Rezept zum Verlieben

Comedy/Drama/Romance
Comedy/Drama/Romance

[Einleitung]
„Rezept zum Verlieben“ – so lautet der Titel des aktuellen Scott Hicks-Films, im Original tituliert mit „No Reservations“. Wen sehen wir in den führenden Rollen? Niemand weniger als Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart, ferner die junge Abigail Breslin in der wichtigsten Unterstützerfigur. Wer schrieb das Drehbuch zum 90minütigen Aufenthalt in der Küche? Das Duo Sandra Nettelbeck und Carol Fuchs. Die Blu-ray Disc Fassung des Titels erscheint hierzulande unter dem Stern von Warner Home Video. Wir machten einen Abstecher direkt in die Küche, den Ort des Geschehens, und berichten aus erster (Küchen)Hand.

[Inhalt]
Ihnen gelüstet nach zarten, perfekt zubereiteten Wachteln in Trüffelsauce? Nichts leichter als das: So was zaubert Kate (Catherine Zeta-Jones), die arbeitssüchtige Meisterköchin eines Edelrestaurants in Manhattan, mit links auf den Teller. Aber wie sie den neuen Sous-Chef (Aaron Eckhart), einen lockeren Typen, der Opern liebt, weichkochen soll, weiß sie nicht. Und den Umgang mit ihrer verwaisten Nichte, die bei ihr einzieht und die für Fischstäbchen jede Gänseleberpastete stehen lässt, kriegt sie auch nicht gebacken. „Ich wünschte, es gäbe ein Kochbuch fürs Leben mit exakten Verhaltensrezepten“, seufzt Kate bei ihrem Therapeuten.
(Quelle: Warner Home Video)

[Kommentar]
Ich fragte mich nach der Ansicht, wer der richtige für diesen Film sei. An wen richte er sich und welches Publikum stellt er sich vor? Ich weiß es nicht. Denn als Feel-Good-Werk möchte ich ihn aufgrund seiner tragischen Elemente nicht bezeichnen, ebenso wenig haben wir es mit einer klassischen Comedy zu tun. Vielmehr liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen, nur wo? „Rezept zum Verlieben“ kann durchaus gefallen, versprüht auch einen gewissen Charme, der letztlich von Titeln wie „Ratatouille“ wesentlich hochwertiger ausgeschlachtet wird, krankt jedoch an seiner Einfachheit und Ziellosigkeit. Klar können einige Aspekte des Films durchaus gefallen.

Die Story ums Verantwortungsbewusstsein und die Workaholic-Dame gefällt schon, kann jedoch keine Innovation oder eigene Besonderheiten aufweisen und verfällt somit letztlich dem Kino-Mainstream um eine Romanze beim Kochen. Und so wird aus der Haute-Cousine eine Pommes-Bude mit glatter Durchschnittskost. Wie schade. Denn handwerklich steht das „Rezept zum Verlieben“ ganz gut da. Wir haben es mit ganz guten Darstellern zu tun, die Sets sind gut durchgestaltet und die Masken und Kostüme hinterlassen einen authentischen Eindruck. Nur das nicht der rechte Story-Fang und die notwendige Stimmung aufkommen wollen stört ein wenig.

[Technik]
Ob dieser Titel nun auf einem High Definition-Format erscheinen muss, sei einmal dahin gestellt. Denn zweifelsohne wird Blu-ray den Feldzug gegen DVD erfolgreich weiter beschreiten, und so ist es unabdingbar, dass immer mehr Erscheinungen ihr Dasein auf dem neuen Medium fristen werden. „Rezept zum Verlieben“ erscheint mit einem anamorphen Breitbild-Transfer im Seitenverhältnis 2.35:1 in vollem 1080p. Wir bezeugen schöne Farben, die mit einem authentischen Charme daher kommen. Die Ausleuchtung kommt sehr unauffällig und professionell daher. Sie offenbart nur sehr wenige Momente, in denen der Detailgrad spürbar leidet. Ansonsten sind weit und breit keine Artefakte oder andere Verunreinigungen auszumachen und wir erhalten ein gutes Bild.

„Rezept zum Verlieben“ erscheint mittels Dolby Digital 5.1-Ton in den Sprachfassungen Französisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch und Englisch. So richtig achtet man bei der Geschichte nicht auf den Ton. Doch kann sich dieser durchaus hören lassen. Er überzeugt auch in den oftmals eher ruhigen Passagen durch eine saubere Ausspielung und durch eine durchaus wahrzunehmende Räumlichkeit, der es immer wieder mit ganz alltäglichen und ordinären Umgebungsgeräuschen gelingt eine gewisse Dynamik abzudecken. Neben der klaren Dialoge haben wir es noch mit einem Music-Score zu tun, der ebenfalls gefällt, wenngleich nicht die ihm zustehende Dominanz einlöst.

[Fazit]
Letztlich möchte ich sinngemäß ein wenig Roger Eberts Kommentar zum Film beipflichten: es geht hier nicht um Menschen, die sich für andere Personen interessieren, sondern fürs Kochen. Das mag sich hart anhören, ist letztlich jedoch ein treffendes Urteil über den Titel auf seiner Spielzeit von rund 100 Minuten. Abgelegt auf einer Blu-ray Disc fühlt sich „Rezept zum Verlieben“ ganz wohl, auch gibt es an der technischen Umsetzung kaum einen großen Mangel auszusetzen. Wir erhalten ein schlichtes und einfach zu navigierendes Menü, welches den Zugriff auf die zwei wesentlichen Features darstellt: die Dokumentation „Zu Gast in der Kochsendung Emeril Live“ und das Making Of: Hinter den Kulissen von „Rezept zum Verlieben“. Insgesamt ganz nett anzuschauen, haut einen jedoch nicht vom Herd. Erscheinungstermin war der 7. Februar, der Preis liegt bei rund 30,- Euro.

Andre Schnack, 01.04.2008

  Film/Inhalt
:
  Bild
:
  Ton
:
  Extras/Ausstattung
:
  Preis-Leistung
: