Silicon Cowboys

Dokumentation
Dokumentation

[Einleitung]
Dokumentationen sind genau mein Ding. Wenn sie gut gemacht sind, dann schlagen sie jeden Kinofilm, oder Spielfilm. So ist meine Meinung, denn sie erzählen zumeist über handfeste Themen, über Geschichten, wie sie das Leben erzählte und Menschen sie erlebten. Das macht viel aus, wenn es um die Ansprache eines Publikums geht. Und in einer Zeit, in der es viel um die Personen zu einer Marke geht, sind solche Sendungen wie „Silicon Cowboys“ mit Sicherheit keine schlechte Idee. Netflix präsentiert uns diese Doku von Jason Cohen. Drehbuch von Cohen und Steven Leckart. Ich war gespannt und schaute mir den Titel an.

[Inhalt]
Diese Dokumentation schildert den Konkurrenzkampf zwischen Compaq Computer und seiner drei Gründer mit dem Computerriesen IBM, der 1982 an der Spitze seines Erfolgs stand.
(Quelle: Netflix)

[Kommentar]
Eines fiel mir recht früh bei diesem Film auf: die musikalische Untermalung ist teilweise meines Erachtens nicht immer passend, jedoch sehr hip und hat stets einen gewissen Bezug zu dem, was gerade gezeigt wird. Der Zusammenschnitt aus den unterschiedlichsten Quellen und Archiven gefällt durchaus, auch wenn es hin und wieder ausschließlich Bilder zu sein scheinen. Das macht aber nichts, die Interview-Situationen aus aktuellen Tagen gefallen ebenfalls ganz gut.

Ich kann keine spezielle Meinung oder kritische Aussage des Inhalts finden und mir gefallen die Konzentration auf die Entstehung der Firme, den Verlauf und die Wirkung bestimmter Personen auf diese noch damals so junge und unfassbare boomende Branche der Computerindustrie für die Privatanwender. Das ist spannend, wenn man sich für Technologie und dafür interessiert, wer dahinter stand und wie daran gearbeitet wurde. Das Ergebnis haben wir heute in unserer Hand, täglich, mehrfach am Tag, es scheint praktisch mit uns verbunden zu sein: das Smartphone.

[Technik]
Wir haben es mit einem recht durchwachsenen Bild zu tun. Dies liegt natürlich an den unterschiedlichen Quellen, die teils inhaltlich wunderbare Aufnahmen bieten, allerdings technisch an die Möglichkeiten ihrer Zeit gebunden sind. Das machte mir nicht viel aus, sollte jedoch fairer weise eben erwähnt sein. So mischen sich Breitbild- mit 4:3-Aufnahmen. Das ist gut zusammen gekittet und stellt keine Herausforderungen dar. Kompressionsartefakte sind nicht mit dabei, der Kontrast und die Farben sind solider Natur.

Tontechnisch bietet sich ein englischer Originalton zum besten. Auch gibt es einige Untertitel, darunter Deutsch und Englisch. Mir gefiel das alles so, durch den Originalton sogar noch eine Spur besser, denke ich. Musik und Sprache sind ausreichend voneinander getrennt, Aussetzer oder Störungen konnte ich nicht ausmachen. Hin und wieder sind – bedingt durch die Vorlage und Quelle – die Sätze recht schwammig und dumpf. Davon ab alles rundum passend und im Mittelfeld gut aufgehoben.

[Fazit]
Eine für mich sehr interessante Dokumentation, kurzweilig und knackig aufgemacht, jedoch ohne eine Spur Witz oder irgendetwas, dass so richtig besonders daher wirkte. Schade eigentlich, ich mochte vor allem die ganzen tollen Aufnahmen aus dieser irren Zeit. Die Laufzeit bemisst sich auf rund 71 Minuten reine Spieldauer der Sendung. Netflix hat keinerlei Sondermaterialien oder derartige Inhalte parat. Veröffentlicht ist der Titel bereits via der Netflix App. Viel Spass allen Doku-Freunden, die auch zum Beispiel die Steve Jobs-Sendungen schätzten.

Andre Schnack, 13.06.2017

Film/Inhalt:★★★☆☆☆ 
Bild:★★★☆☆☆ 
Ton:★★★☆☆☆ 
Extras/Ausstattung:★☆☆☆☆☆ 
Preis-Leistung★★★☆☆☆