RTL Samstag Nacht – Kentucky schreit ficken

Comedy
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[Einleitung]
Dazumal war die Comedy-Sendung „RTL Samstag Nacht“ ein totaler Erfolg. Sie brachte ihr Publikum Woche für Woche zwischen November 1993 bis Mai 1998 immer wieder zum Lachen. Die Mannen Wigald Boning, Olli Dittrich, Esther Schweins, Stefan Jürgens, Tanja Schumann und Mirco Nontschew gehörten zur Stamm-Crew der Serie. Es waren sie, die dazumal ein neues Comedy-Niveau für ein TV-Programm erreichten. Nun ist es an der Zeit, dass eine Auskopplung des Inhaltes als DVD-Fassung erscheint. Im Vertrieb der AL!VE AG kommt von Turbine Medien „RTL Samstag Nacht – Kentucky schreit ficken“. Wir konnten uns die Disc mit über einer Stunde Laufzeit in Konzentratfassung genauer ansehen und berichten.

[Inhalt]
„Hallo! Hallo Sie! Dürfte ich Sie mal an die Bheke titten?“ – Endlich laden Stefan Jürgens, Olli Dittrich, Tanja Schumann und Mirco Nontschew aus dem „RTL Samstag Nacht“-Ensemble wieder zu den Aktionswochen bei „Kentucky Schreit Ficken“ ein. Die Wortverdreher aus dem etwas anderen Restaurant avancierten in den 90er Jahren zum Comedy-Kult. Auf dieser DVD gibt es die geballte Ladung aus beiden Staffeln „Kentucky Schreit Ficken“ mit über 30 Sketchen. Außerdem mit dabei: Das offizielle „Kentucky Schreit Ficken“-Wörterbuch für den Hausgebrauch (auf der Cover-Innenseite), ein Bonussketch, u.a. mit den Freaks von „Far Out“, und Outtakes! Das haben wir ja gefickt eingeschädelt!
(Quelle: AL!VE AG)

[Kommentar]
So einfach es ist, so unterhaltsam ist es auf der anderen Seite. Denn nach einem recht simplen Regelwerk werden deutsche Wortschätze so verwurstet, dass bei ihnen extrem lustig und einfach zu köstlich auf der anderen Seite. Bereits nach wenigen Minuten merkt man zwar, dass wir immer wieder das Gleiche aufgetischt bekommen. Es wirkt einfach anders, wenn einmal „Kentucky schreit ficken“ innerhalb eines Anteils in einer „Samstag Nacht“-Sendung erleben, als wenn wir immer wiederkehrend den gleichen Aufbau und Ablauf sehen. Doch irgendwie wirkt das alles gar so gar nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Extrem kurzweilig verdrehen bis zu drei der Komödianten extrem so die Worte, dass man ein stetiges Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert bekommt.

Dessen jedoch nicht genug, denn das Regelwerk sieht ebenfalls vor, dass auch einfach ein Buchstabe von zwei relevanten Worten so verdreht werden, dass recht obszöne Worte kreiert werden. Das ist extrem lustig, wenn gleich die darstellerische Innovationen nach der Ansicht einiger Episoden stark nachlässt. Es ist immer wieder der einfache Dialog zwischen zwei sehr wortgewandten Comedy-Bekanntheiten. Dann kommt wieder ein Spruch à la „Kack voll Sohle“, was natürlich Sack voll Kohle in der Ursprungsversion bedeutet. Und man erfreut sich der Einfachheit und Kurzweiligkeit der Sendung mit dem Titel „Kentucky schreit ficken“, die stets Worte entstehen lässt, die mit sexuell angehauchten Anspielungen zu tun haben.

[Technik]
Standard, nicht sonderlich gut und eher auf Niveau des Zeitalters des DVD-Beginns. Doch mittlerweile sehen oftmals ähnliche alte Aufnahmen wirklich viel besser aus. Was jedoch auch auf das Format an sich zurückzuführen ist. Denn sonderlich viel Budget stand der Sendung vielleicht gar nicht zur Verfügung. Dennoch kann man als Mensch, der auch an TV-Programm gewöhnt ist, mit der Qualität zufrieden sein. Wo der Kontrast des 4:3-Vollbilds noch in Ordnung geht, dort versagen leider die Kantenschärfe und der Detailgrad auf ganzer Linie. Das Bild wirkt tatsächlich wie aus den Neunzigern. Nicht immer sonderlich gut im Gesamteindruck, immerhin aber so, dass man nicht großartig enttäuscht ist. Die Kompression macht selten auf sich aufmerksam.

Tontechnisch macht sich ein nüchternes Bild breit. Wir erhalten überwiegend die reine Sprachausgabe als Ton geliefert. Andere Faktoren, wie beispielsweise Geräusche aus der unmittelbaren Umgebung, tauchen einfach nicht auf. Musikalische Elemente wurden ausschließlich im Ansatz praktiziert, was wiederrum dazu führt, dass ein recht eindimensionaler Sound entsteht. Von räumlicher Weite ist hier nichts zu spüren. Die Kulisse konzentriert sich auf den frontalen Angriff, der sich hier eher als Rohrkrepierer entpuppt. Bis auf den einen deutschen Dolby Digital 2.0-Sound gibt es auf der Disc nichts weiter vorzufinden. Untertitel sind ebenfalls nicht auszumachen.

[Fazit]
Turbine Medien hat bislang stets ein glückliches Händchen bewiesen, wenn es um die Auswahl der Titel geht, welche die junge Firma auf DVD veröffentlicht. Ich war wirklich nahezu erleichtert zu lesen, dass es auch einer meiner TV-Lieblinge aus den Neunziger Jahren nun auf DVD schafft, wo doch der Medienwandel in Richtung High Definition bereits im vollen Gange ist. Doch wenn man sich hier „Kentucky schreit ficken“ auf einer Laufzeit von rund 75 Minuten ansieht, dann ist es schon sehr anstrengend. Man sollte sich die Episoden nicht am Stück ansehen. Als Bonusmaterial finden wir einige Minuten Outtakes und einige weitere Minuten in Form eines Extra-Sketches. Diese DVD erscheint am 5. Juni zu einem Preis von rund 10,- Euro. Wer dazumal Fan der Samstag Nacht-Sendung war, der wird hier seine wahre Freude erleben. Technisch hingegen befindet sich die Disc nicht auf der Höhe der Zeit. Freigegeben ab 12 Jahren.

Andre Schnack, 27.05.2009

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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