Robert Clayton Dean (Smith) ist Anwalt einer renommierten
Kanzlei, er hat Familie und ein geregeltes Leben, noch. Denn
das soll sich schlagartig an einem Tage ändern. Nicht das
es schon reicht, daß sein aktueller Fall ihm eine Morddrohung
eines Mafiosi, namens Pintero (Sizemore), einbringt; als er
dann noch Weihnachtseinkäufe tätigt passiert gleich das Nächste.
Ein alter Kollege trifft ihn zufällig in einem Geschäft, er
scheint in Eile und bittet Robert um Hilfe, er steckt ihm
etwas in die Einkaufstüte, ohne das Robert etwas davon mitbekommt
und verschwindet wieder. Draußen auf der Straße entkommt er
zwar seinen Verfolgern, wird aber von einem Fahrzeug auf der
Flucht überfahren und stirbt. Robert fährt nach Hause zu seiner
Frau und seinem Sohn. Er weiß nicht, daß sich in seiner Einkaufstüte
etwas sehr wichtiges befindet, zumindest für Thomas Brian
Reynolds (Voight), einem Mitarbeiter der NSA. Er ist in einen
Mordfall an einem hohen Tier verwickelt und das Videoband,
welches nun in Roberts Schrank zwischen Weihnachtsgeschenken
liegt, könnte seine Karriere abrupt beenden. Er will es haben,
um jeden Preis. So passieren Robert während der nächsten Tage
sonderbare Dinge, sein Ruf schwindet, er verliert seine Arbeit,
seine Frau denkt er habe eine Affäre und selbst die Kreditkarten
funktionieren nicht mehr. Dahinter steckt das mit High-Tech
ausgerüstete Team von Reynolds, sie setzen alle möglichen
Mittel der NSA ein um Roberts Leben zu zerstören und ihn permanent
im Auge zu behalten. Ehe sich der arme Anwalt versieht ist
sein Leben im Eimer. Doch vielleicht bleibt ihm noch eine
Chance: er sucht den Mann auf, den er mit Überwachungen für
die Kanzlei beauftragte, er nennt sich Brill (Hackman) und
keiner weiß eigentlich wer er wirklich ist, kann und wird
er helfen...?
Die Idee hinter "Enemy of the State" ist keinesfalls
neu, noch nicht einmal wurde sie besonders innovativ umgesetzt.
Auf diesem Sektor gibt es Filme wie z.B. "All the Presidents
Men", die die Thematik tiefgehender behandeln. Doch will
dieser Film das nicht, er ist in erster Linie ein Action-Thriller,
und dafür verdammt gut. Tony Scott leistete eine gute Regiearbeit,
auch die Schauspieler gefallen, Smith und Hackman sind großartig.
Bösewicht Voight macht ebenfalls ein gutes Bild. Aber das
eigentliche Markenzeichen der Bruckheimer Produktion ist der
temporeiche Schnitt, der Einsatz der High-Tech-Mittel zur
Verschwörung gegen Robert und die Darstellung der Politiker
und Drahtzieher dieser Machenschaften. Die Fiktion eines allgegenwärtigen,
permanent arbeitenden Dienstes, der in jedem Haus Mäuschen
mit Riesenohren spielt ist nicht gerade gemütlich. Totale
Kontrolle und Überwachung ist das Ziel, natürlich im Dienste
der nationalen Sicherheit. Als beängstigend, geradezu pervers
entpuppt sich das Szenario des Films. Es regt zum Nachdenken
an und wirft Fragen auf wurde aber nicht besonders
elegant umgesetzt, eher oberflächlich. Doch wie schon erwähnt
gehört der Film ins Genre Action-Thriller, nicht in die Rubrik
"eingehender Polit-Thriller". Die actiongeladene
Mischung aus "The Fugitive" (Auf der Flucht) und
"The Rock", explosiv und unterhaltsam inszeniert,
macht aber ebensoviel Spaß! Der Streifen läuft ca. 132 Minuten,
doch wegen des anhaltenden hohen Tempos verfliegen die sehr
schnell. Dabei muß erwähnt werden, daß das Tempo im Vergleich,
beispielsweise zu "Armageddon", abgenommen hat.
Offensichtlich eine Simpson/Bruckheimer Produktion, doch wurde
die extrem rasante Art zu drehen etwas gezügelt. Merkten die
Filmemacher vielleicht, daß das Publikum dem langsam überdrüssig
wurde?
Über die Umsetzung auf die DVD kann absolut nicht gemeckert
werden, im Gegenteil, eher Lob verschüttet. Wie erwartet weist
das Bild zwar keine 16:9 Optimierung auf, besitzt dafür aber
dennoch sehr gute Eigenschaften. Kontrast und Schärfe erzeugen
ein sehr natürliches und lebendiges Bild, der Detailreichtum
siedelt sich im oberen Bereich an. Lediglich die heftige Sättigung
der Grau- und Schwarztöne stört manchmal. Da verschwinden
ab und an Kleinigkeiten, z.B. werden aus Wellen und Knicken
in einem dunklen Mantel eine einfach schwarze Fläche, Problembeseitigung:
nachjustieren am Fernseher. Ansonsten fällt es aber kaum auf,
daß dem Bild keine 16:9 Optimierung spendiert wurde
es sieht brilliant aus und läßt jede Feinheit der Films scharf
und klar erkennen. Das Geschehen ist äußerst sauber, Artefakte
und Störungen treten praktisch nicht auf. Auf dem Fernseher
erscheint der Staatsfeind im Ratio 2.35:1. Richtig losgelegt
wird beim Sound der Disc. Es befindet sich ein englischer
Dolby Digital 5.1- und ein französischer 2.0-Track auf der
DVD. Englische Untertitel gibt es für Hörgeschädigte. Und
der 5.1 Ton hat es ehrlich in sich, er ergänzt den rasanten
Bildrausch perfekt. Die zahlreichen direktionalen Effekte
bleiben stets lokalisierbar und stören sich nicht gegenseitig,
sie erzeugen einen wirklich gelungenen Raumklang, sehr lebendig
und natürlich. Die Sprache erklingt klar und deutlich aus
dem Center, die Effekte aus meist allen Kanälen und die Musik
beschränkt sich überwiegend auf die Stereo-Lautsprecher. "Enemy
of the State" nutzt effektiv die Eigenschaften einer
Dolby Digital-Anlage und hört sich einfach klasse an, demoreif.
Gegen Ende des Films (Kapitel 22, Schießerei) gibt es nette
Effekte zu hören...
Eine gute Scheibe, "Enemy of the State" steht in
jeder Hinsicht prächtig da. Die Technik und der Film unterhalten
prächtig und werden jedem einen angenehmen Filmabend bescheren.
Der Film um die Privatsphäre des amerikanischen Volkes und
das Schicksal des Anwaltes Robert Clayton Dean macht Spaß.
Neben dem Film bekommt der Käufer auch etwas Bonusmaterial:
ein Trailer und zwei Production-Featurettes. Abgelegt wurde
das alles auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc, sie wechselt
für knapp 60,- DM (30$ Listenpreis) den Besitzer und ist ab
Mitte Juni 99 erhältlich. Will Smith- und Gene Hackman-Fans
greifen sofort zu, jeder der Bruckheimer-Produktionen mag
ebenfalls. Alle anderen werden aber auch nicht enttäuscht
sein, denn der Sound der DVD spielt eine große Rolle und dient
gut als Demo für die heimische Dolby Digital Anlage. Empfehlenswert.