| Der
tapfere kleine Toaster
Animation/Family/Music/Adventure
[Inhalt]
Vor vielen Jahren haben Robert, damals noch ein kleiner Junge,
und seine Familie die Freunde Toaster, Staubsauger, Tischlampe,
Radio und Heizdecke nach dem Urlaub alleine im Sommerhaus
zurück gelassen. Alleine langweilen sich die Fünf
schrecklich und, was noch viel schlimmer ist, sie fühlen
sich völlig nutzlos.
Daher beschließen
die Fünf eines Tages, sich auf den Weg in die Stadt zu
machen und Robert zu suchen. Die unfreundliche, ja schon fast
gehässige, Klimaanlage versucht, den Freunden ein wenig
Angst zu machen und sie einzuschüchtern. Doch die lassen
sich von ihrem Plan nicht abbringen – noch wissen der
Staubsauger Kirby, der sich immer ein wenig cooler gibt und
auch um einiges taffer aussieht, als er in Wirklichkeit ist,
die niedliche Decke Blanky, die ängstliche Lampe Lampy,
das Radio, das für jede Situation einen passenden Spruch
auf Lager hat und der kleine, silberne Toaster aus Chrom nicht,
welche Abenteuer auf sie warten!
(Quelle: Concorde Home Entertainment)
[Kommentar]
Alles hat ein Leben, eben auch ein Toaster. Und wenn kein
biologisches Leben, so zumindest eine Seele. Das diese Aussage
und Filmidee 20 Jahre später für ausverkaufte Kinosäle
sorgen soll, hat 1987 noch niemand absehen können. „Der
tapfere kleine Toaster“ ähnelt im Grunde den aktuellen
Filmproduktionen wie „Cars“
oder „Findet Nemo!“
sehr, beschränkt sich dabei nicht auf die reine Wertvermittlung
von guten Charakterzügen, alten Tugenden und gesellschaftlich
normalen Verhaltensweisen, sondern bedient sich eben genau
dazu der Personifizierung und lebhaften Ausgestaltung durch
Küchengerätschaften mit Gesichtern, eigenen Meinungen
und speziellen Verhaltensmustern. 1987 war dies noch recht
innovativ und selbst heute stauen wir über die Animationskunst,
wie aus Gegenständen und z.B. Autos, richtige Figuren
werden, durch die der Film seine Story erzählt.
Diese Erzählweise
von „Der tapfere kleine Toaster“ orientiert sich
am klassischen Verlauf und Stil der Disney-Meisterwerke. Insgesamt
kann festgehalten werden, dass die Geschichte vom Toaster
und den fünf Freunden genau ins Erfolgs-Schema passt,
und dass, obgleich die Art und Weise der Umsetzung schon einige
Differenzen aufweist. So haben wir es beispielsweise mit einer
aus heutiger Sicht eher angestaubten Animationstechnik zu
tun. Weniger Details, gröbere Figuren und Bewegungsmuster
sind zu erhaschen. Ferner kann die Story mit einigen eher
gruseligeren, sagen wir auch spannenderen, Momenten aufwarten,
welche Kinder komplett in ihren Bann ziehen. Das Erzähltempo
ist sehr angenehm, irgendwie spürbar langsamer als im
heutigen Heute. Musikalische Einlagen sorgen für Stimmung.
[Technik]
„Der tapfere kleine Toaster“ erscheint, wie es
zu erwarten war, im 4:3-Vollbild-Transfer. Die Aufteilung
der Mattscheibe im Seitenverhältnis 1.33:1 ist zeittypisch
und unspektakulär, die qualitative Ausspielung lässt
Wünsche offen. Und das nicht nur gemessen an den heutigen
Standards in der technischen Abbildung solcher Animationsfilme.
Denn Verunreinigungen seitens des Masters können zu einem
gewissen Grad unter die Toleranz solcher Filme mit einem Alter
von 20 Jahren fallen. Treten die Fehler jedoch in einem Grad
wie hier auf, so müssen sie als leicht störend eingestuft
werden. Zweifelsohne wird Kindern dieses Manko kaum auffallen,
noch stören. Kontrast und Farbgebung gehen in Ordnung,
die Kantenschärfe hingegen ist als unzureichend einzustufen
und offenbart wenig Details.
Irgendetwas scheint
beim Ton in die Hose gegangen zu sein. Ab und an fällt
auf, dass die Sprachausgabe ins Unverständliche abdriftet
und ihr Volumen kein klares Wort mehr verstehen lässt,
die Umgebungsgeräusche vorherrschen und dominieren. Welch
Glück, dass dies nicht die Regel des Dolby Digital 2.0-Tons
von „Der tapfere kleine Toaster“ ist. Wahlweise
gibt es den Sound im deutschsprachigen Synchronisations-Ergebnis,
oder aber im englischen Originalton zu vernehmen. Kann die
Darbietung über die Laufzeit eigentlich gefallen, so
zieht sich die Unverständlichkeit der Sprachausgabe durch
die gesamte Laufzeit und nicht nur in ruhigen Szenen, sondern
auch in den musikalischen Momenten verschluckt der Ton hin
und wieder ein Wort oder mehr.
[Fazit]
„Der tapfere kleine Toaster“ kann mit seinem Charme
und seiner recht typischen Disney-Art bei Kind und Kegel für
Gefallen sorgen und unterbreitet gute Unterhaltung. Und das
auf einer Laufzeit von rund 87 Minuten. Wie bereits erwähnt
hält der Titel dabei auf keinen Fall die Geschwindigkeit
und das Erzähltempo heutiger Animationsfilme, beansprucht
dies jedoch auch nicht und zieht sein eigenes Ding durch.
Abgelegt auf einer einseitigen Single-Layer-Disc (DVD Typ
5) gefällt die technische Umsetzung ganz gut, kommt jedoch
nicht ohne spürbare Mängel daher. Die FSK stufte
den Film verständlicherweise ohne Altersbeschränkung
ein. Concorde Home Entertainment veröffentlichte ihn
am 7. März zu einem Preis von rund 10,- Euro.
Andre Schnack
11.04.2007
| Film
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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