| Wallander
Collection 2
Crime/Thriller
[Einleitung]
Ein stets leicht depressiv angehauchter Polizist mit dem Namen
Kurt Wallander ist vielen Roman-Fans von Henning Mankell ein
Begriff. Der Kommissar aus nordischen Regionen macht seinen
Job, und das gut. Zumeist aus Überzeugung, nicht aus
Freude. universumfilm bringt uns mit der „Wallander
Collection 2“ erneut zwei DVDs mit Spannung auf den
Markt. So zumindest die Absichten. Wir konnten uns die beiden
TV-Krimis von den Regisseuren Jörn Faurschou und Stephan
Apelgren etwas genauer unter die Lupe nehmen und berichten
über Inhalt, Technik und Ausstattung. In den Hauptrollen
sind zu sehen: Krister Henriksson als Kurt Wallander und an
seiner Seite Johanna Sällström und Ola Rapace.
[Inhalt]
Disc 1: Tod in den Sternen (Byfanen) „ca. 91 Minuten“
In Ystad wird eine Bank überfallen: Ein wild aussehender
Mann mit geflochtenem Zöpfen und einer Indianerfeder
im Haar droht, sich und die Bank in die Luft zu sprengen,
wenn nicht ein bestimmter Betrag auf ein Konto überwiesen
wird. Da es sich bei dem Bankräuber offenbar um einen
geistig behinderten Menschen handelt, wird er nicht ernst
genommen. Doch die mitgebrachte Bombe ist echt - und der harmlose
"Dorftrottel" kennt kein Erbarmen. Kurt Wallander
und seine Kollegen stehen vor einer großen Herausforderung…
Disc 2: Ein Toter
aus Afrika (Afrikanen) „ca. 88 Minuten“
Während in Ystad gerade die Wahlkampfvorbereitungen auf
Hochtouren laufen, wird in einem schwedischen Zug ein schwarzer
Mann ermordet aufgefunden. Der Tote ist nur schwer zu identifizieren
- der größte Teil des Gesichts fehlt. Da die Nachforschungen
ergeben, dass der Mann in Ystad ermordet wurde, werden Kurt
Wallander und seine Kollegen auf den mysteriösen Fall
angesetzt. Als sich herausstellt, dass die Mordwaffe in Verbindung
mit einem von Kurts Jugendfreunden steht, nehmen die Ermittlungen
eine unerwartete Wendung…
[Kommentar]
Ich mag den Wallander, nicht nur vom Typen her. Der Film-Charakter
hat eine mir nicht allzu fremde Art und vermag durch seine
Handlungen stets zwei Dingen gerecht zu werden: seinem Stil
und der kriminalistischen Ermittlungsarbeit. Ersteres ist
eigentlich sein Leidwesen und nur durch Hineinstürzen
in seine Arbeit bildet er einen Pol, auf den er sich konzentrieren
kann und muss, um ein entsprechendes Gegengewicht zum verkorksten
Privatleben zu bilden. Bei mir stimmt das Privatleben, doch
nicht selten kann man sich in bestimmten Situationen allzu
gut mit dem Kommissar identifizieren. Das mit diesen recht
neuen Produktionen der Geschichten von Henning Mankell auch
ein neues Gesicht von Kurt Wallander Einzug hält mag
nur auf dem ersten Blick etwas irritieren und ungewohnt erscheinen.
Krister Henriksson leistet eine gute Arbeit und man wird relativ
rasch warm mit der Figur.
Rolf Lassgård
gefiel mir in z.B. „Wallander – Die fünfte
Frau“ sehr gut, Krister Henriksson kommt nicht ganz
an das Niveau und vor allem die Passgenauigkeit von Darsteller
zu Figur heran. Inhaltlich geht es nicht nur um einen Polizisten,
sondern auch um seine Kriminalfälle. In einer ähnlichen
Art wie „Tatort“-Episoden gestalteten und konstruierten
die Macher auch die beiden Fälle „Tod in den Sternen“
und „Ein Toter aus Afrika“. Die Kriminalfälle
sind geschickt konstruiert, bleiben in ihrem Kern glaubhaft
und halten den Betrachter vor der Mattscheibe, was nicht immer
einfach ist. Richtig große Überraschungsmomente
gibt es zwar nicht, für eine unterhaltsame und spannende
Zeit sind die Sendungen jedoch prädestiniert.
