Plastic Planet

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Ich habe mir schlussendlich diesen Blu-ray Disc Titel online gekauft, dort, wo wahrscheinlich heutzutage fast jeder in einer gewissen Altersgruppe online eben kauft. Und ich habe es tatsächlich sehr überzeugend gefunden, dass im gesamten Konzept auch die Gestaltung der Verpackung Berücksichtigung fand. Man verzichtete weitgehend auf typischen Kunststoff und verwendete ausschließlich ökologisch komplett abbaubare Bestandteile. „Plastic Planet“ entstand als deutsch-österreichische Ko-Produktion 2009 und begeisterte seine Zuschauer. Es beteiligten sich am rund 1,5 Mio. Dollar umfangreichen Budget auch noch weitere Länder, vor allem europäische. Regisseur und Drehbuchautor Werner Boote frohlockt mit der Wahrheit. Seid bereit! EuroVideo bietet an.

[Inhalt]
Plastik ist billig und praktisch. Wir sind Kinder des Plastikzeitalters. Kunststoffe können bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überdauern und mit ihren unbekannten Zusatzstoffen unser Hormonsystem schädigen. Wussten Sie, dass Sie Plastik im Blut haben?

Regisseur Werner Boote zeigt in seinem investigativen Dokumentarfilm, dass Plastik zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum ändern wir unser Konsumverhalten nicht? Warum reagiert die Industrie nicht auf die Gefahren? Wer ist verantwortlich für die Müllberge in Wüsten und Meeren? Wer gewinnt dabei? Und wer verliert?

Auf der Suche nach Antworten macht sich Boote nach 10jähriger, intensiver Recherche auf eine Reise durch die ganze Welt – von Kalifornien, Heimat der Silikonimplantate auf die Mülldeponien von Indien bis zu Japans verschmutzten Stränden. Er besucht Forscher in den USA und Österreich und Angehörige an Krebs erkrankter Arbeiter aus Plastikfabriken in Italien, und rückt so eine erhebliche, globale Problematik ins Bewusstsein, die nicht nur die Industrie allzu gern verdrängt.
(Quelle: EuroVideo)

[Kommentar]
Technisch hochwertig, Aufbau und Ablauf für eine moderne Dokumentation eher typisch und inhaltlich sehr gelungen. Erkenntnisse: Eine weitere Industrie, die maßgeblich auf einer Lüge beruht, die eigentlich niemanden mehr heutzutage überrascht, was es eigentlich nur noch grausiger macht. Beeindruckend, dass auch der Grundstoff unserer Entwicklung, Technologie, unserer gesamten modernen Zivilisation, das Erdöl, die einzige Bedingung für die 800 Milliarden umsatzstarke Plastikindustrie ist. Interessant dagegen, dass alle (!) anderen Industrien auf diesen Grundstoff – also Kunststoffe – wiederum ebenfalls angewiesen sind.

Wir werden unserem System aus Feingliedrigkeit zum Opfer. These: es gibt kein sicheres Plastik. Alles, was in Plastik verpackt ist, weist auch dessen abgesonderte, teils giftige Stoffe auf. Pflichtangaben auf Produkten hierzu gibt es nicht. Die Plastik-Rohlinge entstehen irgendwo, unter irgendwelchen Bedingungen und füttern dann die Maschinen großer Konzerne, die teils nicht wissen, was sie dort als Ausgangsmaterial verwenden. Auch hier von Pflichten für die Hersteller keine Spur. Auch wurden offenbar die Folgen des Ganzen nicht abgeschätzt. So sind Menschen im Kollektiv.

Filmemacher Werner Boote wählte mit einem Soundtrack von The Orbit gute musikalische und frische Begleitung aus. Die gezeigten Interviews sind stets guter Qualität, auch ist Protagonist Boote hin und wieder penetrant, was die traumatisierende Stimmung der Doku auf ihr Publikum schürt, denn jedem ist klar was er hier sieht und jeder fragt sich auch, warum es niemanden gibt, der einschreitet. Dabei ist es wie so oft: es ist an uns, etwas zu bewirken. Und aus dem System ausbrechen ist extrem schwierig und kostet Kraft und nicht selten den bis dahin eingeschlagenen Weg.

[Technik]
Ganz und gar nicht „öko“, diese Nennwerte. „Plastic Planet“ bietet sich in vollen 1080/24p Bildern zum besten, das Format bemisst sich dabei auf ein Seitenverhältnis von 2.35:1. Durch und durch unterschiedlichste Gegenden standen hier als Set und Aufnahmepunkt Spalier, auch ist die Ausleuchtung stets unterschiedlich und stellt eine Herausforderung für die technische Abbildung dar. Es gelingt ein guter Eindruck durch den Transfer. Extrem scharfe Aufnahmen schmücken zuweilen das Antlitz diese Sendung. Allerdings sind dies – fairer Weise ebenfalls erwähnt – stets Momente der Ruhe und des Dialogs. Davon unabhängig sind die Bilder sauber, der Kontrast ist ok. Die Kompression geht ebenfalls in Ordnung und tritt nicht in Erscheinung.

Tontechnisch gibt es ein Programm, dass sich aus zwei Tonspuren im Dolby Digital 5.1 in den Sprachen Deutsch und Englisch, sowie „teilweise“ untertitelten Szenen zusammensetzt. Ohne unfreundlich wirken zu wollen oder einen negativen, oder gar destruktiven Eindruck vermitteln zu wollen: die akustischen Leistungen dieser Disc sind nicht weiter nennenswert. Es kommt alles auf die tonale Abbildung weniger Hintergrundgeräusche, einem hin und wieder an Dominanz zunehmenden Music-Score und natürlich der der klaren und Wissen vermittelnden Sprachausgabe an. Dabei wird alles im großen und ganzen richtig gemacht.

[Fazit]
„Plastic Planet“ in dieser limitierten Öko-Verpackung auf Blu-ray Disc bietet nicht nur einen sehr guten Inhalt auf einer Laufzeit von rund 95 Minuten (Verpackungsangabe), sondern auch ein Konzept, welches fast bis zum Schluss durchzusetzen war. Beeindruckendes Stück Idealismus und überzeugender Meinung, dieser Dokumentations-Film, der einem die Augen öffnet. EuroVideo veröffentlicht diesen Titel zu einem Preis von rund 17,- Euro im Online-Handel. Eine Altersfreigabe gibt es nicht, bzw. lt. FSK ab 0 freigegeben – wir wollen korrekt sein. Erscheinungstermin dieses ganz feinen Titels war der 16. September 2010. Wer gute und sogar wertvolle Unterhaltung schätzt, der sollte sich dieses gute Stück zuführen.

Andre Schnack, 29.05.2012

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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