Nomad – The Warrior

Drama/History/War
Drama/History/War

[Einleitung]
Aus dem DVD-Angebot der e-m-s new media erscheint „Nomad – The Warrior“ (Originaltitel: Nomad) von 2005. Der Titel hatte noch vor dem Kinogang einige Schwierigkeiten zu meistern, so wurde inmitten der Produktion das verantwortliche Regisseur-Team getauscht. Fertiggestellt unter Sergei Bodrov und Ivan Passer erleben wir vor den kargen und doch schönen kasachischen Panoramen ein Action-Drama über ein zeitgenössisches Kapitel Kasachstans. In den Hauptrollen sind Marc Dacascos und Jason Scott Lee zu sehen. Für die Produktion zeichnete Milos Forman verantwortlich. Wir konnten uns diese e-m-s new media DVD genauer anschauen und berichten.

[Inhalt]
Kasachstan im 18. Jahrhundert. Das Land wird bevölkert von vereinzelten kleinen Nomadenstämmen. Immer wieder kommt es zu Angriffen feindlicher Horden, die in das Land einfallen. Die einzige Hoffnung ruht auf einer Prophezeiung. Laut dieser soll ein Krieger geboren werden, der alle Stämme vereint und das Land von seinen Feinden befreien soll.
(Quelle: e-m-s new media)

[Kommentar]
Wer sich fragt, was hinter dem Titel „Nomad“ für ein Film steckt, dem sei vor der Ansicht angeraten sich auf eine Art Western in Kasachstan einzustellen. Kasachstan, lange bevor es Borat gab, in einer Zeit, in der Nomadenstämme die Bevölkerung ausmachten. „Nomad“ spielt in dieser Zeit und versteht es durchaus auf seine recht eigene Art und Weise die Schwierigkeiten der Menschen um 1710 in diesem Lande darzustellen. Dabei greift „Nomad“ keinesfalls auf untypische Mittel zurück, sondern bedient sich der bewährten Mittel, plus einige wirklich wunderbare Landschaftsaufnahmen. Der Film besticht ohnehin durch seine Optik, denn Panoramen, Sets wie nachgestellte Dörfer und Schlachtfelder und die Kostüme und Masken gefallen allesamt auf ganzer Linie.

Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen. Getragen durch die brauchbaren darstellerischen Leistungen und einer ausreichenden Spannung vergeht sie ohne Durstrecken und besinnt sich auf einen einfachen Kern. Die Figurenzeichnung gelang dazu ausreichend und alle in relevanten Rollen eingesetzten Darsteller leisten einen guten Job. Ob es gerade heftig zur Sache geht und die Recken sich in Handgemengen und Schwertkampftechniken messen, oder aber ruhige Momente unter weisen Sprüchen durchleben – das Ergebnis stimmt positiv. Am Ende kommt dann jedoch ein leichter Dämpfer. Denn „Nomad“ glimmt im Abgang ein wenig zu stark ab und verliert an Stärke. Wäre das nicht passiert, so wäre ein noch besserer Film draus geworden.

[Technik]
Wenngleich die inhaltlichen Entwicklungen 1710 spielen, so haben wir es mit einer sehr modernen technischen Umsetzung zu tun. „Nomad“ erscheint im breiten und anamorphen 2.35:1-Format, welches vor den hier gezeigten Landschaftsaufnahmen ab und an richtig an Weite und Charme gewinnt. Der Kontrast der überwiegend braunen und eher schmuddeligen, trockenen Farbtöne gelang gut und ebenso die Farbsättigung, wenngleich man es mit einem eingeschränkten Spektrum zu tun hat. Die Kantenschärfe geht in Ordnung und auch entstehen ausreichend Bilddetails für ein plastisches Geschehen. Hin und wieder nimmt ein sehr leichtes Rauschen Formen an, es bleibt dann jedoch meist bei einer gewissen Softness des Bildes. Kompressionsartefakte oder andere Störungen treten nicht auf.

„Nomad“ kommt im Tonformat Dolby Digital 5.1 in den Sprachen Deutsch, Englisch, Kasachisch. Untertitel können optional in deutscher Sprache hinzu geschaltet werden. Die getestete deutsche Synchronfassung gefällt durch ihre Vielseitigkeit, was die Abbildung von ruhigen und musikalischen Szenen und denen von klirrenden Schwertern bei Auseinandersetzungen auf den Schlachtfeldern angeht. Richtig großes Kino bleibt aus, doch kann sich der ausreichend dynamische und räumliche Ton positiv vom Durchschnitt abheben, wenngleich auch nur sehr knappt. Fehler jedweder Art bleiben aus.

[Fazit]
e-m-s new media gelang mit dieser DVD zu „Nomad – The Warrior“ eine technisch gute Disc. Zudem befindet sich auf ihr ein überraschend guter Inhalt auf der Laufzeit von rund 107 Minuten. Eine Geschichte, die ehrlich wirkt, gut umgesetzt wurde und zu unterhalten versteht. Auch wenn hier und dort immer wieder etwas Klischee durchscheint. Abgelegt befindet sich der ab 16 Jahren freigegebene Inhalt auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Nach dem Einlegen derselben erscheint das verdammt übersichtliche Menü. Es offeriert das notwendigste: die Einstellungen, eine Kapitelauswahl, die Start-Option und sechs Trailer. Eine magere Darbietung. „Nomad“ kann im Verleih gefunden werden, die Verkaufsfassung erscheint am 5. Juni. Wer auf Dacascos steht oder nur gut unterhalten werden will, der liegt hier richtig.

Andre Schnack, 24.04.2008

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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