Record of Lodoss War, Vol. 1

Animation/Fantasy
Animation/Fantasy

[Einleitung]
Nun – im Juli 2004 – ist es endlich soweit und die Fans erwartet ihr gutes Stück „Record Of Lodoss War“ endlich mit deutscher Sprache. Eingefleischte Anime-Freaks haben sich bisher nicht am japanischen Originalton gestört, hat dieser doch letztlich auch Charme versprüht. Als Neu-Auflage der OVA Films Anime Serie erscheint nun die erste der geplanten vier DVDs unter dem Label von SPV (SPVision). Diese enthält die ersten vier Episoden und wurde vom Studio Circle Of Arts lokalisiert. Unter anderen hören wir somit bekannte Stimmen von Timmo Niesner, Norbert Gastell, Stefan Krause und Beate Pfeiffer. Wir konnten glücklicherweise die Disc genauer unter die Lupe nehmen und uns somit ein Urteil über die unterschiedlichen Aspekte der Erscheinung bilden.

[Inhalt]
Vor tausenden Jahren kämpfte die Göttin des Lichts gegen die Göttin der Finsternis, bis beide in ewigen Schlaf sanken. Seit dieser Zeit ist die Insel Lodoss ein verfluchter Ort. Nun ist der dunkle Imperator Beld von Marmo mit einem riesigen Dämonenheer aufgebrochen, um Lodoss seiner Macht zu unterwerfen. Die Könige von Lodoss müssen alle Kräfte vereinen, wenn sie diesen Krieg gewinnen wollen. Sechse Gefährten – eine Elfe, ein Zwerg, einen Magier, einen Priester, einen Dieb und den jungen Parn, dessen sehnlichster Wunsch es ist, ein Ritter zu werden – schicken die Könige zu dem weisen Zauberer Wort. Sie sollen herausfinden, wer die grausame Hexe ist, die sich mit Beld verbündet hat…
(Quelle: SPVision)

[Kommentar]
Der obige Inhalt stellt grob das Geschehen der gesamten Serie da. Die erste DVD, auf die sich dieser Review beschränkt, bietet die Episoden „Prolog einer Sage“, „Aufbruch in Flammen“, „Der schwarze Ritter“ und „Die graue Hexe“. Somit werden sich die weiteren drei DVDs mit den ausbleibenden 9 Episoden beschäftigen. AnimaniA beschrieb in Ausgabe 7/2004 die angekündigte Erscheinung mit den Worten „Der Herr der Ringe der Animes ist zurück!“. Und das stimmt auch, denn diese fantastisch gezeichnete Serie aus japanischen Landen zählt bereits 14 Striche auf dem Kerbholz. Angesichts des wachsenden CGI-Repertoires der – vor allem westlichen – Filmindustrie kann diese Art und Weise des Zeichentricks wohlmöglich nicht mehr jeden begeistern. An der künstlerischen Qualität gibt es hingegen nichts auszusetzen.

Hier wird all das, was zu einer guten Fantasy-Umsetzung gehört nicht nur versprochen, sondern auch gehalten. Eine Geschichte von Königen, tapferen Helden, Rittern auf Pferden, über Drachen, Schlösser, Palästen und Burgen bis hin zu Verrat, Ehre, Freundschaft und Liebe. Die Japaner sind bekannt dafür, dass auch anspruchsvolle Themen in Form von animierten Filmen abgehandelt werden. Und so scheint es, dass J.R.R Tolkien eine wunderbare Vorlage mit seinem „Der Herr der Ringe“ lieferte, zumindest erinnern einige Elemente der Anime-Serie an den Klassiker. Ohne Wenn und Aber kann die Geschichte und ihr Verlauf der eines realen Films als ebenbürtig bezeichnet werden. Sie ist spannend, kurzweilig, manchmal lustig und durchgängig fantasievoll und faszinierend. Durch zahlreiche Wendungen und neue Charaktere werden die Betrachter bei Laune gehalten.

Bei „Record Of Lodoss War“ handelt es sich um eine abgeschlossene Handlung, mit dem 13. Teil endet die Geschichte, weitere Teile sind nicht in Planung. „Record Of Lodoss War“ entstand nach der TSR-Rollenspiel-Vorlage D&D (Dungeons & Dragons). Die Ähnlichkeiten sind groß, nicht zu übersehen und auch inhaltlich sehr gut gelungen. So besteht die Partie der Abenteurer aus den verschiedensten Rassen und Klassen. Es sind Menschen oder Zwerge und auch Elfen dabei, diese haben die verschiedensten Spezialitäten: Krieger, Dieb, Zauberin und Priester sind nur einige der vorkommenden Klassen; jeder Charakter hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Intentionen.

