James Marshall (Ford), Präsident der Vereinigten Staaten
von Amerika, hat gab gerade eine Pressekonferenz in Moskau
und begibt sich an Bord der Airforce One, um den Heimflug
anzutreten. Mit an Bord sind hohe Regierungsleute, Marshalls
Stabschefs und andere wichtige Passagiere. Unter ihnen auch
ein russisches Reporterteam. Alles verläuft nach Plan, was
auch sonst. Die Airforce One ist mit vielen technischen Raffinessen
ausgestattet, um dem mächtigsten Mann der Welt die nötige
Sicherheit zu bieten. Diesmal aber kommt der Feind nicht von
außen, sonder befindet sich schon an Bord. Die vermeintlichen
Pressemitglieder übernehmen kurz nach dem Start brutal die
Kontrolle über die Maschine. Ein Notlandemanöver in Ramstein
mißglückt und endet mit dem Tod der amerikanischen Piloten.
Aber der Anführer der Gruppe, Ivan Korshunov (Oldman), bringt
seinen eigenen Piloten mit. Airforce One ist nun in der Hand
von Terroristen, und mit der Hilfe des gefangenen Präsidenten
wollen diese den radikalen General Radek (Prochnow) freipressen.
Für Vizepräsidentin Kathryn Bennett (Close) und James Marshall
beginnt ein gefährliches Spiel gegen die Zeit und die fiesen
Schrecken an Bord des so sicheren Flugzeugs, denn der Weltfrieden,
der Präsident selbst und seine Familie sind in Gefahr.
Wer mit großen Erwartungen "Air Force One" schaut,
wird enttäuscht. Die Story wirkt tapetenhaft einfach und sehr
transparent. Die verschiedenen Figuren sind sehr klischeehaft
und heben sich nicht von der abgegriffenen Handlung ab. Außerdem
weist der Film einen schon beinahe nervenden Patriotismus
auf, der Präsident ist der Held des Tages, der Nation, der
Welt er gibt den Weg an! Darüber hinaus aber bekommt
der Zuschauer einen technisch sehr hochwertigen Actionfilm
geboten. Die Effekte, Stunts und vor allem der Sound überzeugen
auf Anhieb. Die Darsteller wurden gut ausgewählt und geben,
im ihnen möglichen Rahmen, eine gute Leistung. Wolfgang Petersens
Regiearbeit gefällt ebenfalls, er bannt die engen Räumlichkeiten
der "Air Force One" gekonnt auf Zelluloid. Actionfans
werden in schwindelerregender Höhe knappe 124 Minuten prima
unterhalten.
Die Qualität der Umsetzung des Films auf DVD kann kaum bemängelt
werden. Ein echtes Luftloch während des Höhenflugs der Scheibe
bildet der Typ der DVD an sich. Zum Einsatz kam nämlich die
DVD10 und der Film erfordert einen Seitenwechsel mitten im
Filmgenuß! Ansonsten gibt es aber nichts zu bemängeln. Der
Bildtransfer in anamorphen 2.35:1 ist atemberaubend scharf,
detailliert und reich an Kontrasten, auch die Konturen während
dunkler Aufnahmen und in Schatten bleiben stets erkennbar.
Wahre Pluspunkte verbucht der Action-Thriller erstrecht auf
akustischem Gebiet. Der satte Sound erklingt von perfekt abgemischten
5.1 Spuren ans Ohr, in deutsch, englisch und spanisch. Die
Vorteile des digitalen Mediums werden voll ausgespielt, zahlreiche
Surroundeffekte versüßen den Hörgenuß. Untertitel sind in
englisch, schwedisch, norwegisch, dänisch, finnisch, isländisch,
kroatisch, griechisch, portugiesisch und polnisch vorhanden.
An der "Air Force One"-DVD scheiden sich die Geister.
Der Film bietet das was er verspricht: viel Action ohne Tiefgang
und zuviel Anspruch, trotzdem sehr unterhaltsam aufbereitet.
Technisch gesehen eine gelungene zweiseitige Single-Layer-Disc
mit einer überzeugenden Leistung in Bild und Ton. Kaum zu
rechtfertigen ist jedoch das Präsentationsloch der Scheibe!
Makel oder Einschnitte wären noch glimpflich ausgedrückt,
denn außer dem Film befindet sich absolut nichts an Zusatzmaterialien
auf der Disc. In 19 Kapitel eingeteilt startet die Airforce
One mit einer FSK ab 16 Jahren vom Rollfeld, vorausgesetzt
Ihr bezahlt ca. 50,- DM fürs Ticket.
Andre Schnack