Sass

Crime/Drama
Crime/Drama

[Einleitung]
Von Constantin Video erscheint am 27. Juni die deutsche Filmproduktion „Sass – Die Meisterdiebe“ von Regisseur Carlo Rola, der mit diesem Werk den Sprung auf die große Leinwand schaffte. Im Film über die berühmten Brüder Sass aus dem ersten Viertel des letzten Jahrhunderts sind in den Hauptrollen Ben Becker, Jürgen Vogel, Henry Hübchen, Frank Sieckel, Karin Baal und Otto Sander und in weiteren Rollen Julia Richter und Jeanette Hain zu sehen. Wir nahmen uns den Film von 2001 genauer vor und berichten über die inhaltlichen Qualitäten und das Vermögen der DVD auf der technischen Seite zu überzeugen.

[Inhalt]
Franz (Ben Becker) und Erich Sass (Jürgen Vogel) werden mit einer Reihe von spektakulären Einbrüchen zu wahren Volkshelden. Die Polizei ist machtlos. Kriminalsekretär Fabich (Henry Hübchen) ist den beiden zwar immer dicht auf den Fersen und einige Male gelingt es ihm sogar, die Brüder zu verhaften, doch die Indizien reichen nie für eine Verurteilung aus. Aus den mittellosen Brüdern einer Arbeiterfamilie werden angesehene Mitglieder der besseren Gesellschaft im Berlin der „Goldenen Zwanziger“. Aus vollen Zügen genießen sie das süße Leben. Doch dann wagen Franz und Erich Sass ihren größten Coup. Der als nicht zu knacken geltende Tresor der Diskonto-Bank ist das Ziel ihrer Träume. Darin liegt das Gold der Nationalsozialisten für den Wahlkampf der NSDAP, was aber einige Risiken mit sich bringt.

[Kommentar]
Mit „Sass“ schuf Regisseur Rola einen guten Kinofilm aus deutschen Landen über eine deutsche Geschichte, die sich in Berlin tatsächlich ähnlich zugetragen hat. Und auch wenn nicht jedem die Namen Franz und Erich Sass gleich etwas sagen werden, so lockt der Film mit guten Darstellern. Tatsächlich lohnt es sich auch, denn „Sass“ bindet mit ausreichend Spannung, viel Atmosphäre und guten darstellerischen Leistungen vor den Fernseher, wenngleich die Geschichte auch nichts Besonderes bietet. Doch dafür ist neben historischen Sets und Kostümen auch noch Platz für eine Spur Komik drin gewesen – sehr schön und unterhaltsam. Der Verlauf der Story beschränkt sich auf ein ausreichend hohes Tempo, welches durchgehend nur sehr wenig vom Mittelwert abweicht, soll heißen: es gibt keine großen Momente oder Szenen, die mit einer besonderen Wirkung aufwarten können. Auch die Filmmusik hätte ruhig etwas „fesselnder“ ausfallen können. Davon ab gute Unterhaltung, die sich ein Ben Becker oder Jürgen Vogel-Fan nicht entgehen lassen sollte.

[Technik]
Technische Faktoren spielen bei der Bewertung eine große Rolle. Um so wichtiger für eine gute DVD, dass der Inhalt auch technisch auf einem ansprechenden Niveau präsentiert wird. „Sass“ kommt im anamorphen Breitbildformat 2.35:1 (Cinemascope) daher und entspricht so der Kinovorlage. Die Farbgebung wurde ein wenig auf die Zeit der Geschichte gefärbt, weist aber weitgehend reichhaltig gesättigte und plastische Bildelemente auf. Verunreinigungen bleiben nahezu aus, auch die Kompression lässt positiv von sich reden. Doch: einziger Makel ist die geringe Kantenschärfe, die das gesamte Geschehen etwas zu soft erscheinen lässt.

Der Ton des Streifens befindet sich im jeweils deutschen Dolby Digital Stereo- und im Dolby Digital 5.1-Format auf dem Datenträger. Insbesondere letzterer gefällt durch eine hohe Dynamik und eine hochwertige Wiedergabe von Hintergrundgeräuschen, Dialogen und der etwas subtil eingesetzten Musik. Große Effekte gibt es nicht vor der Kulisse, so beschränkt sich der Mehrkanalton meist auf den Einsatz der Produktion von Hintergrundgeräuschen. Untertitel gibt es optional, ebenfalls auf deutsch.

[Fazit]
Mit der „Sass“ Special Edition erscheint eine gelungene DVD aus dem Programm von Constantin Video. Keine Frage, der deutsche Film macht Spaß und sorgt ca. 108 Minuten lang für gute Unterhaltung (unterteilt in 24 Kapitel). Neben dem Hauptfilm gibt es über das Menü, welches auf Nostalgie getrimmt wurde und optisch sehr anspricht, auch noch folgende Extras mittels einer einfachen Navigation zu erreichen: ein Audiokommentar mit den beiden Hauptdarstellern und dem Regisseur des Films, ein ca. 23minutenlanges Making Of, ein 5minutenlanges Reel über die Special Effects, 5 geschnittene Szenen, ein „Versteckte Kamera“ Ausschnitt über das „Casting“ von Ben Becker mit Regisseur Rola (ca. 11 Minuten), Interviews mit Cast & Crew, ein Quiz, um an die Outtakes zu gelangen, Trailer, eine Fotogalerie und Biografien. Nicht nur vom Umfang her sehenswert, sondern auch inhaltlich sehr unterhaltsam und informativ. Die Disc wird Freunden guter deutscher Film gefallen, aber auch denen Zufriedenheit bescheren, die sich sonst im Hollywood-Getümmel zuhause fühlen. Preis: ca. 25,- Euro, eindeutiges Fazit: empfehlenswert.

André Schnack, 16.05.2002

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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