Piercing (Uncut)

Horror/Mystery/Thriller
Horror/Mystery/Thriller

[Einleitung]
„Piercing“ erinnerte nicht von der Titel-Wahl her an „Tattoo“, und wie sich herausstellt, so gehören beide Filme auch eher dem Genre an, welches weniger für gute Laune, frohe Farben und so weiter, steht. Denn in „Piercing“ geht Regisseur Nicolas Pesce dem Thriller-Genre nach. Er schrieb auch das Drehbuch, und zwar basiert dies auf der Roman-Vorlage von Autor Ryû Murakami. In den führenden Rollen vor der Kamera sind zu sehen: Laia Costa, Maria Dizzia, Marin Ireland, Mia Wasikowska, Olivia Bond und weitere. Diese High Definition Blu-ray Disc Version des Titels von 2017 erscheint aus dem Angebot von Busch Media Group.

Inhalt
Der junge Familienvater Reed wird urplötzlich von dem Trieb gepackt, einen Menschen töten zu müssen. Zwar kann Reed sich gerade noch davon abhalten, sein eigenes Baby umzubringen, aber seine Mordlust bleibt ungestillt. Und so plant er ein sorgfältiges Komplott: Er behauptet gegenüber seiner Frau, dass er für einige Tage auf Dienstreise müsse.

Dann quartiert er sich in einem Hotelzimmer ein und bestellt sich das Callgirl Jackie, die sein ahnungsloses Opfer werden soll: Erst will er sie fesseln, dann betäuben und schließlich in der Badewanne zerstückeln. Allerdings hat Jackie überhaupt keine Lust, sich einfach abmurksen zu lassen, und der Abend nimmt eine überraschende Wendung.
(Quelle: Busch Media Group)

[Kommentar]
Die Idee dahinter, dass es irgendwann irgendwie (und warum auch immer) „Klick!“ macht und der „Muss-Menschen-töten“-Modus anläuft, mag irgendwie ganz interessant sein. Doch ebenso kurzweilig ist sie dann auch und verliert ziemlich schnell an Reiz, da eben Willkür bei Menschen in der Regel das Bedürfnis nach Erklärung hervorruft, was hier definitiv eben nicht gestillt werden wird. So bleibt irgendwie der Eindruck eines verrückten Menschens. Das ist für mich zu wenig roter Faden und ich habe keine Motivation dahingehend, dass ich jemandem beim Planen eines feigen Mordes zusehen müsste…

Um genau das zu erreichen fehlt es dem Titel an zu vielen Enden. Da wäre noch wirklich positiv herausstechend zu erwähnen, dass der Film einen sehr eigenen optischen Stil aufweist. Das erstreckt sich von den gewählten Sets bis hin zu den Kostümen der Darstellerinnen und Darstellern. Der Aufbau und Ablauf sich für einen Thriller weniger überraschend, die inhaltlichen „Twists“ und Wendungen sind hervorragend in ihrer Ausspielung und dem erzielten Effekt. Handwerklich solide, mir etwas zu düster, dunkel und unerklärt.

[Technik]
Die High Definition Blu-ray Disc weist sich mit einem 1080p-Transfer aus, der wiederum den Maßen 1.78:1 folgt. „Piercing“ ist ein Film, der uns mit dunklen Gedanken, Trieben oder anderen Motivationen konfrontiert. Da wäre doch eine farbenfrohe Umgebung eher weniger passend. Förderlich erschienen da eher düstere Noten in der Ausleuchtung – so geschah es dann auch. Die gesamte Atmosphäre will zwar nicht direkt morbide wirken, doch befindet sich auf dem Weg dahin. Die rein technisch betrachteten Werte sind insgesamt recht ordentlich, sauber und dem Medium entsprechend hochwertig. Die Kompression erfolgt entsprechend unauffällig und ich bin zufrieden mit dem Transfer.

Der Ton der Disc befindet sich im Mehrkanalton-Format DTS-HD 5.1 auf dem Datenträger und erfreut sich eines technisch soliden Qualität. Neben Tönen kann wahlweise noch eine deutschsprachige Untertitelspur hinzu geschaltet werden. „Piercing“ baut Spannung durch eine Kombination aus dem, was man als Zuschauer sieht und dem, was man als Zuschauer und Protagonist hört, auf. Das Ergebnis ist wirkungsvoll, wenn es um die Spannung und Stimmung geht. Technisch ist das alles hier wenig besonders, dafür fehlerfrei und rundum ordentlich gelungen.

[Fazit]
Erhältlich ist „Piercing“ seit dem 28. Juni 2019 Als einziges Extras befindet sich auf der Disc im knallgelben Case eine Trailershow, das war es dann aber auch schon. Für den Preis von rund 15,- Euro ergibt sich der ab 18 Jahren freigegebene Thriller weniger interessant, wenn man auf Extras aus ist. Wem der Hauptfilm mit seiner Laufzeit von rund 81 Minuten in Belangen des Umfangs ausreicht, bitte sehr. „Piercing“ hat mir von der Idee her und einigen frischen Elementen und kleineren Überraschungen gefallen. Alles in allem kommt das Produkt jedoch nicht über das Mittelfeld hinaus.

Andre Schnack, 03.07.2019

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