Runner Runner

Crime/Drama/Thriller
Crime/Drama/Thriller

[Einleitung]
Ich war einigermaßen gespannt auf einen Film mit Justin Timberlake und Ben Affleck in führenden Rollen. Brad Furman führte Regie nach einem Drehbuch von Brian Koppelman und David Levine und das Ergebnis lautet dann „Runner Runner“ (im Original sowie der deutschen Kinoversion). Entstanden 2013 als US-amerikanische Filmproduktion, unter anderen in weiteren Rollen mit Gemma Arterton und Anthony Mackie. Diese Standard Definition DVD Version erscheint aus dem Angebot von Twentieth Century Fox Home Entertainment. Im folgenden meine Gedanken nach der Ansicht des Films, den es nicht lange im Kino hielt…

[Inhalt]
Elitestudent Richie Furst (Justin Timberlake) verdient beim Online-Poker deutlich mehr als nur seine Studiengebühren – bis er plötzlich alles verliert. Der erfolgreiche Zocker glaubt sich betrogen und reist nach Costa Rica, um dort den milliardenschweren Betreiber der Internetseite Ivan Block (Ben Affleck) zur Rede zu stellen. Doch Richie findet sich schnell im ultimativen Machtpoker wieder – gefangen zwischen Blocks Versprechen auf grenzenlosen Reichtum und einem ehrgeizigen FBI-Agenten, der den einflussreichen Glücksspielboss aus dem Verkehr ziehen will. Richie muss alles auf eine Karte setzen…
(Quelle: Twentieth Century Fox Home Entertainment)

[Kommentar]
In Zügen erinnerte mich der Film an den meines Erachtens grandiosen Titel „Rounders“ von John Dahl aus 1998 mit Matt Damon und Edward Norton. Doch leider sind dies eben nur Erinnerungen, und eben auch ein anderer Film. Denn die gleichen Gedanken werde ich künftig nicht an „Runner Runner“ haben. Trotz der sehr zeitgemäßen Verlagerung der Thematik in den Online-Bereich, der spätestens seit Filmen wie „Johnny Mnemonic“ mit Keanu Reeves oder aber „Das Netz“ mit Sandra Bullock eines bewiesen hat. Und zwar, dass man mit tollen Darstellern in passenden Rollen sogar eine Story über etwas erzählen kann, von dem man überhaupt keine Ahnung zu haben scheint.

Bei „Runner Runner“ gefiel mir jedoch nicht einmal die Story sonderlich. Ja, der ganze Online-Poker Kram hat eine gewisse Attraktivität. Doch alles hat seine Grenzen, und diese hier sind rasch erreicht. So sind die dargestellten Personen relativ flach und zweidimensional. Die Darsteller kommen gar nicht so recht in Wallungen, um das zu zeigen, was sie eigentlich gewohnt sind abzuliefern. Schade schade,… All die Kritik an dem globalen Finanzsystem, die Ungerechtigkeiten dieser Welt in den unterschiedlichen sozialen Systemen, etc. etc. – all das wird nur dünn angerissen und nicht einmal lieblos eingebunden, was angesichts der nicht sonderlich tragenden Story noch einmal schade ist. Handwerklich alles prima.

[Technik]
„Runner Runner“ versprüht vielleicht den Eindruck, dass der Hauptteil der Geschichte an Strand-ähnlichen Zuständen und Lokalitäten stattfindet. Dem ist nicht so. Eine oftmals, wenn nicht sogar überwiegend künstliche Ausleuchtung sorgt ohnehin für einen hohen Anteil schwarz und für viele Schatten und entsprechend wenig Licht. Bedeutet, wenig Details, höhere Anfälligkeit für Rauschen, etc. Dennoch hält sich das Niveau über dem, was den Durchschnitt ausmacht. Im Ergebnis schafft es das 2.40:1-Geschehen auf ein solides Niveau. Der 16:9-Transfer erfüllt mit seiner anamorphen Abtastung und sauberer Kompression soweit alle theoretischen Anforderungen, auch in der Praxis.

Ein Film über Gangster im weit gefassten Sinne. Ein Film, bei dem einiges innerhalb des Handlungsstrangs geschieht, was auch akustisch wohl gewollt in Szene gesetzt werden kann und will, wenn Begeisterung die Zielsetzung ist. Doch daran zweifle ich hin und wieder. Hier und dort ist der Ton gelungen, er passt gut zum gezeigten Bild und unterstreicht die Stimmung angenehmen. Richtig aus sich heraus kommt er allerdings zu keinem Zeitpunkt so wirklich. Wir erhalten Englisch in Dolby Digital 5.1, Französisch, Deutsch sowie Italienisch ebenfalls in DD 5.1 und Türkisch in Dolby Digital 2.0. Englische Untertitel für Hörgeschädigte sind auch mit dabei.

[Fazit]
Wer nun eingefleischter Ben Affleck Fan ist, der wird der Qualität keiner derartigen Gewichtung zuschreiben, wie es objektiviert betrachtet angemessen wäre. Im Ergebnis fiele das Ergebnis zu gut aus. Ich mag die meisten Filme mit Mr. Affleck und auch sehe ich hier Mr. Timberlake ganz gerne. Doch so richtig will zu keinem Zeitpunkt der Funke überspringen in der Laufzeit von rund 88 Minuten. Unter dem Punkt Sonderausstattung befinden sich die folgenden Features:

– Entfallene Szenen mit den Titeln „Invan besichtigt Antigua“, „Richie besticht Rebecca“, „Richie ist der neue Chef“, „Archie erklärt die Abläufe“, „Unterhaltung zwischen Richie und Rebecca am Meer“, „Richie und Rebecca im Cafe“ und „Richie sucht nach Cronin“
– Original Kinotrailer

Liest sich letztlich leider etwas mehr als es ist. Da es sich ausschließlich um geschnittene Szenen dreht, die Trailer einmal ausgenommen, gewinnen wir keine weiteren Hintergrundinformationen oder Hinweise zur Entstehung des Films. Die Trailer bewerte ich als obligatorisch und somit neutral. Erscheinungstermin ist war der 3. März, also gestern. Der Preis liegt bei rund 14,- Euro. Mit einer Altersfreigabe von ab 12 Jahren richtet sich der Titel an ein breites Publikum.

Andre Schnack, 05.03.2014

Film/Inhalt:★★★★☆☆ 
Bild:★★★★☆☆ 
Ton:★★★★☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★★☆☆ 
Preis-Leistung★★★★☆☆ 

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