[Technik]
An dem Bildformat 4:3 wird sich auch nach der zigsten Neuauflage nichts ändern. Und das ist auch okay so. Dieser Vollbildtransfer erschien deutlicher und ruhiger als das (Test hier) US-NTSC Pendant. Mittels eines ausreichend klaren und mit guter Farbsättigung ausgestatteten Kontrasts werden plastische Bildelemente erzeugt. Die Kantenschärfe bleibt insgesamt betrachtet über die Laufzeit zwar recht konstant, dies jedoch auf einem nur ausreichenden Niveau. Kleinere Verunreinigungen treten sehr selten auf den Plan und stören das Geschehen praktisch gar nicht. Ferner haben wir es mit einer sauberen Kompression ohne erkennbare Blockbildung oder aber Rauschen zu tun. Ob stille oder bewegungsintensive Bilder, der Transfer klärt mit einer sauberen Wiedergabe frei von Nachzieheffekten ab. Durchweg eine gute Leistung für einen Anime von 1990.

Erstmals gibt es „Record Of Lodoss War“ in deutscher Synchronfassung zu hören. Und das auch gleich noch im Mehrkanaltonformat Dolby Digital 5.1. Den japanischen Originalton hingegen gibt es im Dolby Digital 2.0-Verfahren geboten. Kernstück sind die wirklich guten und erfahrenen Synchronsprecher, die bereits bei zahlreichen namhaften Kinowerken an der Lokalisierung mitwirkten. Sie hauchten den Charakteren Leben ein und sorgen für eine angenehme Stimmung. Elemente wie die Musik und die nicht sonderlich üppigen Hintergrundgeräusche kommen ebenfalls qualitativ hochwertig daher und rücken die Episoden in ein akustisch angenehmes Licht. Wenngleich der Fokus auf der Wiedergabe der Dialoge liegt, so kann man mit der Dynamik der Geräuschkulisse zufrieden sein. Eine große Räumlichkeit wird jedoch nicht erzielt. Optional gibt es deutsche Untertitel.

[Fazit]
SPVision schuf mit dieser Neu-Auflage einen potentiellen Kauf für Freunde der Fantasy-Unterhaltung. Anime-Fans und Rollenspieler werden mit dieser DVD bestens bedient werden. Nicht nur der Technik halber, sondern insbesondere wegen der inhaltlichen Werte der DVD. Der fantasievolle und gut animierte Kampf zwischen Gut und Böse befindet sich hier auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und besitzt eine Laufzeit von rund 115 Minuten. Die 4 enthaltenen Episoden wurden dabei inklusive Vor- und Abspann berechnet. Die Altersfreigabe wurde bei einer Altersstufe von ab 16 Jahren festgemacht. Dem Amaray-Case wohnt ein doppelseitiges Inlay mit Kapitelübersicht bei. Auf der DVD wurden folgende Extras untergebracht:

* zahlreiche gut sortierte Hintergrundinformationen
* zu den Figuren der Geschichte auf Texttafeln.
* Trailer zur Gesamtserie
* Teaser zu Vol. 2 bis 4
* Promotion-Video (rund 11 Minuten, die sich in einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte und Aufnahmen der Premiere inkl. Interview-Ausschnitten aufteilen)
* DVD-Tipps (Schaufenster auf andere DVD-Titel)

Die Bonusmaterialien hauen einen wirklich nicht vom Hocker und sind allesamt sehr PR gehaltvoll. Was den Fan jedoch nicht wirklich stören wird. Wir können die DVD jedem empfehlen, der sich mit dem Genre auskennt und japanische Animationen schätzt. Die Rollenspiel-Elemente in diesen Animationen bereiten Freude und werden groß gebliebene „Kinder“ entzücken. „Akira“, „Ghost In The Shell“ oder „Prinzessin Mononoke“ sind ein Begriff? Dann kann mit dem Kauf dieser DVD nichts falsch gemacht werden.

Andre Schnack, 27.07.2004

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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