| Elementarteilchen
Drama/Romance
[Inhalt]
Michael (Christian Ulmen) und Bruno (Moritz Bleibtreu) sind
Halbbrüder mit zwei äußerst unterschiedlichen
Veranlagungen: Während Michael als Molekularbiologe so
gut wie kein Interesse an Frauen hat, rennt Bruno von einem
„One-Night-Stand“ zum nächsten. Als Michael
eines Tages seine alte Freundin Annabelle (Franka Potente)
und Bruno seine Urlaubsbekanntschaft Christiane (Martina Gedeck)
trifft, scheinen sie endlich die Liebe ihres Lebens gefunden
zu haben. Doch das Glück währt nur kurz. Denn beide
Frauen erkranken schwer und Michael und Bruno stehen vor der
Entscheidung: altgewohnte Einsamkeit oder neuartige Zweisamkeit...
(Quelle: Highlight Video)
[Kommentar]
Ein Film, nach dessen Abspann man nicht genau weiß,
was als nächstes passiert. Sagt man etwas? Oder hat sich
einem der Hals zugeschnürt und die Geschichte im Kopf
einen Overflow ausgelöst? Irgendwo dazwischen vielleicht.
Ist das gut? Ich weiß es nicht. Sicher ist, dass es
sich bei „Elementarteilchen“ um keinesfalls leichte
Kost handelt, kein Film, bei dem man lacht oder der einem
einen Freitag-Abend versüßt. Eher das Gegenteil,
was jedoch für gutes Drama sprechen kann. Die Vorlage
von Autor Michel Houellebecq soll sich als sehr skandalös
beschreiben, was ich mangels meiner Kenntnisse über das
Wert nicht belegen kann. Der Film beschäftigt sich jedoch
mit tatsächlich „fiesen“ Themen, gebündelt
auf zwei Personen, die untereinander an sich schon ein sonderbares
Gespann abgeben. Dies liegt keinesfalls an den Inszenierungskünsten
der Macher oder aber den schauspielerischen Leistungen, denn
diese sind als sehr hoch zu bewerten.
Und
doch kann ich mir einiges an Kritik nicht verwehren. In vielen
Dingen stellt sich die Story als eigensinnig und doch scheinbar
authentisch dar. Nur einige Szenen erinnerten mich an „Forrest
Gump“ – und einem solchen Vergleich kann der Film
nicht standhalten. Vom Aufbau und der inneren Logik her macht
der Streifen eine gute Figur, nur die zahlreichen Zeitsprünge
können leider nicht überzeugen und verwirren manchmal
ordentlich. Das lenkt ein wenig von den harten Inhalten ab,
ströt die Entfaltung der Dramatik auch nicht weiter.
Mag schlussendlich auf die Maske zurückfallen, die in
dieser Hinsicht versagt hat. „Elementarteilchen“
ist kein leichter Tobak, ein insgesamt gelungenes Drama aus
deutschen Landen. Wirklich positiv überrascht war ich
von Christian Ulmen, der sein Talent als Schauspieler mit
diesem Film nicht nur unter Beweis stellt, sondern untermauert.
[Technik]
„Elementarteilchen“ erscheint mittels eines anamorphen
16:9-Widescreen Transfers. Wir haben es mit einem Seitenverhätlnis
von 2.35:1 zu tun. Der Transfer weist überwiegend natürliche
Farben auf und von Beginn an gefällt die klare Kantenschärfe.
Jene gute Konturenzeichnung schlägt positiv auf den Bilddetailgrad
wieder, welcher sich somit frisch und umfangreich entwickelt.
Ähnliches sei zum Kontrast gesagt. Knackige Farben können
einen plakativen Flächeneffekt vermeiden und umsorgen
den Betrachter mit einer guten Portion Plastizität, auch
der Schwarzlevel zeigt sich von seiner satten und knackigen
Seite. Es gibt praktisch nur selten ein wenig Rauschen vor
die Augen oder aber der leichte Nachzieheffekt trübt
die Kantenschärfe einen Hauch zum Negativen. Weitere
Störungen oder aber Verunreinigungen bleiben aus und
die Kompression kann ihren Job unbemerkt verrichten.
Technisch
betrachtet sind zwei Soundtracks auf der Disc vorhanden. Der
deutschsprachige Dolby Digital 5.1-Soundtrack und ein Dolby
Digital 2.0-Audiokommentar auf Anwahl. „Elementarteilchen“
leistet sich keinen spektakulären Ton und besinnt sich
über die meiste Strecke der Laufzeit auf saubere Ausspielung
von Musik und Hintergrundgeräuschen. Nur selten können
wir bidirektional verlaufende Surround-Effekte ausmachen oder
neben dem Music-Score Aktionen auf den hinteren Kanälen
Aktivitäten ausmachen. Der Titel beschränkt sich
auf die Lautsprecher-Front, gibt klare Sprachausgabe aus dem
Center-Speaker und untermalt die Handlung mit einer oftmals
emotionalen musikalischen Begleitung. Untertitel können
wahlweise in englischen oder deutschen Lettern hinzugeschaltet
werden.
[Fazit]
Highlight Video und Constantin Film bringen uns mit „Elementarteilchen“
einen ausreichend spannenden und emotional sehr anspruchsvollen
DVD-Film ins Heimkino. Inhaltlich mag der rund 107minutenlange
Titel nicht jedermanns Geschmack sein, was letztlich an der
teils extremen Darstellung der beiden Frauen- und Männer-Schicksale
liegen wird. Der Film gehört jedoch zu den besseren Werken
der deutschen Filmküche des laufenden Jahres. Er findet
Platz auf dieser einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und
vermag nach dem Einlegen der Disc mit einem optisch gut gestalteten
Menü zu begrüßen. Mittels einfacher Navigation
erreicht der Benutzer neben den standardmäßig vorhandenen
Optionen auch Zugriff auf folgendes Bonusmaterial:
-
Making Of (ca. 30 Min.)
- Hörfilmfassung
für Sehbehinderte
- Interviews
(ca. 33 Min.)
- Blick
hinter die Kulissen (ca. 8 Min.)
- Casting/Probe
(ca. 8 Min.)
- Darstellerinfos
Klar
gegliedert und inhaltlich sinnvoll aufbereitet können
die Extras in ihrer Laufzeit von rund 79 Minuten überzeugen.
Ihre technische Qualität zeigt sich als durchwachsen,
prinzipiell sind sie als sinnvolle und kontextbezogen wertvolle
Extras zu bewerten. „Elementarteilchen“ erscheint
im Amaray-Case und kommt mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren
daher. Wer Randthemen wie psychisch unstabile Menschen und
deren Geschichten über Glück und Schicksal tangiert,
der sollte sich „Elementarteilchen“ unbedingt
ansehen, sei jedoch gewarnt: kein leichter Tobak. Starttermin
dieser DVD war der 5. Oktober, der Preis liegt bei unter 20,-
Euro.
Andre
Schnack
30.10.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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