Nur 48 Stunden

Action/Comedy/Thriller
Action/Comedy/Thriller

[Einführung]
Paramount hat viele ganz hervorragende Filme in ihrem juristischen Besitz und im Katalog. Ab und an koppelt das Haus immer wieder auch mal einen weiteren Klassiker ins DVD-Programm. So geschah es bereits vor längerer Zeit auch mit dem Walter Hill-Film „Nur 48 Stunden“ (Originaltitel: 48 Hrs.) von 1982. Hill arbeitete nicht nur als Regisseur, sondern wirkte auch am Drehbuch des Films mit. In den Hauptrollen des US-amerikanischen Streifens sind Nick Nolte, Eddie Murphy, Annette O’Toole James Remar und Frank McRae zu sehen. Wir unterzogen der Disc einen DVD Check.

[Inhalt]
Jack Cates (Nick Nolte) – ein Mannskerl von einem Polizisten, der sich mit jedem anlegt, der nicht nach seinen Vorstellungen und seiner Pfeife tanzt – muss einen entflohenen Sträfling aufspüren und in Gewahrsam nehmen. Sein einziges Problem dabei: dies muss binnen der nächsten 48 Stunden geschehen. Um in den Ermittlungen rascher Fortschritte zu erzielen, bedient er sich des inhaftierten Reggie Hammond (Eddie Murphy), einem großmauligen und draufgängerischen Kriminellen, der seinen eigenen Kopf hat. Cates nimmt Hammond unter Bewährung unter seine Obhut und zusammen versuchen sie die persönlichen Differenzen zu meistern und den Fall zu knacken…

[Kommentar]
Ein Walter Hill Werk. Ein Buddy-Movie. Eine harte Mixtur, was nicht nur an den beiden Komponenten liegt. Teils rabiat, teils mit viel trockenem Humor und auch actionreichen Szene bestückt kommt „Nur 48 Stunden“ daher. Nickt Nolte und Eddie Murphy harmonieren überraschend gut und das Dup funktioniert, bietet Unterhaltungswert und Spannung. Wenn sich die zweiknallharten Typen lautstark anschnautzen, gibt es eigentlich immer etwas zu lachen, meist handelt es sich auch zeitgleich um actiongeladene Aufnahmen. Hill setzte eine temporeiche und ausreichend spannende Geschichte professionell um. „Nur 48 Stunden“ besitzt zwar kaum Tiefgang, dafür aber etwas Plastizität und zeitlosen Geist, ohne dabei Wirkung einzubußen oder aber zu dick aufzutragen. Der Soundtrack schürt die Atmosphäre positiv und passt sehr gut zu den Sets und dem Stil des Films. Inhalt und Gestaltung stimmen also, was den Film sehenswert macht.

[Technik]
Die visuelle Darbietung kann gerade in Anbetracht des hohen Alters von rund 20 Jahren überzeugen. Auch wenn sich der Transfer entgegen der Verpackungsangabe nicht anamorph auf dem Datenträger befindet, so weisen die Qualitäten der verschiedenen Bereiche durchaus ihre Stärken auf. Details gibt es in einem akzeptablen Reichtum, der Kontrast wirkt etwas verwaschen, doch brauchbar, und die Farben können sich ebenfalls sehen lassen, obwohl sie eine Nachbearbeitung verraten. Rauschen kommt genau so vor, wie auch seltene Verunreinigungen. Davon ab eine Leistung, mit der man zufrieden sein kann.

Tonal hingegen herrscht verständlicherweise etwas Ebbe. Zwar wurde der englische Originalton ins Format 5.1-aufgefrischt und auf der Disc abgelegt, der deutsche Synchronton hingegen weist das Dolby Surround-Format auf. Verständlich und partiell etwas hallend ertönen die Dialoge aus dem Center, die Musik hingegen aus allen Kanälen. Sie bietet auch den einzigen Ansatz von Räumlichkeit, da in Sachen Surround-Effekte praktisch nichts los ist.

[Fazit]
Wer Walter Hill’s Stil und Art Filme zu machen mag, der wird sich auch mit diesem Werk identifizieren können. Paramount gab sich Mühe, verliert aber angesichts der fehlenden anamorphen Bilderweiterung und des deutschen Surround-Sounds etwas an Boden. Die Laufzeit bemisst sich auf rund 93 Minuten, bei der Scheibe handelt es sich um einen einseitigen Single-Layer-Datenträger (DVD Typ 5). „Nur 48 Stunden“ hätte technisch hochwertiger ausfallen müssen, als es letztlich hier der Fall ist. Paramount fängt dies nicht gerade positiv ab mit dem arg mageren Bonusmaterial. Hier gibt es praktisch gänzlich gar nichts, bis auf den Original-Trailer zumHauptfilm. Dürftig und ganz und gar nicht angemessen. Aber immerhin ist der Silberling auch bereits über 2 Jahre alt. Für Fans interessant.

André Schnack, 14.10.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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