Sanctum

Action/Adventure/Drama
Action/Adventure/Drama

[Einleitung]
Kommen wir zu einem beklemmenden Thema. Es sind Vorstellungen an vollständige Isolation und Ohnmacht gegen einen unaufhaltsamen Zustand unter Wasser bei endlichen Luftreserven. Mit genau diesem Grundgedanken spielt der 2011 produzierte Titel „Sanctum“ von Regisseur Alister Grierson. Jener arbeitete nach einem Drehbuch von John Garvin und Andrew Wight, der auch die Geschichte als Basis bot. In den führenden Rollen sehen wir die weitgehend unbekannten Darsteller Richard Roxburgh und Ioan Gruffudd. Diese High Definition Blu-ray Disc von „Sanctum“ erscheint aus dem Studio Paramount Home Entertainment im Vertrieb von Constantin Film und wir konnten eine Reise in die stille, sauerstofflose Tiefe unternehmen, mit ungewissen Ende…

[Inhalt]
Es sollte die Expedition ihres Lebens werden: Die Erforschung der größten und unzugänglichsten Unterwasserhöhle der Erde in Papua-Neuguinea. Doch was für die Tauchteams um Frank McGuire (Richard Roxburgh) und Carl Hurley (Ioan Gruffudd) als sportliche Herausforderung beginnt, entwickelt sich zusehends zu einer Katastrophe. Als ein heftiges Unwetter über das Inselparadies hereinbricht, ist die Gruppe innerhalb kürzester Zeit in den Tiefen des Unterwasser-Labyrinths eingeschlossen. Bedroht von hereinbrechenden Wassermassen, mangelnden Luftreserven in ihren Tauchflaschen und konfrontiert mit der ureigenen Überlebensangst suchen die Taucher verzweifelt nach einem Ausweg aus der Falle. Doch keiner weiß, was sie hinter der nächsten Tunnelbiegung erwartet…
(Quelle: Constantin Film)

[Kommentar]
Wir erleben klaustrophobische Stimmung, innere Ängste der Isolation. Es bäumt sich nach und nach mit zunehmender Laufzeit eine recht unbehagliche Grundatmosphäre beim Zuschauer auf. So ist es auch der Plan, den „Sanctum“ verfolgt. Das ist völlig legitim und funktioniert schlussendlich auch. Die Rechnung geht auf, nur kann nicht der ganze Film nur alleinig davon zehren und verkommt somit genau auf diesen Wert, der dann nicht ausreicht, um den Rest zu tragen. In der 3D-Fassung schaut das anders aus, weil die Wirkung der Wände wesentlich intensiver in der dreidimensionalen Wahrnehmung ist als in der vorliegenden Version. Inhaltlich gibt es nicht viel zu berichten, außer, dass die Protagonisten mit ihren Ur-Ängsten konfrontiert werden, was durchaus Reize hat. Technisch gelungen und musikalisch sinnvoll begleitet erreicht „Sanctum“ eine leicht überdurchschnittliche Note.

[Technik]
Hier soll eine richtig beklemmende Atmosphäre aufkeimen, allerdings wahrscheinlich nur dann, wenn auch die 3D-Gegebenheiten gegeben sind. Und das sind sie in der vorliegenden Fassung leider nicht. Das ganze fällt sozusagen dahingehend ins Wasser, als das es „ach so anders und exklusiv“ wirkt. Es sind tatsächlich wunderschöne Aufnahmen mit dabei, unheimlich klar und deutlich wirken sie nahezu realistisch und authentisch. Egal, ob es die Farbgebung oder aber der Kontrast und die Ausleuchtung ist, die Leistungen sind allesamt auf einem gut bis sehr guten Leistungs-Niveau. Kompressionsartefakte treten nicht auf den Plan und das Geschehen hängt auch in der Sauberkeit nicht hinterher, Rauschen gibt es kaum. 1.85:1, 1080p High Definition.

Wahlweise erklingen die oftmals sehr kurzen und spärlichen Dialoge in den Sprachfassungen Deutsch oder Englisch, beides in DTS-HD 5.1 High Resolution. Ebenfalls gibt es optionale deutschsprachige Untertitel vorzufinden. Richtig viel Ton? Hier nicht. Fehlanzeige. Hier und dort blubbert es, die Musik schürt die Stimmung, geprägt aus Isolation und beklemmender Sucht nach Tageslicht und einer Öffnung aus dem eiskalten Nass. „Sanctum“ versteht es die Stimmung auch visuell abzubilden, ebenfalls gelingt dies akustisch. Fehler leisten sich die beiden Soundtracks nicht, die Darbietung schneidet gut ab.

[Fazit]
Wer hätte das gedacht. Meine Erwartungen im Vorfeld der Ansicht wurden derart nach oben geschraubt, als das ich am Ende leider ein wenig enttäuscht dem Abspann entgegen blickte. 109 Minuten Laufzeit wirken ausreichend lang für die Sendung, die alleinig unter Wasser in einer Höhle abspielt. Neben einem ausreichend ansprechend gestalteten Menü mit einer simplen Navigation bietet die Disc auch noch Bonusmaterial an. Das da wäre:

– Making of (11 Min.)
– Featurette „Ein Blick ins Innere“ (3 Min.)
– Featurette „Dreharbeiten in den Höhlen“ (3 Min.)
– Interviews (15 Min.)
– Blick hinter die Kulissen (15 Min.)
– Darsteller-Infos (Texttafeln)

Information, wenngleich auch hier und dort etwas zu medienwirksam und auf Eigen-PR bezogen gemacht. Paramount Home Entertainment gewinnt wahrscheinlich mit Nennung des Namens James Cameron mehr Publikum als ohne. Ich empfinde so etwas immer als ein zweischneidiges Schwert, da es nur so lange funktioniert, wie die Stücke gut sind. Logisch. „Sanctum“ erschien am 6. Oktober zu einem Preis von rund 17,- Euro. Freigegeben ab einer Altersstufe von 16 Jahren.

Andre Schnack, 13.10.2011

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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