Schlacht im Atlantik – Versenkt die Hood/Versenkt die Bismarck

Dokumentation
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[Einleitung]
Studio Hamburg veröffentlicht den Titel „Schlacht im Atlantik“ von AL!VE AG. Der Titel entstand in Zusammenarbeit verschiedener Fernsehträger und richtet sich an Freunde der Dokumentationen und anderen Special Interest-Produkten. Und insbesondere dann, wenn es sich um Wissbegierige handelt, die sich für die Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs interessieren. Diese Sendungen erzählen von Zeiten, in denen die Massenvernichtung und die technische Innovation unter dem Druck des Krieges in vollem Gange waren. In zwei Teilen inszenierte Gary Johnstone zwei wunderbare Dokumentationen mit den Titeln „Versenkt die Hood!“ und „Versenkt die Bismarck!“. Wir konnten die beiden Discs unter die Lupe nehmen und berichten.

[Inhalt]
Im Morgengrauen treffen vier bis an die Zähne bewaffnete britische Kampfschiffe auf zwei deutsche. Das Gefecht der ungleichen Gegner dauert eine knappe Viertelstunde. Dann trifft eine donnernde Salve aus den Geschütztürmen der Bismarck das Munitionsdepot der Hood. Eine gewaltige Explosion reißt den Giganten in zwei Teile. Innerhalb von drei Minuten ist der Stolz der Royal Navy von der Wasseroberfläche verschwunden. Von 1.418 Mann Besatzung überleben nur drei die Katastrophe des 23. Mai 1941. Die Bismarck entkam. Doch es war auch der Anfang vom Ende der Bismarck. Vor der französischen Küste starten die Briten einen Luftangriff gegen den deutschen Panzerriesen.

Nach zwei Stunden massiven Torpedo- und Granatenbeschusses sinkt sie nordwestlich des französischen Atlantikhafen Brest. Von 2.371 Mann Besatzung überleben nur 115 das Inferno. 60 Jahre nach dem Untergang der Hood entdeckte ein Amerikaner den entscheidenden Hinweis, wo sich das Wrack befinden muss. Es wird im Film untersucht. Auch das Wrack der Bismarck wird von Tauchern inspiziert: Ging das als unsinkbar gepriesene Schiff tatsächlich durch feindliches Trommelfeuer unter? Oder wurde es von der eigenen Besatzung versenkt?
(Quelle: AL!VE AG)

[Kommentar]
Was zeichnet diese Dokumentation aus? Ihr Charme, entstanden aus der Mischung von theoretischem Wissen und den Einsatz der AV-Medien als Transporteur an den Betrachter. Und das Konzept geht auf. Denn hier erhalten wir interessante Berichte und Schilderungen der letzten Überlebenden der zu Massen dazumal versenken Schlachtschiffen. Animationen und wunderbare Aufnahmen aus der Tiefe, eingefangen durch einen Kamera-Roboter entführen in ferne, unschöne Zeiten. Insbesondere geht es bei den Sendungen hier um den entsprechenden Stolz der Kriegs-Schifffahrt der Nationen Großbritanniens und des Dritten Reichs: die Hood und die Bismarck. Beide Stahlungetüme mit noch nie zuvor da gewesener Kampfkraft traten am 24. Mai 1941 im Atlantik gegeneinander an, die Bismarck gewann – was nur von kurzer Dauer war.

„Schlacht im Atlantik“ orientiert sich chronologisch an den damaligen Gegebenheiten, beruht auf historischen Fakten und stützt sich dabei auf Protokolle, Schilderungen und Logbucheinträgen sowie den heutigen Berichten von Zeitzeugen. Auch wohnen wir einem emotionalen Moment bei: der Engländer Albert Edward Pryke Briggs, einziger noch am lebender Überlebender von drei Männern aus der Schicksalsschlacht der Hood, legt per Unterwasser-Roboter eine symbolische Ehrung am Wrack der Hood ab. In rund 3.000 Metern Tiefe. Forensische Ausflüge, welche versuchen auf Basis der heutigen Fakten den Hergang der Schlacht zu rekonstruieren, setzen dann wieder ein. Nachgestellte Szenen bringen stellenweise nahe, was damals eventuell geschah.

[Technik]
Wenngleich es nur wenige Unterschiede zu anderen Dokumentationen über diese Zeit gibt, so werden wir nicht müde auch diese Disc unseren Maßstäben entsprechend zu bewerten. Und es kommt praktisch so, wie es kommen muss. Je nach Quelle haben wir es mit unterschiedlichen Qualitäten zu tun. Es gibt Aufnahmen von vor 70 Jahren, entsprechend ist die Wertigkeit. Dann hingegen folgen Animationen, Interviews und glasklare Bilder von Unterwasser-Kameras. Kontrastreich und farbenfroh, jedoch auch oftmals unscharf und matschig, alt. Letztlich bleibt ein guter Eindruck haften, fehlerfrei und oftmals hochwertig im Beigeschmack. Kompressionsartefakten bleiben aus, wie gut. Bildformat: 1.33:1 (4:3).

Tontechnisch geben die Discs nichts besonderes her, es geht hier sogar eher durchschnittlich zu. Die technischen Daten beschränken sich auf einen Dolby Digital 2.0-Tontransfer in deutscher Sprache. Untertitel oder andere Tonvarianten sind nicht mit enthalten und die DVD reduziert sich auf das wesentliche für eine DVD, die hierzulande erscheint: zumindest die Landessprache. Verständlich und sauber im Klang erfolgt die Berichterstattung. Ansonsten gibt es noch ein wenig tragische Musik und ein paar Hintergrundgeräusche. Nicht viel, jedoch ausreichend und in der Qualität keinesfalls zu vernachlässigen.

[Fazit]
Die Sendungen sind so aufgebaut, dass sie gute Unterhaltung bieten. So wechselt stets das Geschehen zwischen der Nacherzählung der historischen Ereignisse und Archivaufnahmen und der Schilderung einer Tauchfahrt in jungen Tagen. Die historischen Anteile basieren auf Überlieferungen und erfolgen oftmals in nachgestellten Szenen. Die Laufzeit bemisst sich auf rund 44 Minuten pro Episode. Bei den eingesetzten Datenträgern handelt es sich um zwei einseitige Single-Layer-Discs (DVD Typ 5). Die Altersfreigabe des Inhalts liegt bei ab 12 Jahren, Erscheinungstermin des Sets ist der 25. April. Preislich orientiert sich „Schlacht im Atlantik“ bei rund 20,- Euro. Wer Dokus mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

Andre Schnack, 15.04.2008

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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