| Die
Geschichte der deutschen Marine
Dokumentation/Special-Interest
[Einleitung]
„Die Geschichte der deutschen Marine in einer hochwertigen
Dokumentation gezeigt in der ARD!“ – aber nicht
nur dort, schließlich gibt es die Sendung in drei Teilen
ja nun auch auf DVD aus dem Hause ARD Video, veröffentlicht
durch den Studio Hamburg und AL!VE. Wir konnten die vermeintlich
interessante Wissenssendung über historische Ereignisse
rund um die deutsche Marine genauer unter die Lupe nehmen
und berichten aus erster Hand über das, was unter der
Leitung von Regisseur Axel Bornkessel 1998 hierzulande entstand.
Wer also Dokumentationen mag, vor allem Werke à la
„Sphinx“, den Titeln von Guido Knopp oder der
Terra X-Reihe, der sollte unbedingt weiterlesen.
[Inhalt]
Vor 150 Jahren beschloss das erste deutsche Parlament in der
Frankfurter Paulskirche den Aufbau einer Reichsflotte. Nach
umfangreichen Recherchen in verschiedenen Archiven wurde seltenes
und zum Teil noch nie veröffentlichtes Filmmaterial gefunden.
Daraus entstand die erste umfassende Darstellung der Geschichte
der deutschen Marine als spannende dreiteilige Dokumentation:
Teil 1: „Des
Kaisers liebstes Kind“
Im Mittelpunkt steht Kaisers Wilhelm II., der aus seiner Flotte
ein Instrument aggressiver Machtpolitik machte: ”Weltmacht
als Ziel, Weltpolitik als Aufgabe und Flotte als Instrument”
war die Zielsetzung, die durch Großadmiral Alfred von
Tirpitz ihre praktische Ausgestaltung erfuhr. Das maritime
Wettrüsten zwischen Deutschen und Engländern mündete
in den Ersten Weltkrieg. In der Nordsee vor dem Skagerrak
kam es zur größten Seeschlacht in der Geschichte.
Teil 2: „Die
Flotte unterm Hakenkreuz“
1919: Der Bau neuer Panzerschiffe führte in der Weimarer
Republik zu heftigen innenpolitischen Spannungen. Ab 1935
wurde die Kriegsmarine in Hitlers Welteroberungspläne
einbezogen – in deutschen Werften liefen wieder Großkampfschiffe
vom Stapel. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges forderte der
U-Boot-Krieg Tausende von Opfern, Zivilisten wie Soldaten.
Teil 3: „Vom
Kalten Krieg zur Wende“
Erst in der Bundesrepublik nach 1945 wurde die deutsche Marine
das, was die Gründungsväter im Paulskirchenparlament
wollten: eine Seestreitkraft, die in ein internationales Bündnis
integriert ist. Vom Kalten Krieg bis zum Zusammenbruch des
Warschauer Paktes zeigte die Bundesmarine als NATO-Partner
Flagge. Nach der Wende 1989 und der Zusammenlegung mit der
Volksmarine der DDR scheint mit der neuen Deutschen Marine
das verwirklicht worden zu sein, wovon die Demokraten vor
150 Jahren träumten – die Flotte als ein maritimes
Symbol nationaler Einheit.
(Quelle: SHDM / Studio Hamburg)
[Kommentar]
Sehr anschaulich mit tollen Archivaufnahmen und unter Beigabe
von purem Wissen über die politischen Hintergründ
des damaligen Wettrüstens gelingt es der Dokumentation
zu überzeugen. Freunden des Themas und Interessierten
an See-Schlachten, Geschützen und anderen tonnenschweren
Ungetümen zur navalen Kriegsführung aus Stahl, sei
die Sendung vor ans Herz gelegt. Vor allem kann der Mix aus
Wissen über die Kriegsführung auf See, sowie den
politischen Hintergründen punkten und gleichermaßen
unterhalten. Dabei kamen bewährte Mittel zum Einsatz.
Darunter natürlich einige handschriftliche und andere
Archivmitschriften und Dokumente, Fotos, Filmschnipsel und
sogar ein paar Interviews von Zeitzeugen. All das erweckt
die vergangenen Tage zum Leben.
Wir hatten das
Glück bereits einige Titel der ARD Video-Reihe auf DVD
genauer unter die Lupe zu nehmen und berichteten darüber.
Darunter zählt nun auch diese Disc mit dem Titel „Die
Geschichte der deutschen Marine“. Inhaltlich gliedert
sich die Sendung in drei Teile, welche jeweils Schwerpunkte
im geschichtlichen Verlauf der deutschen Marine darstellen.
Wichtige historische Ereignisse wie Schlachten finden Abhandlung,
dabei verliert die Dokumentation jedoch niemals ihren roten
Faden und unterhält sogar recht spannend bis ans Ende
der jeweils rund 40 bis 43minutenlangen Episoden. Es handelt
sich um eine Art Querschnitt über die relevanten Themen
und Informationen. Das hat das Zeug zum Standardwerk einiger
Bereiche.
[Technik]
universumfilm bringt uns einen hochwertigen Inhalt in einer
angenehmen Qualität. Denn es gibt einen Transfer im Vollbild-Format
4:3 (1.33:1), der immer dann einen guten Kontrast und eine
ausreichende Kantenschärfe aufweist, wenn es sich um
aktuellere Aufnahmen handelt. Die historischen Archivrelikte
hingegen sind entsprechend im Schwarz-Weiß-Abbild vorhanden,
über die Qualität können leider nur unschöne
Worte verloren werden. Doch wen überrascht eine Darstellungstechnik
wie hier, immerhin handelt es sich um eine Dokumentation.
Rauschen tritt hin und wieder zutage, allerdings in einem
sehr überschaubaren Rahmen. Die Kompression gibt keinen
Anlass zur Kritik.
Tontechnisch handelt
es sich eben um eine Dokumentation. Bedeutet, mit Surround-Sound
ist hier weit gefehlt. Der einsprachige, deutsche Ton erklingt
im Dolby Digital 2.0-Transfer (monaural). Und wenn es hier
um die Sprachausgabe geht, so wahrt der Titel eine hohe Qualität.
Immer wieder setzt etwas Musik ein, doch bestimmen die Wissen
vermittelnden Monologe die tonale Präsenz und Dominanz.
Hintergrundgeräusche sind nur dann vorhanden, wenn sie
bewusst eingespielt werden, da sich ansonsten die Stimme zum
Alleinunterhalter entwickelt. Untertitel sind nicht vorhanden.
[Fazit]
Ich freute mich sehr über die DVD im Buch-Design mit
dem Titel „Die Geschichte der deutschen Marine“,
denn ich bin a.) ein Fan solcher Wissenssendungen und Dokumentationen
und b.) mag ich Titel, welche teilweise bestimmte Filmschnipsel
erstmals der Öffentlichkeit präsentieren, so wie
hier. Die Sendung in drei Teilen fasst eine Laufzeit von rund
130 Minuten und befindet sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc
(DVD Typ 9). Für die Menügestaltung müsste
es aufgrund der angewandten Einfallslosigkeit Abzug geben,
doch kann sich eine solche Sachsendung dies erlauben. Die
aufklappbare Papp-Hülle trägt die DVD linksseitig
und bietet auf der rechten Seite ein buchähnliches, fest
in der Verpackung verankertes Booklet mit zahlreichen Infos.
Die FSK liegt bei ab 12 Jahren, der Preis bei rund 20,- Euro.
Die Disc kann seit dem 18. Januar 2008 erworben werden.
Andre Schnack
23.01.2008
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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