Jesse
Stone: Night Passage
Crime/Drama/Mystery
[Einleitung]
TV-Produktionen auf DVD sind für manche ein Segen, für
andere ein Greul. Ich selbst bin kein TV-Zuschauer, sehe nur
auswählte Sport- oder Dokumentations-Sendungen und habe
dem täglichen Wahnsinn der Flimmerkiste abgesagt. Doch
Titel wie „Tatort“ sind natürlich inhaltlich
hochwertige Kost. Gehört auch die Thriller-Produktion
„Jesse Stone“ hier mit dem Film „Night Passage“
mit zum besseren Programm? Serviert in Form dieser DVD durch
Sony Pictures Home Entertainment machten wir uns ein genaueres
Bild über das Ergebnis von Regisseur Robert Harmon nach
dem Drehbuch von Tom Epperson nach einem Roman von Robert
B. Parker. In den Hauptrollen sehen wir Tom Selleck, Saul
Rubinek und Viola Davis.
[Inhalt]
Nach seiner Scheidung und dem Rausschmiss beim Morddezernat
des LAPD landet Stone in Paradise, Massachusetts, einem kleinen
und scheinbar ruhigen Ort in Neuengland, wo er vom Stadtrat
zum neuen Polizeichef gewählt wird. Allerdings stellt
sich schnell heraus, dass das Leben in Paradise keineswegs
so himmlisch ist, wie man es auf den ersten Blick vermuten
würde, und so muss Stone schon am ersten Tag im neuen
Job in einem Fall von häuslicher Gewalt ermitteln, der
ihn zu einem Geldwäscherring führt, in den sogar
Bankdirektor Hasty Hathaway (Saul Rubinek) verwickelt sein
könnte - einer der Männer, die Stone eingestellt
haben. Werden die Honoratioren der Stadt Stone davon abhalten,
zu tief in ihren schmutzigen Geheimnissen zu graben, oder
können Stone und seine engagierte Polizeitruppe das tödliche
Rätsel lösen?
(Quelle: Sony Pictures Home Entertainment)
[Kommentar]
Thriller mit Magnum-Darsteller Tom Selleck müssen nun
wirklich nicht unbedingt ins Kino kommen um erfolgreich sein
zu können. Das hat die 80er Jahre TV-Serie „Magnum“
über einen Privatdetektiv und seine spannenden Fälle
bereits eindrucksvoll bewiesen. Warum also nicht den mittlerweile
62jährigen US-Amerikaner erneut in einem anderen Umfeld
ins Rennen schicken? Dieses Mal heißt der rührige
Ermittler Jesse Stone, basiert auf einer Figur von Robert
B. Parkers Kriminalromanen und knüpft an die TV-Serie
„Stone Cold“ an. Weniger Palmen, weniger Temperatur
und weniger sonnig, freizügige, junge Frauen als in „Magnum“,
dafür sollen die Faktoren hohe Spannung, glaubhafte Geschichten
und dramatische Erzählweisen punkten und den Sieg für
„Jesse Stone“ ereifern.
In „Night
Passage“ spielt Tom Selleck den in der Stadt noch recht
neuen Chief Jesse Stone. Mit glaubhafter Routine scheint Mr.
Selleck tatsächlich Ermittler Stone zu sein. Oftmals
wortstark, dennoch mit verbindlicher Freundlichkeit und oft
bestimmenden Worten setzt er seine Abwärtsreise in den
Strudel der Korruption seiner Geldgeber und Befürworter
fort. Dabei trifft er auf eine Vielzahl an Überraschungen,
sonderbare Figuren und einen Verlauf, der sich sogar recht
dynamisch entwickelt. Die Stimmung des Titels ist grundsätzlich
weitaus düsterer als wir es von einem „Magnum“
kennen, jedoch nicht vergleichbar mit Genre-Größen
wie beispielsweise „Sieben“,
welcher sich mehr einem Psycho-Thriller entwickelt, als dieses
Crime-Thriller Stück.
[Technik]
Wie es sich für eine moderne und aktuelle TV-Produktion
gehört, so erstrahlt „Jesse Stone“ via anamorph
codierten 16:9-Transfer im Format 1.85:1 auf dem Wiedergabegerät.
Entgegen der Annahme, dass TV-Produktionen grundsätzlich
schlechter in ihrer technischen Ausprägung ausfallen
als Kinoproduktionen, haben wir es hier mit einem rundum gelungenen
Transfer zu tun. Angefangen beim satten und ausgewogenen Kontrast
über die angenehme, wenngleich nicht besonders hohe Kantenschärfe
bis hin zum Anteil der Bilddetails des Geschehens stimmt praktisch
alles. Die Ausleuchtung hätte eine Spur heller ausfallen
können und nicht immer wird eine hohe Sauberkeit gewahrt,
wenn sich Rauschen ins Bild drängt.
Beim Sound bekommen
wir Hausmannskost geboten. Raumklang kann sich nur bedingt
entwickeln und nicht selten bestimmt die Lautsprecherfront,
wo und wie der Hase läuft. Wahlweise gibt es den Dolby
Digital 5.1 Sound in den Sprachfassungen Englisch, Französisch,
Italienisch, Spanisch und Deutsch anzuhören. Unspektakulär
und mit beschränkter Dynamik verrichtet der Ton seinen
Job, ohne dabei nach oben oder unten hin auszubrechen. Untertitel
können der Akustik in über 20 verschiedenen Sprachen
wahlweise zugeschaltet werden.
[Fazit]
Leider kannte ich vor der Ansicht dieses durchaus bildstarken
und spannenden Thrillers nicht den Film „Stone Cold“.
„Jesse Stone: Night Passage“ spielt vor den Geschehnissen
von „Stone Cold“ und bietet mithin ein Prequel
auf einer Laufzeit von rund 86 rasch verrinnenden Minuten.
Abgelegt auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9)
gefällt es dem Inhalt gut, was wiederum den Betrachter
anspricht. Das einfache Menü lässt sich gut navigieren,
wer großartige Extras oder Auswahloptionen erwartet,
der wird im wahrsten Sinne des Wortes leer ausgehen. Denn
bis auf Trailer befinden sich keinerlei brauchbare Bonusmaterialien
auf dem Datenträger. Die FSK Einstufung erfolgte ab 12
Jahren, Erscheinungstermin ist der 19. Juli.
Andre Schnack
26.06.2007
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
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