Der Film erzählt die Geschichte einer kleinbürgerlichen Familie
während des zweiten Weltkriegs. Berichtet vom jungen Sohn
Bill (Edwards), gesehen durch seine Augen, die Augen eines
Kindes. Zusammen lebt die englische Familie in ihrem Haus
in einem der Vororte Londons. Der Film beginnt an dem Zeitpunkt,
ab dem sich Deutschland und England im Krieg befinden. Erst
weiß Bill nichts so richtig damit anzufangen, als er aber
mit seinem Vater anfängt einen Bunker im Garten zu bauen,
denkt er sich, daß Krieg auch eine Menge Spaß bedeutet. Jede
Nachrichtensendung im Radio wird gespannt verfolgt, man will
genaustens informiert sein, denn selbst die Nachbarn reden
von kaum noch etwas anderem. Vater Clive (Hayman) und sein
Bruder Mac (OConnor) unterscheiden sich sehr in ihren
Ansichten was den Krieg angeht. Clive meldet sich sogar und
wird auch schon kurze Zeit später eingezogen. Patriotisch
verläßt er seine Familie, sein Bruder versteht das nicht.
Grace (Miles), Frau von Clive und Mutter von Bill, Sue (Geraldine
Muir) und Dawn (Davis), hat nun allerhand zu tun. Denn das
Leben in einem Land, daß sich im Kriegszustand befindet ist
nicht immer einfach. Die Kinder sehen das etwas anders, es
passieren immerhin allerlei neue, spannende Sachen: das Haus
des Nachbarn brennt ab, ein deutscher Pilot muß aus seinem
Flugzeug steigen und landet mit dem Fallschirm im Garten und
der Spielplatz weitet sich immer weiter aus...
"Hope & Glory" bietet für 108 Minuten gute
Unterhaltung. Der Film besteht aus interessanten Elementen
und bildet eine Mischung aus Kriegs-Drama und Komödie. Ungemein
einfühlsam und treffend wurde die autobiographisch erzählte
Geschichte umgesetzt. Man sieht tatsächlich den Krieg mit
den Augen eines Kindes. Man erfährt die Sorgen des Kindes
und die "Vorteile" die der Krieg mit Deutschland
für die Kinder bringt: Spaß in den Trümmerruinen, entstehende
Banden die umherziehen und alles was noch heil ist zerstören,
und man lernt Menschen kennen, die sonst nicht dagewesen wären.
Folgen hat das insbesondere für Bills Schwester... Die
Thematik wurde durchaus spannend und interessant verfilmt,
verfeinert mit einem Schuß Komik. Krieg macht sich natürlich
nicht nur an der Front bemerkbar, der Film bringt das dem
Betrachter gut nahe. Der Krieg verändert das Leben der Familie
und den Alltag, die Menschen selbst ändern sich auch sehr
und es entstehen die sonderbarsten Situationen. Dem Film alleine
als Kriegsfilm zu betrachten und mit Streifen wie "Stalingrad"
oder "Das Boot" zu vergleichen
wäre falsch und würde dem Film sein Eigenleben nehmen. Es
ist die Geschichte eines Junge der während einer grausamen
Zeit aufwächst, doch er macht das Beste daraus. Regisseur
und Schauspieler leisteten gute Arbeit, die wundervoll fotografierten
Szenen kombiniert mit den überzeugenden Darstellern in einer
schönen Geschichte brachten dem Film 5 Oscar-Nominierungen
ein. Sollte man gesehen haben.
Leider überzeugt die Umsetzung des Films auf die DVD weniger.
Weder Bild noch Ton vermögen zu überzeugen. Ich will das Bild
nicht schlechter machen als es ist, doch der Vergleich mit
einer VHS-Version scheint mir sehr angebracht, denn besser
ist es einfach nicht. Schärfe, Kontrast und die Detailgenauigkeit
lassen zu wünschen übrig. Außerdem treten häufig unschöne
Artefakte und Bildstörungen auf. Neben den Drop-Outs wirkt
das ganze Bild durch die blassen Farben und den mangelhaften
Kontrast etwas unwirklich und nicht sehr natürlich. Das mag
vielleicht auch an der Basis, dem alten Filmmaterial liegen.
Wer also mit dem Niveau einer Videokassette leben kann, wird
auch hier nicht enttäuscht sein, doch denke ich für eine DVD
ist die Leistung nur befriedigend. Der Transfer ist nicht
anamorph und gelang im Ration 1.67:1 auf den Fernseher. Zum
Sound kann wenig gesagt werden. Die einzige Tonspur ist in
deutscher Sprache, aufgenommen in Mono. Der Ton holt das beste
heraus aus dem Möglichen, die Stimmen sind deutlich, Geräusche
und Musik lassen sich gut hören. Untertitel sind nicht auf
der DVD vorhanden.
Am ehesten könnte man die DVD mit "The
Mission" aus dem gleichen Hause vergleichen: sehr
guter Film, mäßige Umsetzung. Da bieten "Stalingrad", "Tango"
und insbesondere "Das Boot"
wesentlich bessere Technik aus dem EuroVideo-Programm. Schade
das kein Bonusmaterial vorhanden ist, die einseitige Single-Layer-Disc
bietet über ein schmuckes Menü nur eine Kapitelauswahl (13
Kapitel) und Filmempfehlungen. Die FSK für "Hope &
Glory" beträgt 12 Jahre. Wer sich nicht als Technik-Purist
bezeichnet und ruhig einige Schnitzer in der Präsentation
hinnimmt, der bekommt für rund 50,- DM einen klasse Film!
Andre Schnack