Sherlock – Staffel 1

Crime/Thriller/Serie
Crime/Thriller/Serie

[Einleitung]
Mit „Sherlock“ zog polybands Heimkinoprogramm ins Feld der TV- und Film-Serien. Mir war „Sherlock“ bis jüngst unbekannt in dieser Form, doch der Name ist ja schon einmal grundsätzlich irgendwie positiv belegt, wie ich denke. Was spielt sich also ab, wenn man das eher historisch angehauchte Geschehen um den britischen Detektiv in die Gegenwart verlegt? Was leisten Benedict Cumberbatch und Martin Freeman vor der Kamera und können die ersten drei Kriminalfällen der Serienproduktion überzeugen? Ich konnte mir die Staffel 1 mit ihren drei Episoden genauer anschauen. Sie entstanden unter der Regie von Paul McGuigan. Diese High Definition Fassung kommt von polyband.

[Inhalt]
Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) meldet sich zurück und ist jünger, zynischer und energetischer denn je! In der ebenso originellen wie spannenden Neuauflage des klassischen Stoffes nach Sir Arthur Conan Doyle begibt sich Holmes mit Smartphone und Notebook bewaffnet auf große Verbrecherjagd im London des 21. Jahrhunderts. Unterstützung erfährt er in Dr. John H. Watson (Martin Freeman, „Hot Fuzz“), einem posttraumatisierten Kriegsveteranen, der Holmes bei dessen Ermittlungen nicht von der Seite weicht.

„Sherlock“ war der BBC-Sommerhit 2010 in Großbritannien und hat Kritiker wie Publikum gleichermaßen begeistert! Im Schnitt wollten rund neun Millionen Briten die drei bisherigen 90-Minüter bei ihrer TV-Premiere sehen. Spannende Unterhaltung und hochwertige Umsetzung sind dabei garantiert: Während das „Doctor Who“-Autorengespann Steven Moffat und Mark Gatiss für die Drehbücher verantwortlich zeichnen, stammt der stimmige Soundtrack von niemand Geringerem als David Arnold, der u.a. auch die Filmmusiken zu „James Bond 007 – Casino Royale“ und „Independence Day“ komponierte.
(Quelle: polyband)

[Kommentar]
Einige Aspekte gefielen mir nur bedingt. Da, wo die gut erzählten Geschichten und die Nähe zu bereits erprobten Elementen zu überzeugen verstehen, dort verliert die Sendung auch durch eine leichte Disharmonie zwischen den handelnden Figuren. Nicht jedermann wird sich am gebotenen Humor, der zynischen Art und den Zügen des Sherlock Holmes der Neuzeit und seinen Partner Dr. Watson erfreuen. Martin Freeman gefiel mir gut, Benedict Cumberbatch hingegen wirkte etwas befremdlich auf mich. Vielleicht sollten Menschen mit dem englischen Sprachskill die Originalsprache zur Ansicht wählen. Die wirkte mehr und positiv auf mich. Immerhin ist Holmes praktisch britische Kultur.

Die Produktionsgestaltung ist prima gelungen. Die Farben oftmals etwas verwaschen, da London der Neuzeit mitnichten immer schön. Die Stimmung ist etwas britisch, so wie auch der Humor, gespeist durch Zynismus und schwarzen Ton. Die Figuren waren mir auf der Gegenseite etwas flach in der Ausspielung und wenig facettenreich, dennoch sind die drei ersten Episoden sinnvoll aufgebaut und Vermögen mit einer ausreichend dichten Stimmung aufzuwarten. Ablauf und Tempo sind hoch, immerhin sind die Episoden praktisch in Filmlänge vorhanden, da sollte auf 90 Minuten keine Länge auftreten.

[Technik]
Modern ist auch die technische Darbietung der Episoden. Hier haben wir es mit einem High Definition Gewand in der visuellen Wiedergabe zu tun. Das Seitenformat bemisst sich auf 1.78:1 und erfreut sich einer rundum soliden Werte-Kulisse. Die überwiegend weniger gut ausgeleuchteten Sets, bei denen es bewusst an Farbe mangelt, oder aber die Kantenschärfe, der es durchgehend an Schneid fehlt. Alles hinterlässt einen technisch hochwertigen Eindruck. Ein bisschen Plastizität fiel mir ebenfalls auf, so dass ich dem High Definition Transfer nur Mängel ankreiden kann, die vermutlich durch das Budget und die dunkle Grundierung der Bilder bedingt sind.

Die britischen Verbrechen und teils Zwielichtes Gestalten sind gut anzuschauen und vermögen auch im akustischen Segment zur überzeugen. Ich wählte die deutsche und temporär auch die englische Tonspur zur Ansicht. Beide erfolgen technisch betrachtet mittels DTS-HD 5.1-Technik, was für ein sehr klares und hoffentlich auch etwas lebhaftes Klangfeld sorgt. Im realen Leben entwickelt sich der theoretische Mehrkanalton zu einem pragmatisch abgestimmten Surround-Sound, der ein bisschen räumliche Weite und Spektrum bietet. Die Dialoge sind sauber und klar, Untertitel sind ausschließlich in englischen Worten hinzu zu schalten. „Sherlock“ ist kein großes Sound-Kino, eher Durchschnitt.

[Fazit]
Intelligente Geschichten sind ein tragendes Element einer Film-Produktion, genau so kann es bei den beteiligten Schauspielern sein. Ist einer dieser beiden Beteiligten nur unzureichender Güte, so leidet das Gesamtergebnis merklich. „Sherlock – Staffel 1“ befindet sich auf zwei HD Blu-ray Discs (BD 50). Die Laufzeit einer jeden Episode ist ca. 90 Minuten, somit befinden sich 270 Minuten Umfang auf diesen beiden Silberlinge. Zusätzlich gibt es noch 2 Audiokommentare und ein Making Of. Die Altersfreigabe liegt bei ab 12 Jahren. Inhaltlich richten sich die Filme an TV-Serien-Freunde und jene, die Crime-Storys verfolgen. Seit dem 8. August 2011 im Handel zu erwerben.

Andre Schnack, 13.09.2016

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★★★☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