irritieren lassen. Rauschen tritt kaum auf, das Bild ist ruhig und ausreichend sauber.

„Nightcrawler“ ertönt mittels deutschsprachigen Dolby Digital 5.1 oder aber DTS 5.1-Surround Sound. Wahlweise kann ebenfalls die englische Originalsprache genossen werden, diese ausschließlich im Format Dolby Digital 5.1. Für mich zähle ich den Titel ins Genre des Thrillers. Und so gebührt dem Surround-Sound in einigen Belangen natürlich auch eine gewisse Relevanz. Diesen daraus resultierenden Anforderungen vermag der Ton gerecht zu werden, allerdings gelingt ihm dies nicht mit Bravour, sondern eher als solide und gute Arbeit. Rauschen oder Verunreinigungen oder aber Fehlerbildungen treten nicht auf und es entsteht ein ausreichend dynamisches und räumliches Umfeld.

[Fazit]
Am Ende des Films mag nicht jeder zufrieden sein, aber gut unterhalten. Zumindest wäre das eine Anforderung, der ein guter Film nachkommen sollte. Die Laufzeit von rund 113 Minuten verrinnt ausreichend rasch, da der Titel sein Publikum ausreichend vor dem Wiedergabegerät bindet. „Nightcrawler“ bietet neben sich selbst auch noch etwas Bonusmaterial an. Dieses besteht aus einem kurzen Making Of, dem deutschen und englischen Trailer sowie einem Wendecover. Das ist mal nicht viel, immerhin besser als gar nichts, wobei gar nichts hier auch nicht viel an der Benotung geändert hätte. Die Altersfreigabe liegt bei ab 16 Jahren und der Erscheinungstermin war der 26. März 2015 zu einem Preis von unter 15,- Euro.

Andre Schnack, 07.05.2015

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