[Technik]
Technisch hält sich diese DVD-Veröffentlichung an
bewährter TV-Produktions-Qualität, kommt jedoch
modern und zeitgemäß in einem anamorphen Breitbild-Gewand
im Ratio 1.78:1 daher. Dies erfreut den Betrachter um so mehr,
wenn er in den Genuss der Bilder kommt. Denn diese weisen
eine durchaus gute Güte auf und spielen sich in der oberen
Mittelfeld-Liga zielsicher ein. Dazu führen vor allem
die gesunde Farbgestaltung mit stets einem melancholischen
Farbstich und die gelungenen Kontraste, die gemeinsam in einem
weitgehend harmonischen und plastischen Gebilde aufgehen.
Nur selten wirkt ein kleinerer Rausch-Faktor ungestüm
und verrieselt ein wenig die visuelle Darbietung, was praktisch
nur in plakativen Bildbereichen ins Auge fällt und nicht
weiter stört. Kompressionsartefakte treten nur selten
auf und fallen nicht weiter ins Gewicht.
Die „Wallander
Collection 2“ tönt – genau wie die erste
Collection – mittels eines Dolby Digital 5.1-Mehrkanaltonformats
daher. Wir vernehmen wahlweise deutsche Sprache oder aber
schwedische Sprachausgabe. Und dies auf einem klaren und deutlichen
Kanal. Die weiteren angeschlossenen Töner brauchen sich
jedoch über mangelnde Nutzung nicht zu beschweren, denn
auch für sie gibt es etwas zu tun. Dazu zählen vor
allem die Hintergrundgeräusche, die zuweilen einsetzende
musikalische Begleitung und ab und zu etwas an Effekten –
was jedoch eher selten der Fall ist. Qualitativ kann der Sound
überzeugen, wenngleich er nicht in die Riege der Kinofilme
aufgenommen werden kann. Dazu mangelt es an Effektfreude und
Kompetenz diese über die Kanäle zu einem Erlebnis
zu formen. Untertitel gibt es auf der DVD nicht vorzufinden.
[Fazit]
Wer Krimis mag, der sollte diese Empfehlung auch als solche
verstehen und sich die beiden DVDs der „Wallander Collection
2“ genauer ansehen. Es handelt sich dabei um zwei einseitige
Dual-Layer-Discs (DVD Typ 9) mit einer gesamten Spielzeit
von rund 179 Minuten. Die Altersfreigabe erfolgte dabei ab
12 Jahren, was das Publikum nicht sonderlich einschränkt
und auch gut so ist. Kurt Wallander bietet gute Unterhaltung
und eine gehörige Portion Spannung. Auch wenn man mit
einem anderen Wallander-Darsteller Vorlieb nehmen muss, so
gefallen die Episoden dennoch. An Bonusmaterial gibt es auf
den DVDs eine Featurette (4,5 Min.) und 7 Trailer mit einer
Laufzeit von rund 10 Minuten vorzufinden. Damit lockt man
nun wirklich keinen DVD-Kenner mehr hinterm Sofa hervor, dennoch
besser als nichts. Erscheinungstermin war der 6. Juni 2006,
der Preis liegt bei rund 20,- Euro.
Andre Schnack
13.06.2006
| Film
/ Inhalt |
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Bewertung:
Ein Wert von 6 ist optimal. Je weniger Qualität
geboten wird, desto niedriger fällt der Wert in
der entsprechenden Kategorie aus.
1 von 6 ist dementsprechend ein schlechtes Ergebnis. |
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