Kambodscha, August 1973. Regierungstruppen liefern sich ständig
Kämpfe mit der Roten Khmer. Viele Journalisten aus allen Ländern
halten sich zu diesem Zeitpunkt noch im Land auf um für ihre
Nachrichtenblätter bericht erstatten zu können, so auch Sydney
Schanberg (Waterston) der New York Times. Er, sein Übersetzer
und Gehilfe Dith Pran (Ngor) und sein britischer Kollege Al
Rockoff (Malkovich) befinden sich gerade in Phnom Penh als
dieses gegen die Rote Khmer fällt. Die Regierungstruppen überlassen
der kommunistischen Rebellion die Hauptstadt. Journalisten
und Ausländer werden nicht gut behandelt, die Rebellen töten
sehr viele Menschen. Durch das Handelsgeschick und dem bedingungslosen
Einsatz vom kambodschanischen Übersetzter Pran gelingt dem
Trio das Überleben in der besetzten Stadt. Nach einer Festnahme
können sie in die französische Botschaft flüchten, zu Hunderten
sammeln sich hier Menschen mit Angst. Schanberg gelang es
zu veranlassen, daß Prans Familie das Land verlassen
kann, doch Pran blieb, der Rest der Familie wartet mittlerweile
in den USA auf ihn. Die Lage in der Stadt spitzt sich immer
mehr zu, Sydney, Rockoff und Pran sind nicht mehr sicher,
gerade auf Amerikaner ist die Rebellion nach dem Abwurf amerikanischer
Bomben nicht mehr gut zu sprechen. Die Botschaft soll plötzlich
geräumt werden, der Führungsstab wird ausgeflogen, jedem der
einen ausländischen Paß hat wird geholfen und kann mit Helikoptern
außer Landes gebracht werden, Pran hat aber keinen ausländischen
Paß, er hat nicht einmal mehr ein Foto von sich. Und genau
das benötigen die seine Journalistenfreunde um ihm einen britischen
Paß anzufertigen. Doch schließlich mißlingt das Vorhaben und
Pran wird der Roten Khmer ausgeliefert... während sein Freunde
auf dem Heimweg sind beginnt für Dith ein Horrortrip.
Der Film gefällt wirklich gut, als ein Kriegsdrama mit historischem
Hintergrund. Der Faktor, daß er nach einer wahren Geschichte
gedreht wurde, macht den Film nur noch besser. Regisseur Joffé
setzte den Tatsachenbericht von Sydney Schanberg authentisch
um und inszeniert einen sehr ansehnlichen Schauplatz des Geschehens.
Der Film wirkt in keiner Weise übertrieben, teilweise hat
er Dokumentationscharakter. Die schauspielerischen Leistungen
sind ausgesprochen gut, besonders die von Haing S. Ngor. Man
merkt dem Film sehr den Stil von Joffé und Menges an, besonders
die Aufnahmen der Landschaften wurden mit der Kamera gekonnt
eingefangen. Auf teilweise erschreckende Art und Weise wird
in dieser schönen Umgebung der Konflikt um die Macht in Kambodscha
dargestellt. Man bedenke, daß die Rote Khmer zu einem großen
Teil aus Jungen und Mädchen ums Alter 15 herum bestand, alle
tragen Waffen und zögern nicht diese skrupellos einzusetzen
beängstigend. Es geht um diesen grausamen Krieg, aber
es geht auch um das Leben als Journalist und um die Freundschaft
einiger Männer. Die Nominierungen und Auszeichnungen erhielt
der Film zurecht. Den zweiten Oscar erhielt Haing S. Ngor
für die beste Nebenrolle, der dritte Academy Award ging an
das beste Film Editing (Schnitt) von Jim Clark.
Ich ging sehr skeptisch
an diese DVD heran, wurde aber angenehm überrascht. Der Bildtransfer
geschieht in 4:3 Vollbild. Er weist keinerlei grobe Mängel
auf, die Schärfe, der Kontrast und der überdurchschnittliche
Detailreichtum lassen das Geschehen stets natürlich wirken.
Zwar könnte der Grad an Schärfe in bestimmten Szenen ruhig
etwas höher sein, trotzdem liegt die Qualität des Bildes weitaus
höher als bei VHS-Videos und ist sehr ansehnlich. Nur gelegentlich
treten einige, kleine Bildstörungen in Form von Drop-Outs
auf, diese stören den Filmgenuß aber kaum. Auf der Disc befinden
sich zwei Tonspuren, beide in deutscher Sprache, ein Dolby
Surround- und ein Dolby Digital 5.0-Track. Die 5.1 Spur ist
wegen ihrer häufig auftretenden, direktionalen Effekte selbstverständlich
vorzuziehen. Die Dialoge dringen wohlklingend aus der Center-Box,
die Musik meist aus den vorderen Kanälen und Hintergrundgeräusche
je nach Position aus den entsprechenden Lautsprechern. Der
Ton wurde in 5.1 komplett neu abgemischt und die Geräuschkulisse
gelang dabei ausgezeichnet. Untertitel werden nicht zur Wahl
angeboten.
Mit "The Killing
Fields" gelang EuroVideo eine sehr gute DVD, Präsentation
in Bild und Ton sowie der Film an sich sind gut. Außerdem
beinhaltet die DVD-9 (einseitige Dual-Layer-Disc) etwas Bonusmaterial,
denn neben einer animierten Kapitelauswahl bietet das hübsche
Screen-Menü auch Hintergrundinfos zum Film und Filmographien
der Hauptdarsteller. Nominiert war der Film übrigens noch
in folgenden Kategorien: bester Hauptdarsteller, bester Regisseur,
bester Film und bestes Drehbuch! Für rund 50,- DM bekommt
man eine rundum gelungene Code2-DVD mit einem anspruchsvollen
139 minutenlangen Film sehr empfehlenswert.
Andre Schnack