Im
Kinojahr 1973 verschwand Sean Connery als Darsteller des englischen
Doppelnullagenten von der großen Leinwand. An seine Stelle
trat der Engländer Roger Moore. Sein erster Film, „Live And
Let Die“ entstand ’73, die Regie übernahm Guy Hamilton. Neben
Roger Moore sind Yaphet Kotto, Jane Seymour, Clifton James,
Julius Harris und David Hedison mit von der Partie. Die DVD
kommt aus dem Hause MGM Home Video.
Binnen
kürzester Zeit starben einige britische Geheimagenten, alle
verfolgten die Spuren eines mächtigen Drogenhändlers. Sie
ermittelten im äußerst gefährlichen Heroingeschäft und die
Morde führen alle zu einem Botschafter namens Kananga (Yaphet
Kotto) und einem Unterweltkönig, der sich Mr. Big (Yaphet
Kotto) nennt. Die Engländer sind zu höchst beunruhigt und
senden ihren besten Doppelnull-Agenten aus, James Bond alias
007 (Roger Moore). Sofort reist dieser ins Land der unbegrenzten
Möglichkeiten. Zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen
vom CIA, Felix Leiter (David Hedison), versucht er nun sein
Glück. Bei den Ermittlungen gerät Bond in die Unterwelt New
Yorks und bekommt es mit Mr. Big und seinen Handlangern zu
tun. Besonders der einarmige Tee Hee (Julius Harris) würde
gerne einmal seine unmenschlich starke Prothese am Briten
ausprobieren. Mr. Big ist stets bestens informiert, an seiner
Seite befindet sich die wunderhübsche Wahrsagerin Solitaire
(Jane Seymour). Bond gelingt die Flucht und weitere Spuren
führen ihn schließlich von New York aus auf eine kleine karibische
Insel, San Monique. Hier hat jemand eine gigantische Heroinfabrik
und riesige Felder zum Anbau der Droge angelegt.
„Live
And Let Die“ ist in vielerlei Hinsicht etwas besonderes. Der
Film ist die erste Bond-Episode mit einem neuen Hauptdarsteller,
außerdem entstand er in einer etwas „schwierigen“ Zeit. Schließlich
war Bond eine Gestalt der Sechziger, nun brachen die Siebziger
an und die Welt wandelte sich. Durch die damals aktuelle Thematik
des überhöhten Drogenkonsums und mit dem Faktor, dass viele
afroamerikanische Darsteller im Film auftauchen, wirkt er
der Zeit sehr entsprechend. Die Geschichte und ihr Verlauf
gefallen, mit den Absichten des bösen Gegenspieler Bonds hätte
man nicht gerechnet. Der Film gehört zu den weniger actiongeladenen
Vertretern der Bond-Reihe. Einmal abgesehen von der genialen
Verfolgungsjagd mit Schnell-Booten über die Flüsse Louisianas
am Ende des Films, passiert hier leider recht wenig. Dafür
werden wieder einmal interessante Orte besucht, die bildhübschen
Jane Seymour als Bond-Girl „präsentiert“ und sogar etwas Komik
durch nette Kommentare und einige witzige Aktionen (Sheriff
Pepper) verstreut. „Live And Let Die“ bekommt zudem eine besondere
Atmosphäre durch die Voodoo-Thematik und durch die schwarze
Magie, zum Glück wird diesbezüglich nichts übertrieben. Unterlegt
wurde das spannende Geschehen mit einem gelungenen Soundtrack.
Regisseur, Drehbuchautor und Roger Moore als Ian Flemings
James Bond leisteten allesamt gute Arbeit. Ein weitere Bond
Film der gefällt.
Technisch
gehört die Disc leider nicht zu den Besten. Zwar ist der Film
schon rund 27 Jahre alt, doch sehen ebenso alte Filme, auch
aus der Bond Collection, teilweise besser aus. Hier leistet
der anamorphe Bildtransfer im Ratio von 1.85:1 nicht gerade
überwältigende Dienste. Die Sättigung der Farben leidet, damit
fällt auch der Kontrast dementsprechend blass aus, die Folge:
das Bild wirkt nicht plastisch. Die Farben hinterlassen einen
ausgewaschenen Eindruck, zudem wurden die Kanten etwas zu
sehr künstlich nachbearbeitet. Die daraus resultierende Schärfe
lässt unschöne Ecken und Pixel entstehen. Zudem stören einige
leichte Bildstörungen und das Geschehen auf dem Fernseher
rauscht permanent. Kompressionsartefakte treten nicht auf.
Für einen bald 30 Jahre alten Transfer einie Leistung, die
in Ordnung ist, aber nicht gerade begeistert. Die technische
Qualität des Ton überzeugt wenig. Leider wurde „Live And Let
Die“ kein neuer Sound spendiert. So tritt Bond dieses Mal
nur im Dolby Digital 2.0 Mono-Gewand auf. Und das bekommt
man leider negativ zu Ohren. Entgegen den Erwartungen verwöhnter
Mehrkanalton-Ohren, dringt hier der Ton primär nur aus dem
Center-Speaker. Bei den Dialogen macht das gar nichts, sie
erklingen deutlich und stets verständlich. Doch bei den Actionsequenzen,
wie z.B. der Boot-Jagd, da hört es dann auf. Der Betrachter
bekommt das Gefühl, alles spiele sich in entfernten Weiten
ab, von Raumklang kann da keine Rede sein. Neben der englischen
Tonspur gibt es auch noch einen französischen Ton. Untertitel
sind ebenfalls in diesen beiden Sprachen vorhanden.
„Live
And Let Die“ läuft rund 121 Minuten und befindet sich auf
einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Nun kommen
wir zu dem erfreulichsten Teil der Disc, der Ausstattung dieser
Special Edition. Denn in Sachen Bonusmaterial spielt die Scheibe
in der obersten Liga mit. Das äußerst schicke und mit Sound
ausgestattete Menü ermöglicht den Zugriff auf 2 Audiokommentare,
eine 30 minutenlange Dokumentation, eine Fotogalerie (150
Bilder), zwei Kurz-Interviews mit Roger Moore während der
Dreharbeiten, 2 Trailer, 2 Radiospots sowie eine Milch-Werbung
mit Bond. Besonders die Dokumentation ist äußerst interessant
und gibt Einblick in die Entstehung des Films und über den
Vorgang, wie in Roger Moore ein neuer Bond gefunden wurde.
In der Verpackung findet man noch ein mehrseitiges Booklet
mit Hintergrundinfos. Kann man über die technischen Einbußen
in Sachen Ton und Bild hinwegsehen, dann findet man mit dieser
weiteren Bond-DVD einen würdigen Kaufkandidaten. Besonders
das Zusatzmaterial ist nicht nur üppig, sondern auch inhaltlich
sinnvoll. Da blättert man doch gerne die rund 70,- DM (35$
Listenpreis) für diese DVD auf die Ladetheke. Empfehlenswert.
Andre
Schnack
20.02.2000
Film
/ Inhalt
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