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Gripsholm
Drama
Berlin
1932. Lebenshunger, Tabulosigkeit und die Gier nach Vergnügen
beherrschen die Stadt. In der dekadenten Welt des Kabaretts
ist der Schriftsteller Kurt Tucholsky (Ulrich Noethen) ein
Star. Keiner schreibt so scharfzüngig und frivol wie
er. Und Angst vor der Obrigkeit hat der Mann mit der scharfen
Zunge auch nicht. Allerdings wünscht sich sein Verleger,
dass Kurt einfach eine nette, leichte Sommerromanze schreibt.
Etwas, womit sich Geld verdienen lässt. Als der Autor
zu seinem Urlaubsidyll in das schwedische Schlösschen
Gripsholm aufbricht, sehen die Bedingungen dafür auch
ideal aus. Die Muse, die ihn küssen soll, hat der Autor
in Person seiner hinreißenden Freundin Lydia (Heike
Makatsch) gleich mitgebracht. Der besuch von Kurts Freund,
dem leidenschaftlichen Piloten Karlchen, und Lydias Freundin,
der lasziven Varieté-Sängerin Billie (Jasmin Tabatabai),
sorgt für erotische Überraschungen... Aber die politischen
Veränderungen in Deutschland werfen erste Schatten auf
das sonnige Urlaubsglück.
"Gripsholm"
ist ein deutscher Film. Und das merkt man dem Werk auch wirklich
an, wobei das an dieser Stelle nicht als negative Kritik aufgefasst
werden soll, denn eher als Lob. Er erzählt eine interessante
Geschichte vor einem interessanten Hintergrund, denn der Film
entstand nicht nur nach Motiven des Romans Schloß Gripsholm"
von Tucholsky, sondern portraitiert gewissermaßen auch
das Leben und Ende des berühmten Publizisten. Die Filmemacher,
und dabei wohl insbesondere der Regisseur Xavier Koller, legten
viel Wert auf gute, nicht so aufdringliche Filmmusik und schöne
Aufnahmen. Das macht keinen guten Film aus, doch mit der relativ
gelungenen Umsetzung der Geschichte gepaart, entstand ein
ordentlicher Streifen. Die Darsteller leisten gute Dienste,
insbesondere Ulrich Noethen gefällt als Kurt Tucholsky
sehr. Letztlich bleibt "Gripsholm" ein in gewissen
Zügen sehr unterhaltsamer, einigen vielleicht etwas zu
verschlossener und in der Handlung lückenhafter Film,
der keine wahre Größe erreicht aber gefällt.
Zur Technik
der DVD. Hier gelang nicht gerade ein guter Wurf, eher das
Gegenteil ist zumindest bei der visuellen Präsentation
des Films der Fall. Der Bildtransfer befindet sich im Format
2.35:1 auf der DVD und wurde für 16:9-Wiedergabegeräte
optimiert (anamorph). Leider verfügt das Geschehen auf
der Mattscheibe über einen permanent auftretenden, unschön
hohen Rauschfaktor, der teils stärker und weniger wird.
Darunter leidet etwas der Detailreichtum und die sonst ausreichende
Bildschärfe, rasche Bewegungen ziehen nur wenig nach;
von Kompressionsartefakten bleibt der Betrachter verschont.
Der Sound der DVD kommt im deutschen Originalton im Dolby
Digital 5.1-Format daher. Er zeigt keine sonderlich erwähnenswerte
Eigenschaften im Bereich "Direktionaleffekte" oder
große Basseinlagen, sondern besticht durch hohe Qualität
der Sprachausgabe, der seichten musikalischen Untermalung
und einigen Hintergrundgeräuschen die wohl platziert
wirken. Untertitel sind auf der DVD nicht vorhanden.
"Gripsholm"
von Arthaus ist eine DVD für Fans von Romanverfilmungen,
Geschichten die auf wahren Begebenheiten beruhen und für
die Leute, die eben deutsche Filmproduktionen mögen -
kein sonderlich toller, aber ein gelungener Film, der für
rund 97 Minuten unterhält. Irgendwie interessant, die
Darstellung der etwas dekadente Welt des Kabarett und die
Leute, denen es ums Brechen von Tabus ging. Andererseits auch
ein interessanter Film über einen großen Autor.
Auf der einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) befinden sich
nebst Hauptfilm noch 6 Trailer weiterer Kinowert / Arthaus-Erscheinungen,
der Filmtrailer, Ausschnitten aus Interviews und 3,5 Minuten
Behind-The-Scenes. Präsentiert wird das Ganze in einem
hübschen Menü mit einfacher Struktur. Am14. August
erscheint die Kauf-Version der DVD in den Regalen, für
rund 50,- DM ist man dabei.
Andre
Schnack
27.06.2001
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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