| Schlachthof
5
Comedy/Science-Fiction/War
[Einleitung]
Was ist das für ein Titel, „Schlachthof 5“?
Er wirkt irgendwie sehr modern und zeitgemäß, doch
verbirgt sich hinter dieser Titulierung ein bereits rund 35
Jahre alter Kriegsfilm, der mir bislang völlig unbekannt
war. Regisseur George Roy Hill fertigte „Schlachthof
5“ (Originaltitel: Slaughterhouse-Five) 1972 nach einem
Drehbuch von Stephen Geller. Dieser wiederum adaptiere in
seinem Skript einen Roman von Kurt Vonnegut Jr., der Roman
trägt den Titel „Slaughterhouse-Five Or The Children's
Crusade“. Aus dem Hause Koch Media erscheint hierzulande
die DVD-Fassung zum Film. Wir konnten uns ein genaueres Bild
über die inhaltlichen und technischen Leistungen machen
und berichten aus erster Hand.
[Inhalt]
„Zu den Dingen, die Billy Pilgrim nicht ändern
konnte, gehören Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft...“.
US-Soldat Billy Pilgrim gerät im Zweiten Weltkrieg in
deutsche Gefangenschaft und wird im Keller eines stillgelegten
Schlachthofes in Dresden festgehalten. Traumatisiert durch
die Kriegserlebnisse und die schweren Luftangriffe auf die
Stadt, flüchtet er sich in eine Fantasiewelt. Von der
Zeit gelöst, erlebt Billy abstruse Abenteuer auf dem
imaginären Planeten Tralfamadore und begibt sich auf
eine Reise durch die unterschiedlichen Abschnitte seines Lebens.
(Quelle: Koch Media)
[Kommentar]
Wir haben es mit dem Regisseur zu tun, der uns wundervolle
Titel wie „Der Clou“ und
„Butch Cassidy and the Sundance
Kid“ in der Vergangenheit bescherte. Jene zeichneten
sich stets durch ihre intelligente Erzählweise und dem
seichten Humor aus, der sie begleitete obwohl es sich nicht
direkt um Komödien handelte. Doch mit „Schlachthof
5“ erhalten wir ein ganz anderes Kaliber vor die Augen,
und zwar einen Titel, der eher dem Drama und Kriegsfilm verpflichtet
ist, als einer Unterhaltung durch Witz und Komik. „Schlachthof
5“ bietet eine Verarbeitung eines Kriegstraumas einer
Person, die sich in ihre Fantasiewelt flüchtet. Jene
Härten des unmenschlichen Kriegs gehen nicht ohne Spuren
an den Figuren vorbei und die Darsteller leisten allesamt
eine wirklich gute Darbietungsqualität.
Aus meiner heutigen
Sicht blieb der große „was für ein genialer
Film“-Effekt aus. So richtig will sich dieses Gefühl
nicht einstellen, wenngleich der Titel nach wie vor zu überzeugen
versteht. Wir befinden uns nunmehr in Zeiten, in denen die
Produktionsgestaltung noch um einige Standards gewachsen ist.
„Schlachthof 5“ droht dadurch zwar keine ernst
zu nehmende Gefahr, hin und wieder sieht man die Unterschiede
zu aktuellen Filmen jedoch sehr klar. Insbesondere die Sets,
Masken und Kostüme hinterlassen in aktuellen Werken einen
authentischeren Eindruck. Musikalisch haben wir es mit etwas
besonderem zu tun, denn Glenn Gould schuf die richtige Begleitung
für einen Titel, der sich mit Krieg und Gewalt auseinandersetzt.
[Technik]
„Schlachthof 5“ findet in einem anamorphen Breitbild-Format
mit den Abmessungen 1.85:1 statt und füllt die Fläche
eines 16:9-Wiedergabgeräts komplett aus. Von Beginn an
sollten die Erwartungen an den Titel nicht allzu hoch sein.
35 Jahre hat die US-amerikanische Filmproduktion mittlerweile
auf dem Buckel, ganz spurlos geht das nicht an dem Transfer
vorbei. Vor allem an der Bildruhe können die altersbedingten
Spuren erkannt werden. Es gibt ein stetiges, sehr feines Rauschen
im Untergrund des Transfers auszumachen. Darüber kann
in Szenen mit ausreichend Lichtmitteln bedenkenlos hinweggesehen
werden; Momente in schattigen Zuständen hingegen leiden
unter dieser Tatsache spürbar. Auch kommt der Kontrast
nicht immer aus dem Quark, im Mittel leistet er jedoch durchschnittliche
Werte. Alles in allem orientiert sich „Schlachthof 5“
am Mittelfeld, ohne dabei abzurutschen oder Peaks nach oben
hin zu erleben.
Der Soundtrack
ertönt im wahlweise deutschen oder englischsprachigen
Dolby Digital 2.0-Sound. Optional können englischsprachige
Untertitel eingeblendet werden. „Schlachthof 5“
ist zwar ein Film über den Krieg, einen Vergleich zu
den heutigen, zuweilen brachial inszenierten Werken hinkt
jedoch stark, was sich auch auf den Bereich der akustischen
Darbietung niederschlägt. Am Ende zahlen hier maßgeblich
zwei tonale Komponenten ins Leistungsbild ein: die Sprachausgabe
und der Rest. Der Rest setzt sich dabei maßgeblich aus
der musikalischen Begleitung und den Hintergrund- und Umgebungsgeräuschen
zusammen. Sie alle verkommen hin und wieder zu einem leichten
Einheitsbrei, aus dem sich lediglich die Sprachausgabe qualitativ
abheben kann.
[Fazit]
„Schlachthof 5“ bietet anspruchsvolles Kino und
einen Inhalt, der sich tatsächlich an ein ab 16 Jahre
altes Publikum richtet. Der rund 98minutenlange Titel befindet
sich auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9) und
füllt knappe 6 GB an Speicherplatz aus. Koch Media brachte
keine innovativen Gedanken bei der Menü-Gestaltung mit
ein und hielt sich an ein zumeist starres Menü, welches
gerade einmal eine bewegte Kapitelauswahl zum besten geben
kann. Als weitere Extras befindet sich noch ein englischer
Trailer und eine Bildergalerie mit auf der Disc. Der in 20
Kapitel unterteilte Film erschien am 7. März zu einem
Preis von rund 15,- Euro in Form dieses nett anzusehenden
Pappschubers inklusive eines innenliegenden Amaray-Cases.
Wer gute Filme schätzt, der sollte „Schlachthof
5“ kennen und gesehen haben. Hier gibt es die technisch
gelungene Möglichkeit ein etwaiges Versäumnis nachzuholen.
Andre Schnack
12.03.2008
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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