| Poseidon
- 2 DVD Set
Action/Adventure/Drama/Thriller
[Inhalt]
Sylvesternacht, Nordatlantik: Kapitän Michael Bradford
(Andre Braugher) stößt im Ballsaal des monströsen
Luxusliners Poseidon mit seinen Passagieren auf das neue Jahr
an, während der erste Offizier bereits erkennen muss,
dass dies kein Gutes wird. Mit rasender Geschwindigkeit und
unglaublicher Gewalt bricht eine 50 Meter hohe Welle über
das Schiff herein und hinterlässt Chaos und Zerstörung.
Der Kapitän versucht die Überlebenden im Ballsaal
zu beruhigen und rät abzuwarten bis Hilfe kommt, doch
eine kleine Gruppe angeführt von Profi Spieler Dylan
Johns (Josh Lucas) nimmt ihr Schicksal lieber selbst in die
Hand. Durch das zertrümmerte Schiff wollen sie sich an
die Wasseroberfläche retten. Doch der Überlebenskampf
in einem riesigen Labyrinth wird zum Wettlauf mit der Zeit,
da die Poseidon sich immer schneller dem Meeresgrund nähert.
(Quelle: Warner Home Video)
[Kommentar]
Große sinkende Schiffe gehören zum Kino-Programm
seitdem es bewegte Bilder auf großen weißen Leinwänden
in den Lichtspielhäusern gibt. Wahrscheinlich fing es
mit der Titanic an, denn zum Untergang des unsinkbaren Menschheitstraums
gab es sogar schon Schwarz-Weiß-Filme. Lange, bevor
die Farbe die Kameratechnik belebte. Neben vielen TV-Produktionen
und Titeln wie „Der Sturm“
wurden historisch relevante Schiffs-Namen wie die Bismarck
oder die Poseidon gern aufgegriffen und zu Kriegsfilmen oder
bewegenden Dramen abgedreht. Den Vogel schoss dann 1999 der
US-amerikanische Regisseur James Cameron mit seiner extrem
hochwertigen und aufwendigen Version vom Untergang der „Titanic“
ab, in der er anhand einer Romanze eine bewegende und faszinierende
Tragödie über die Hochnäsigkeit der Menschheit
und den Glauben an die Liebe erzählte.
Und nun
kommt Wolfgang Petersen daher und dreht „Poseidon“
als Remake ab. Und einige inhaltliche Elemente lassen einen
als Kenner des Originals doch schon sehr staunen. Als erstes
wären hier Defizite bei der Ausgestaltung der Atmosphäre
zu nennen. Es mangels ab und an Details, die bei einem guten
und dichten Aufbau der Story notwendig sind. Und dann geht
es den gesamten Film um das tragische Ereignis’ des
Kenterns. Aber auch nicht unbedingt um mehr. Wo „Titanic“
noch mit einer umfassenden Romanze aufwarten konnte und das
Original von „Poseidon“ mit Krisen innerhalb der
Gruppe der Überlebenden für Spannung sorgte, genau
dort entsteht ein großes Loch im „Poseidon“-Remake.
Und das, obwohl der gute Herr Petersen doch die besten Erfahrungen
mit dem kühlen Nass hat, schließlich gehört
„Das Boot“ zu einem der
weltbesten Antikriegsfilme überhaupt.
Daraus
lernen wir, wie wichtig Hollywood die lieben Special Effects
und aufwendigen Sets sind. Und da Hollywood nur das produziert,
was auch Publikumsmassen in die Kinosäle lockt, darf
man – mal wieder – vom Gezeigten auf das Publikum
schließen. Schade, dass diese Dinge scheinbar heute
arg in den Vordergrund gerückt sind. Wie z.B. die Digitalisierung
des Wassers, Schiffe unter Seegang mit Wellen und Wetter,
haben bestimmt so manch einem CGI-Profi zahlreiche graue Haare
bereitet. Und so kommt es auch, dass es diese Animationen
sind, die am Ende des Tages oftmals unnatürlicher aussehen
als reale Bilder, dennoch Unmengen an Geld „versenkten“
- im wahrsten Sinne des Wortes. „Poseidon“ sieht
gut aus. Ob bei Tag oder Nacht, dass Wasser wirkt unheimlich
realistisch und sauber animiert. Nur teilweise kommen die
Innen- und Außenaufnahmen ein wenig zu steril daher.
