| Alibi
- Ihr kleines schmutziges Geheimnis ist bei uns sicher
Comedy/Drama/Romance
[Einleitung]
Filme wie „Sex, Lügen und Video“ sind wahrscheinlich
aufgrund ihres Intimitätsfaktors erfolgreich. Sie formulieren
mehr oder weniger diskrete Einblicke aus und warten mit voyeuristischen
Situationen auf, was vielen bestimmt gefällt. „Alibi“
(Originaltitel: The Alibi) erscheint hierzulande mit dem etwas
ungewöhnlich langen Titel „Alibi – Ihr kleines
schmutziges Geheimnis ist bei uns sicher“, auch gut.
Regisseure Matt Checkowski und Kurt Mattila fertigten die
niederländische, US-Koproduktion 2006 nach einem Drehbuch
von Noah Hawley. In den Hauptrollen sind Steve Coogan, Jerry
O’Connell, James Marsden, James Brolin, Sam Elliot und
Rebecca Romijn zu sehen. Die DVD erscheint aus dem Programm
der universumfilm und wir unterzogen ihr einen DVD-Check.
[Inhalt]
Männer wie Frauen, die gern einen Seitensprung wagen
würden, sind bei Ray (Steve Coogan) an der richtigen
Adresse. Der gewiefte Jungunternehmer hat sich nämlich
darauf spezialisiert, seinen Kunden stets ein lupenreines
Alibi zu verschaffen. Aber als Wendell Hatch (James Marsden),
der verwöhnte Sohn eines Stammkunden, bei einem Date
versehentlich seine Geliebte erdrosselt, steht Ray vor einem
Problem: Denn plötzlich ist er selbst der Hauptverdächtige
und braucht nun seinerseits ganz dringend ein Alibi, um sich
nicht nur die Polizei, sondern auch Wendells aufgebrachten
Vater (James Brolin) und einen mysteriösen Killer (Sam
Elliot) vom Halse zu halten. Aber zu Rays Glück steckt
in der schönen Lola (Rebecca Romijn) mehr als eine gute
Assistentin...
(Quelle: universumfilm)
[Kommentar]
Mit was haben wir es hier zu tun? Primär mit einer Comedy,
mit einer des Typus’ „schwarz“, denn mindestens
ein Mensch stirbt, und das wird zugunsten der guten Laune
nicht sonderlich dramaturgisch ausgeschöpft. Und plötzlich
wird der scheinbar gute Job der Hauptfigur Ray zum ganz persönlichen
Albtraum und ein Fiasko gigantischen Ausmaßes droht.
Denn wer mit professionellem „Lügen“ seinen
Lebensunterhalt verdient, der ist zwangsläufig –
so auch die Darstellung hier – nicht gerade vertrauenswürdig.
Was Probleme mit sich bringt. „Alibi“ reitet auf
genau dieser Welle und verwirrt den Betrachter nicht allzu
sehr, als sich neben kleineren Thriller-Elementen im Comedy-Gerüst
natürlich auch noch ein wenig die Romanze ausbreitet.
Gelungen
ausgearbeitete Figuren in ansehnlichen Kostümen vor recht
geschmacksneutrale Sets umsorgen den Betrachter adäquat.Neben
den schauspielerischen Leistungen, welche durchweg mehr als
nur brauchbar sind, unter den Darstellern jedoch variieren,
haben wir es mit einer kurzweiligen und unterhaltsamen Geschichte
zu tun, die einen angenehmen TV-Abend bescheren kann. In der
Grundidee einfach und überschaubar entwickelt sich eine
Geschichte, die für ihr Sujet eine ausreichende Spannung
aufbaut und gegen Ende auch sauber und „nach Plan“
loslässt. Frohsinnige Betrachter mit Schmunzel-Ambitionen
liegen beim Titel genau richtig. Wer großartigen Tiefsinn
erhofft, der wird enttäuscht sein vom zaghaften Hochhalten
der Treue, Ehrlichkeits- und Reue-Tugenden.
[Technik]
„Alibi“ weist einen anamorphen Breitbild-Transfer
im Format 2.35:1 auf und erstreckt sich somit auch auf 16:9-Wiedergabegeräten
mit schmalen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand.
Bereits von Beginn an wird klar, dass wir es hier nicht mit
einem erstklassigen Transfer zu tun haben, sondern mit einem
mittelprächtigen Bild Vorlieb nehmen müssen. Richtige
Makel, welche den Sehgenuss negativ beeinflussen, bleiben
glücklicherweise aus. Stattdessen erhalten wir einen
weitgehend sauberen Transfer vor die Augen, der durch einen
authentischen Kontrast, gesättigte Farben und eine angenehme
Kantenschärfe die Gunst des Betrachters für sich
gewinnen kann. Die Ausleuchtung ist nicht immer optimal und
so verschwinden hin und wieder ein paar der Bilddetails im
schattigen schwarz. Kompressionsartefakte und Drop-Outs bleiben
aus.
Gemäß
den Erwartungen erscheint „Alibi“ mittels Dolby
Digital 5.1-Ton, wahlweise in den Sprachfassungen Deutsch
und Englisch. Qualitativ gibt sich „Alibi“ keine
Blöße und überzeugt durch konsequent fehlerfreien
Sound und eine gute Aussteuerung und Verteilung desselben
auf die angeschlossenen Lautsprecher. Es entsteht auf diesem
Wege eine spürbare, wenngleich nicht sonderlich dynamische
Räumlichkeit, welche mit zahlreichen Umgebungsgeräuschen
aufwarten kann. Richtige Bass-Einsätze gibt es nicht,
genau so wenig haben wir es mit bidirektional verlaufenden
Surround-Happen zu tun. Gut voneinander getrennt bleiben die
einzelnen Sound-Elemente ortbar, die Sprache somit stets verständlich.
Untertitel gibt’s optional in den Sprachen Deutsch und
Englisch.
[Fazit]
Ein kleiner feiner Film, wie ich letztlich behaupten will.
Hinter „Alibi“ steckt mehr, als man am Anfang
erwartet und vermutet. Und wenngleich man dem Mann gewöhnlich
ein stetiges „an Sex denken“ unterstellen will,
so wird in diesem Film niemand ungeschont gelassen und es
wird klar, welch einen Stellenwert in unserem sozialen und
gesellschaftlichen Leben all die Dinge rund um Liebe und Sex
einnehmen. „Alibi“ bemisst sich auf eine Laufzeit
von rund 87 rasch verrinnenden Minuten und wir können
von durchweg gelungener Unterhaltung sprechen. Neben dem Hauptfilm
fasst die einseitige Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) folgendes:
- Interviews
Cast & Crew
- Making
Of
- Kinotrailer
- Cast
& Crew
- Bildergalerie
universumfilm
bietet damit Extras in einem gelungenen Umfang und mit einer
ansprechenden inhaltlichen Tiefe. Die Laufzeit des Bonusmaterials
bemisst sich auf ca. 40 Minuten. Wir erfahren einiges über
den Film und bezeugen zudem ein wenig Selbstbeweihräucherung.
„Alibi“ erschien am 8. Januar zu einem Preis von
15,- Euro. Wer Beziehungskomödien mag, der findet auch
seinen Spaß an diesem Titel. Gerade weil Steve Coogan
und die sexy Rebecca Romijn mit von der Partie sind. universumfilm
schuf daraus eine technisch ordentliche DVD mit einer Altersfreigabe
von ab 12 Jahren.
Andre
Schnack
26.03.2007
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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