Serpico

Crime/Drama
Crime/Drama

[Einführung]
Al Pacino (Der Pate, Heat) erhielt 1974 eine Oscar-Nominierung für seine Darstellungskünste in Sindey Lumets „Serpico“. Das ’73 abgedrehte Drama über das Dienst- und Privatleben des Polizisten Frank Serpico wurde in den Hauptrollen neben Al Pacino mit John Randolph, Jack Kehoe, Biff McGuire, Barbara Eda-Young und Cornelia Sharpe besetzt. Das Drehbuch entstand nach einer wahren Geschichte von Waldo Salt und Norman Wexler. Doese DVD-Auflage des Klassikers erscheint aus dem Code2-Programm von Kinowelt. Wir nahmen die Disc unter die Lupe.

[Inhalt]
Der New Yorker Polizist Frank Serpico (Al Pacino) liegt schwerverletzt mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus. Damals, frisch von der Polizeiakademie hatte er voller Ideale seinen Dienst angetreten. Doch bald merkt Serpico, dass er sich in einem Spinnennetz aus Korruption und Filz befindet. Jeder scheint involviert zu sein. Da er Schmiergelder strikt ablehnt, ist er schnell innerhalb der Kollegenschaft isoliert – nur in Bob Blair (Tony Roberts) findet er einen Mitstreiter. Als die beiden mit ihren Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gehen, kommt es zum Skandal. Für seine Kollegen ist Serpico nur noch ein „Verräter“.

[Kommentar]
Die Geschichte eines Alleingängers, der selbstlos und besessen von seinen Zielen getrieben wird – und sich damit immer mehr in Gefahr gibt. Und das, um letztlich nach etwas zu streben, dass es einfach nicht gibt und auch für ihn letztlich nicht erreichbar ist: Gerechtigkeit. Al Pacino geht in dieser Rolle sichtlich auf und beweist sein hohes schauspielerisches Können. Unter der Regie von Sydney Lumet entstand ein sehr stimmungsvoller Film im typischen Stil der Siebziger Jahre. Die Idee entsprang dem lebenden Vorbild: dem Polizisten Frank Serpico. Zum einen faszinierend, zum anderen beängstigend und irgendwie auch traurig. Der Verlauf und das Tempo gehen in Ordnung, unterscheiden sich jedoch in der Wirkung zu den meist schnelleren, aktuelleren Kinoproduktionen.

[Technik]
Alter Transfer, entsprechende Qualität in der Wiedergabe – klarer Fall. Doch „Serpico“ führt gutes im Bilde. Der Breitbild-Transfer wurde im 1.78:1-Format vollzogen und entspricht somit der Original-Kinovorlage. Das Geschehen auf dem Wiedergabegerät bietet einen ausreichend natürlichen Farbumfang und einen recht ausgewogenen Kontrast, wobei die Farben etwas verwaschen wirken und das gesamte Geschehen verrauscht und unscharf. Recht frei von Verunreinigungen verschwinden einige Bilddetails im oftmals dunklen Bildbereichen. Darüber ist jedoch hinwegzusehen.

Der Sound der DVD wurde in der deutschsprachigen Synchronfassung im monauralen Dolby Digital 1.0- und im englischen 5.1-Ton aufgenommen. Er bietet eher einen etwas dumpfen und zurückhaltenden Klang, der manchmal irgendwie in den Lautsprechern zu verschwinden scheint. Doch die Sprachausgabe und die Filmmusik werden gut transportiert.

[Fazit]
Mit dem DVD-Titel „Serpico“ gelang Kinowelt ein weiterer großer Klassiker, der in keinem gut sortierten Sammlerregal fehlen sollte. Der Film beläuft sich auf rund 125 Minuten Spieldauer und findet Platz auf einer einseitigen Dual-Layer-Disc (DVD Typ 9). Die Altersfreigabe erfolgte laut FSK ab 18 Jahren. Das Menü und die Verpackung passen vom Design nicht so sehr auf den Filminhalt, was aber vernachlässigt werden kann. Als Bonusmaterial befinden sich ein Trailer und eine rund 22minutenlange Dokumentation über Darsteller Al Pacino auf der Scheibe. Optionale Untertitel gibt es in deutscher Sprache hinzuschalten. Die Ausstattung bietet keinen Anlass zum Jubeln, die Technik der Disc wird den Ansprüchen in Betrachtung der Umstände und des Alters gerecht. Wer also einen ausgezeichneten Al Pacino-Film sehen möchte, der greift zu. Ein Klassiker.

André Schnack, 11.04.2003

  Film/Inhalt
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  Bild
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  Ton
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  Extras/Ausstattung
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  Preis-Leistung
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