[Technik]
„Poseidon“ erscheint mittels eines anamorphen
Breitbild-Transfers im Format 2.35:1. Alle Bilder des Titels
kommen mit einem zart fahlen Kontrast daher, was eventuell
durch den Regisseur und Produktionsdesigner bewusst verantwortet
wurde. Dennoch wirken die Farben natürlich und sauber
in ihrem Glanz. Es entstehen selbst in den überwiegend
dunklen Aufnahmen erstaunlich viele Details, obwohl man es
mit der Kantenschärfe nicht ganz so genau sah, denn sie
hinterlässt nicht selten einen eher soften und weichen
Eindruck. Unbeeindruckt davon geht der Transfer die Anforderungen
des Filminhalts mit. Als Mankos sind vor allem die leichte
Bildunruhe und ab und an auftretendes Rauschen zu nennen.
Die Kompression schreitet davon ab sauber zu Werk und wirkt
solide.
„Poseidon“
haut wieder Erwarten gar nicht allzu heftig die Pauken und
Trompeten. Zwar steuern beide Dolby Digital 5.1-Soundtracks
in den Sprachen Englisch und Deutsch ordentlichen und voluminösen
Ton bei. Ein echtes Effekte-Feuerwerk kommt hingegen nicht
zustande. Wie schade, denn das Potenzial wäre vorhanden
gewesen. Augenmerk legte man insbesondere bei der Ausgestaltung
des Music-Scores, der stets aus allen angeschlossenen Laufsprechern
klingt und für Atmosphäre sorgt. Im Hintergrund
hört man stets unidentifizierbare Geräusche, welche
wohl vom Zerbersten des Schiffsrumpfs herrühren –
das wirkt ausgesprochen gut. Abschließend halten wir
fest, dass wir es mit einem guten Ton zu tun haben und jedermann
zufrieden gestellt wird.
[Fazit]
Falls es im Kommentar zu kurz gekommen ist: Auf Charakter-Entwicklung
wird in „Poseidon“ genau so acht gegeben, wie
auf eine schlüssige Erzählweise und einen nachvollziehbaren
Aufbau des Films und seiner stimmungsvollen Story. Letztere
ist zwar keine schöne Sonnenscheingeschichte, dennoch
begeistert sie den Zuschauer und zieht ihn für rund 94
Minuten in ihren Bann. „Poseidon“ erscheint auf
einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) mit einer Altersfreigabe
von ab 12 Jahren. Die zweite DVD des Sets beinhaltet folgendes
Bonusmaterial:
- Tagebuch
eines Schiffskameraden
- Poseidon:
Ein Schiff im Tonstudio
- Poseidon:
Auf den Kopf gestellt
- Making
Of: Die Monsterwelle
Inhaltlich
und vom Umfang her sind die Extras informativ und sinnvoll.
Für eine echte Special Edition jedoch hätten wir
ein wenig mehr erwartet. Am Ende bleibt ein leicht zwiespältiger
Eindruck über den Inhalt von „Poseidon“.
Denn viele tolle Special Effects begeistern, jedoch fehlt
es dem guten Stück an Seele. Wolfgang Petersen hat schon
bessere Filme gedreht, auch bessere Katastrophenfilme, wenn
man denn „Outbreak“ und „Der
Sturm“ zu diesem Genre zählen mag. Wer jedoch
Action unter der Wasseroberfläche sucht, der wird hier
fündig.
Andre
Schnack
04.01.2007
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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