John Murdoch (Rufus Sewell) erwacht in einer fremden Badewanne.
Wie kam er hierher, was macht er hier, wer ist er, und wer
um Gottes Willen ist die tote Frau neben dem Bett im Schlafzimmer
er kann sich an nichts klares erinnern, nur Fragmente.
Das Telefon klingelt, ein aufgeregter Mann (Sutherland), der
sich als Doktor ausgibt, warnt ihn vor "Männern"
die ihn entführen wollen. Wer sind diese mysteriösen Männer?
Völlig verstört verläßt Murdoch das Hotel und begibt sich
auf die schwierige Suche nach seiner Vergangenheit. Er trifft
dabei auf Inspektor Frank Bumstead (Hurt) der ihn des Mordes
verdächtigt. John scheint in eine Mordreihe an Prostituierten
verwickelt zu sein. Er kann sich nur an Fragmente seiner Vergangenheit
erinnern und tappt völlig im Dunkeln. Auf der Flucht vor den
sonderbaren Glatzköpfen und der Polizei bemerkt er allmählich,
daß er die Fähigkeit besitzt in seine Umgebung einzugreifen.
Durch den Doktor, der mehr zu wissen scheint als er preisgibt,
erfährt John nach und nach immer mehr über die dunkle Stadt
und ihre Einwohner und kommt so der tragischen Wahrheit auf
die Spur. Gibt es doch außer den Menschen noch andere Wesen
hier, sie hausen unter der Stadt und machen Experimente mit
den Bewohnern der Stadt ohne Tageslicht, sie suchen etwas...
und Murdoch wird es bald erfahren.
Alex Proyas erschafft, genau wie in "The
Crow" ein beängstigendes, düsteres und mysteriöses
Szenario. Mit spärlichem Einsatz von Licht entsteht ein Schleier
aus grau und schwarz, der den ganzen Film einhüllt. Selbst
selten auftretende Farben wirken sehr schmutzig und dreckig
Lichtquellen flackern ständig nervös und verbreiten
eine unheimliche Unruhe. Ein unheilvolles Ambiente schwebt
über der Stadt. Die Kulisse aus Sience-fiction- und Film-noir-Elementen
wurde gekonnt inszeniert und wirkt sonderbar und abstoßend
zugleich, aber sie besitzt auch eine gewissen Faszination.
Die verschiedenen Charaktere sind gut ausgearbeitet und die
Schauspieler überzeugen in ihren Rollen. Neben der atmosphärischen
Umgebung begeistern auch die Special-Effects eine gelungene
Kombination. Mit seinen knappen 90 Minuten vergeht der Film
sehr schnell, trotzdem passiert allerhand, der Verlauf der
Geschichte und die Erzählweise lassen kaum eine Atempause.
Ein toller Mystery-Streifen, der sich letztlich durch seine
innovative Geschichte weit vom Durchschnitt abhebt. Alexander
Proyas schrieb nicht nur das Drehbuch und die Story, sondern
produzierte den Film und führte Regie eine grandiose
Arbeit.
Bei der Umsetzung des Films auf DVD treffen wir auf ein gewohntes
Ergebnis von New Line. Das anamorphe Bild in 2.35:1 wurde
gekonnt auf die Disc gebannt. Auf der zweiten Seite der Disc
befindet sich noch eine Fullscreen-Version. Der Transfer weist
keinerlei Makel auf, er wird auch sehr hohen Ansprüchen gerecht.
Das Bild der deutschen Disc muß sich klar hinter dem Original
verstecken und kann diesem nicht das Wasser reichen. Die überwiegend
dunkle Umgebung gibt sich extrem kontrastreich, klar und deutlich.
Die Sättigung des Schwarz begeistert. Sehr wichtig bei einem
Film mit hohem Anteil an Dunkelheit und Schummerigkeit: der
Detailreichtum, aber auch hier bietet New Lines DVD
gewohnt hohe Qualität. Neben dem klaren und deutlichen Bild
zieht auch der Sound einige Register, besonders zum Ende des
Films hin, dann, wenn die Action und die sagenhaften Special-Effects
Überhand nehmen. Dort versüßen einige direktionale Effekte
den ohnehin schon hohen Hörgenuß. "Dark City" versteht
es auf allen Gebieten anderen High-Budget-Produktionen Paroli
zu bieten und steht diesen in nichts nach. Der englische 5.1-Track
wurde sehr fein abgemischt, die Dialoge erklingen deutlich
aus dem Center, die gute Musik von Trevor Jones hingegen lautet
aus allen anderen diskreten Kanälen. Zusätzlich enthält die
Scheibe noch eine französische Tonspur auf 5.1 und englische
und französische Untertitel.
"Dark City" steht für puren Filmgenuß, ich denke
der Film und sein etwas bizarres Ambiente bleibt Geschmackssache
und trifft wohl auch bei einigen auf Ablehnung, die intelligente
Story jedoch sollte jedem einen Blick wert sein. New Line
begeistert aber nicht nur durch einen ausgezeichneten Film,
denn wie nicht anders zu erwarten und typisch für einen Film
der Platinum Series, macht die Ausstattung der DVD wieder
mächtig was her. Die doppelseitige Single-Layer-Disc weist
eine große Besonderheit auf: zwei Audio-Kommentare! Einen
mit den Filmemachern und einen mit dem bekannten Filmkritiker
Roger Ebert, und diesen Track zu hören macht einfach Spaß.
Was Herr Ebert alles so zu sagen hat, allerhand. Außerdem
sieht das Menü nicht nur gut aus und wurde prächtig animiert,
es birgt auch ein kleines Spielchen in sich. Dann sind die
üblichen Cast & Crew Informationen mit von der Partie,
aber auch Filmografien, Trailer, Set Designs, Hintergrundinfos
zum Dreh, Essays und Vergleiche zu Fritz Langs "Metropolis"
befinden sich auf der Scheibe. Für mich einer der besten Filme
der letzten Jahre, für Euch interessant wenn Ihr Filme wie
"Stadt der verlorenen Kinder" oder
"Bladerunner" mögt, denn der Film wurde nicht
nur spannend inszeniert, sondern regt zum Nachdenken an und
beschäftigt sich mit einer interessanten Thematik seine
knappen 60,- DM (25$ Listenpreis) in jeden Fall wert
sehr zu empfehlen!
Andre Schnack