Zwei Jahre sind seid den schrecklichen Vorfällen in Woodsboro
vergangen. Sidney Prescott (Campbell) zog aus ihrer alten
Heimat fort, noch immer verfolgen sie die blutigen Ereignisse
in Gedanken. Sie und Randy Meeks (Kennedy) besuchen nun das
Windsor College. Hier haben beide auch neue Freunde gefunden.
Sidney ist mit Derek (Jerrey OConnell) zusammen. Mittlerweile
ist der Unschuldige Cotton Weary (Liev Schreiber) aus dem
Gefängnis und versucht mit seiner unrechten Verurteilung Geld
zu machen. Gale Weathers (Cox) schrieb ein weiteres Buch,
dieses mal über die "Woodsboro Morde". Das Buch
diente auch als Filmvorlage für "Stab", eine Verfilmung
der Geschichte der Jugendlichen aus Woodsboro. Gerade mit
seiner Premiere beginnt erneut eine Reihe an Morden an Jugendlichen,
nicht weit von hier. Und schon wieder trägt der Täter die
weiße Gespenstermaske. Als weitere Menschen ihr Leben lassen,
trifft Dewey Riley (Arquette) in Windsor ein um seine Freundin
Sidney zu beschützen, auch Gale ist mittlerweile hier
die Überlebenden des ersten Teils müssen sich erneut einem
skrupellosen und brutalen Mörder entgegenstellen. Doch wer
steckt dahinter? Hat Cotton etwas damit zu tun, Sidneys
neuer Freund vielleicht? Oder Ist dieser Unbekannte hinter
der Maske ein Nachahmer? Vielleicht hat er sogar etwas mit
der alten Geschichte in der Heimat gemeinsam?
"Scream 2" ist für einen Nachfolger nicht schlecht.
Dennoch erreicht er lange nicht die Klasse des Vorgängers.
Er erzeugt nicht soviel Spannung und versucht Defizite in
der Story mit viel Blut wettzumachen. Leider gibt es auch
nicht annähernd so viele Verdächtige, dafür jedoch gibt es
mehr Tote. Zwar knüpft die Handlung nahtlos an den ersten
Teil an und durch die bekannten Charaktere entsteht ein hoher
Wiedererkennungswert, dennoch der Aufbau des Streifens nicht
so überzeugend. Während des Showdowns passiert nicht
sonderlich viel, und als letztlich das Geheimnis des Mörders
gelüftet wird erinnert man sich nur gerne an den perfekt inszenierten
ersten Teil zurück. Denn wen man hier als Mörder präsentiert
bekommt überrascht, aber eher negativ und lau. Schade auch,
daß lange nicht so viele Anspielungen und Parodien auf andere
Filme des Genres eingebaut wurden, gerade die Mischung aus
Horror, Spannung, etwas Ekel und einer gewissen Komik mit
Parodiecharakter zeichneten den ersten "Schrei"
doch so aus. Kameraarbeit und Schnittechnik überzeugen hingegen.
Trotz der genannten Makel ein erstaunlich unterhaltsamer Horrorfilm,
Regisseur Wes Craven erschuf wieder die typische Scream-Stimmung.
Die schon bekannten Rollen des ersten Teils tragen nicht unwesentlich
zum Erfolg des Films bei - man darf auf das dritte Werk gespannt
sein. Was erleben die Überbleibsel der Clique wohl als nächstes?
Das nervenzerreißende Horrorstück macht einen gelungenen
Eindruck wenn es um die Technik geht. Das Bild ist leider
nicht anamorphisch. Die Darstellung in 2.35:1 weist trotzdem
einen hohen Detailgrad auf und überzeugt mit Schärfe, kontrastreichen
Farben und klaren Schatten. Die ausgesuchten Handlungsorte
wirken sehr diabolisch und man leistete gute Arbeit sie auf
DVD zu bannen. Visuell gibt es außer der fehlenden Anamorph-Erweiterung
keine Makel. Sehen wir uns den Sound genauer an, so treffen
wir auf durchschnittliche Leistung. Einige Effekte aus den
Surroundlautsprechern begründen deren Aufstellung. Die Dialoge
kommen klar und deutlich aus dem Center. Geschickt gesetzte
und sehr überraschende Soundeinlagen sorgen für die spannende
Atmosphäre und für einige Überraschungen. Auf der Disc befindet
sich nur ein englischer 5.1 Surround-Track, wahlweise sind
englische Untertitel einzuschalten.
Der 120 minutenlange Film findet auf einer einseitigen Single-Layer-Disc
Platz. Neben den schon erwähnten Untertiteln befindet sich
lediglich ein Trailer als Bonus auf der Scheibe etwas
dürftig. Trotz mangelnder Ausstattung dank der überdurchschnittlichen
Qualität der Präsentation von Bild und Ton eine gute DVD.
Und auch der Inhalt stimmt, Fans des Horror und Thriller-Genres
sind hier bestens aufgehoben, denn Spannung und Unbehaglichkeit
wird garantiert! Für knappe 60,- DM (30$ Listenpreis) holt
ihr Euch den zweiten "Schrei" ins Haus.
Andre Schnack